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Kung-Fu-Foul: Im Spiel gegen Eintracht Frankfurt tritt Schalke-Keeper Alexander Nübel SGE-Mittelfeldmann Mijat Gacinovic um. Die Strafe für das Kung-Fu-Foul fällt vergleichsweise milde aus.

Schalke gegen Eintracht

Nach Nübel-Foul an Gacinovic: Schalke-Keeper bekommt milde Strafe

Die Strafe für Schalke-Torwart Alexander Nübel nach seinem Foul am Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt (SGE), Mijat Gacinovic, ist milde.

  • Alexander Nübel mit Kung-Fu-Foul
  • Vier Spiele Sperre für Schalker Torwart
  • Genesungswünsche für Mijat Gacinovic

Update vom Dienstag, 17.12.2019, 13.50 Uhr: Nach seinem Kung-Fu-Foul ist FC Schalkes Torhüter Alexander Nübel nach Informationen der „Bild“-Zeitung für vier Spiele gesperrt worden. „Wir haben das Strafmaß akzeptiert“, sagte Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider am Dienstag der „Bild“. Eine Mitteilung des Deutschen Fußball-Bundes gab es dazu noch nicht. Der 23 Jahre alte Nübel war am Sonntag beim 0:1 gegen Bundesliga-Kontrahent Eintracht Frankfurt Gegenspieler Mijat Gacinovic mit dem Fuß gegen die Brust gesprungen. Er hatte sich später persönlich und öffentlich entschuldigt.

„Es geht um das, was Alex bereit gesagt hat: Am Ende geht es um die Gesundheit von Gacinovic - das ist das Wichtigste.“ Den Frankfurtern sprach Schneider ein „großes Kompliment für deren Sportsgeist“ aus: „Es kamen zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Vorwürfe in Richtung von Alex Nübel. Besser geht's nicht, so muss man miteinander umgehen.“

Nübel verpasst somit die beiden letzten Spiele des Jahres in Wolfsburg und gegen den SC Freiburg sowie die beiden ersten Duelle der Rückrunde gegen Borussia Mönchengladbach und beim FC Bayern München. Gerade letzteres wäre brisant gewesen. Nübel, der seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag noch nicht verlängert hat, wird seit Monaten mit dem Rekordmeister in Verbindung gebracht.

Schalke rudert nach Nübel-Foul zurück – Genesungswünsche für Gacinovic

Erstmeldung vom Montag, 16.12.2019, 11.54 Uhr: Nach Protesten in den sozialen Medien hat Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 im Spielbericht auf seiner Homepage die Formulierung zur Roten Karte von Alexander Nübel geändert. „Ihr habt Recht, das Wort ‚Rettungsaktion‘ war von uns sehr unglücklich gewählt. Wir haben die entsprechende Passage abgeändert“, twitterte der Verein am Montagmorgen.

Times Mager zur Nübel-Attacke: Ariel Nübel

Im ersten Bericht hatten die Schalker das Kung-Fu-Foul von Nübel gegen Frankfurts Mijat Gacinovic, für das er beim 1:0-Sieg am Sonntag die Rote Karte sah, als „Rettungsaktion außerhalb des Strafraums“ bezeichnet. Im aktualisierten Bericht ist nun von einer „verunglückten Aktion außerhalb des Strafraums“ die Rede.

Für eine Formulierung im Live-Tweet während des Spiels entschuldigten sich die Schalker zudem. „Wie bitter. Alex #Nübel zieht nach einem langen Ball gegen Gacinovic die Notbremse. Sprich: Rote Karte“, hatte es in dem Tweet geheißen. Am Montag schrieb Schalke: „Das ‚Wie bitter‘ war sicherlich nicht die beste Formulierung - in der Hektik haben wir hier die falsche Wortwahl verwendet. Sorry dafür und weiterhin gute Besserung an Mijat Gacinovic. Glück auf!“

Eintracht Frankfurt gegen Schalke 04: Kritik an Nübel nach Tritt gegen Gacinovic

Die einen fühlten sich an Toni Schumachers Rambo-Attacke gegen Patrick Battiston bei der Fußball-WM 1982 erinnert, die anderen dachten an Tim Wieses Kung-Fu-Tritt gegen Ivica Olic: Zu dem Spott in den sozialen Medien gesellte sich nach dem üblen Tritt gegen Frankfurts Mijat Gacinovic aber auch deutliche Kritik von Medien und Experten an Schalke-Torhüter Alexander Nübel.

„Für so ein Foul sollte es Minimum sechs Wochen Sperre geben“, forderte Ex-Trainer Felix Magath nach Schalkes 1:0 (0:0) gegen die Eintracht bei Sky. Nicht verschweigen sollte man jedoch, dass eben genau dieser Felix Magath beim wüsten Rempler des Eintracht-Kapitäns im Nachgang sagte, er  "halte nichts von Spielstrafen, das ist nur Berufsverbot." 

Die „Bild“ schrieb vom „brutalsten Foul des Jahres“. Für die „Funke Mediengruppe“ zeugte es von „Übermotivation und fehlender Reife“. Es gebe für das Foul „keine Entschuldigung“.

 Nübel, seit Monaten als Kronprinz von Manuel Neuer beim FC Bayern gehandelt, wird zwischen den Jahren viel Zeit haben, die Szene zu reflektieren. Sollte er tatsächlich für sechs Spiele gesperrt werden, dürfte er erst Mitte Februar wieder spielen.

Eintracht Frankfurt: Mijat Gacinovic akzeptiert Entschuldigung von Nübel

Gacinovic zeigte sich indes versöhnlich. „Leider passieren solche Zusammenstöße manchmal im Kampf um den Ball“, schrieb der 24-Jährige, den Nübel mit dem Fuß an der Brust getroffen hatte, bei Instagram: „Danke, dass du dich sofort entschuldigt hast.“ Gacinovics Bruder Marko postete derweil ein Foto, das zahlreiche Stollen-Abdrücke auf der Brust des Profis zeigte. Dabei lächelte der Bosnier aber schon wieder ein wenig.

„Ich kann euch mitteilen, dass es mir trotz schwerer Rippenprellung gut geht“, schrieb er. Nübels Beraterteam „Siebert und Backs“ twitterte zum Foto: „Gottseidank - alles Gute, Herr Gacinovic.“ Schalke twitterte: „Positive Nachrichten und schöne Worte.“

Die Aufregung bei den Beteiligten scheint also, ähnlich wie damals beim Fall Abraham gegen Streich, deutlich geringer zu sein als in der Öffentlichkeit. (skr mit Agenturen)

Nachdem Eintracht Frankfurt auch gegen den 1. FC Köln verloren hat, ist die Krise da. Der Kader offenbart eklatante Fehler bei der Zusammenstellung, der straffe Zeitplan hat enorm Kraft gekostet. Trainer Adi Hütter ist dennoch nicht das Problem, sondern kann die Lösung sein, kommentiert fr.de.*

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