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Erster Treffer in der Bundesliga: André Silva hat sein Potenzial gegen Dortmund mehr als angedeutet.

André Silva und Djibril Sow

Eintracht Frankfurts Neuzugänge André Silva und Djibril Sow machen Trainer Hütter glücklich

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    Thomas Kilchenstein
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Die Eintracht-Neuzugänge André Silva und Djibril Sow überzeugen gegen den BVB – sehr zur Freude von Coach Adi Hütter.

Im großen Interview vor dem Schlagerspiel gegen Borussia Dortmund hat der neue Eintracht-Stürmer André Silva explizit betont, wie wohl er sich in Frankfurt fühle und es ganz sicher nur eine Frage der Zeit sei, bis der Knoten bei ihm platze und er für den neuen Arbeitgeber endlich auch erfolgreich sein werde – erfolgreich sein heißt für einen Stürmer in erster Linie: Bis er sein erstes Tor schießt.

„Der erste Eindruck ist sehr positiv“, sagt er also. „Ich spüre hier die Wertschätzung, die ich brauche. Man ist sehr bemüht, um mich glücklich zu machen.“ 

Am Sonntag nun hat er seinen Teil dazu beigetragen, um die Fans und Verantwortlichen der Eintracht ihrerseits glücklich zu machen, der 23-Jährige hat beim glücklichen, aber nicht ganz unverdienten 2:2 (1:1) gegen den BVB seinen ersten Treffer für die Hessen erzielt, das wichtige 1:1 kurz vor der Pause, und ein insgesamt gutes Spiel gezeigt. „Ich war ganz ruhig“, sagte Silva erstaunlich abgeklärt. „Ich spüre das Vertrauen. Ich wusste, das Tor würde früher oder später kommen – jetzt war es so weit.“ Sprach’s und zog von dannen. Mit einem guten Gefühl. 

Trainer Hütter lobt Silva

Der Portugiese hatte in den zurückliegenden Partien schon angedeutet, dass er eine Verstärkung sein kann, gegen Arsenal und auch in Augsburg hatte er einige Gelegenheiten, aber alle vergeben, nun hat er sich belohnt, nach einem perfekten Zuspiel von Djibril Sow, einem anderen Neuzugang, hämmerte der Angreifer den Ball kurz vor dem Pausenpfiff in den Winkel des Dortmunder Kastens. 1:1. Im Rausch der Begeisterung hat er sogar sein liebgewonnenes Ritual ausgelassen. „Normalerweise nehme ich den Ball nach einem Tor von mir immer in die Hand und renne mit ihm zur Mittellinie. Ich war aber so aufgeregt, dass ich das glatt vergessen habe.“ 

Trainer Adi Hütter freute sich über seinen Schützling. „Den Ball hat er super getroffen“, befand der Coach, der seinen Stürmer ausdrücklich lobte. „Er hat die Dortmunder beschäftigt, ist viel gelaufen, hat viel gearbeitet und die Bälle festgemacht.“ 

Für André Silva war das nicht einfach, er war ja lange Zeit so ziemlich auf sich alleine gestellt, mit seinem guten Kumpel Goncalo Paciencia alleine auf weiter Flur, und doch hat er das Beste daraus gemacht, nie aufgesteckt und viele Räume geschaffen. „Wenn eine Mannschaft viele Chancen hat, ist er für einen Stürmer natürlich leichter“, sagte er. Die eher defensive Grundordnung sei aber gegen das Spitzenteam aus Westfalen richtig und legitim gewesen, „wir wussten ja, dass wir auf einen sehr schweren Gegner treffen“, bekundete er. „Die Marschroute war schon, nicht mit voller Offensivkapelle anzutreten.“ Sie ist letztlich aufgegangen. 

Djibril Sow macht sein mit Abstand bestes Spiel

Das lag nicht nur an Silvas Tor, sondern auch an der Vorarbeit von Djibril Sow, der das dritte Mal hintereinander in der Startelf stand – obwohl er in Augsburg und auch gegen Arsenal nicht überzeugen konnte. Trainer Hütter baut den Schweizer Nationalspieler aber fast schon demonstrativ auf – und wird dafür belohnt. 

Der 22-Jährige machte sein mit Abstand bestes Spiel, war präsent, laufstark, spielte gute Bälle. Das war vielversprechend. „Er ist kritisiert worden“, urteilte Hütter. „Aber entscheidend ist, was man für Antworten auf dem Platz gibt. Ich freue mich für ihn.“ Der Mittelfeldmann sieht sich auf dem richtigen Weg. „Es war nicht perfekt, aber ich komme Schritt für Schritt voran.“ 

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Gelson Fernandes, erstmals seit langer Zeit wieder in der Anfangself und so etwas wie der Vater der Kompanie, freute sich für die beiden Neuen. André Silva etwa habe in den vergangenen Spielen „Pech gehabt, da hätte er schon zwei Tore machen können. Aber er ist ein guter Junge.“ 

Fußballlehrer Hütter hat ja nicht nur das singuläre Ereignis, also die Partie gegen den BVB, vor Augen, er sieht das große Ganze, schaut, wie die Entwicklung ist, ob das zusammenwächst, was zusammen gehören soll. Insofern sind Leistungssteigerungen dieser Art für den Trainer fast noch wichtiger als der nackte Punktgewinn gegen die Borussia. 

„Wir haben ja nicht unheimlich viel Zeit“, sagte Hütter. Für ihn ist das größte Problem, dass er wenig Zeit hat, um seine Mannschaft in der täglichen Trainingsarbeit auf ein anderes Level zu heben, denn durch die vielen Englischen Wochen besteht eine Trainingswoche in aller Regel aus Regeneration und der Vorbereitung aufs nächste Spiel. „Du kannst fast nie geschlossen zusammen trainieren“, bekundete er. „Aber das ist das Los eines Trainers.“ An Tagen wie diesen wird der Prozess aber gewiss beschleunigt.

Von Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein

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