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Endlich zurück: Lucas Torro beim Spiel der Eintracht gegen Wolfsburg. 

Eintracht Frankfurt

Lucas Torro ist wieder da

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Lucas Torro hat einen langen Anlauf nehmen müssen - als er gebraucht wird, ist er da. 

Lucas Torro hat nach seinem Comeback viel erklären müssen. Schon direkt im Anschluss an sein erstes Spiel seit Mitte Oktober des vergangenen Jahres, seit bald sechs Monaten also, stand er den Reportern in Wolfsburg Rede und Antwort, am Dienstag vor dem lockeren Auslaufen in Frankfurt noch einmal. Der Spanier in Diensten von Eintracht Frankfurt genoss das Rede- und Antwortspiel nicht, aber er hat es auch lange nicht spielen müssen: Fast ein halbes Jahr hinderte den 24-Jährigen eine hartnäckige Schambeinentzündung am Fußballspielen, er war da außen vor und, anders als jetzt, fragte ihn kein Mensch irgendetwas.

Lucas Torro musste einen langen Anlauf nehmen, beim 7:1-Kantersieg in der Hinrunde gegen Fortuna Düsseldorf stand er in der Liga zuletzt auf dem Platz, danach lediglich am Donnerstag für ein paar Minuten gegen Benfica Lissabon. Und für diese lange Zeit der Absenz machte Torro seine Sache beim 1:1 in Wolfsburg ordentlich, „das war erfreulich, er hat uns absolut gut getan“, lobte hinterher Trainer Adi Hütter.

Eintracht Frankfurt: Fehlende Spielpraxis ist Lucas Torro anzumerken

Sicher: Die fehlende Spielpraxis war dem Mittelfeldspieler anzumerken, die Selbstverständlichkeit fehlte, er stand manchmal falsch, rutschte zur Unzeit auch mal aus, aber das ist nach so langer Zeit normal. Er sei mit seiner Leistung zufrieden, sagte Torro in Wolfsburg, „ich habe meine Aufgaben erfüllt“. Er sollte auf die zweiten Bälle gehen.

Lucas Torro ist ein anderer Spieler als der wuselige, umtriebige Bälledieb Gelson Fernandes, der gelb-rot gesperrt nicht dabei war. Torro ist technisch deutlich besser, er kann das Spiel aufbauen, vor allem aber, und das ist seine große Qualität, ist er enorm kopfballstark. Auch deswegen brachte ihn Hütter gegen die langen Wolfsburger Spieler von Anfang an.

Mancher Eintracht-Profi droht, schlapp zu machen

Tatsächlich lesen sich die statistischen Werte des Spaniers, der vor einem halben Jahr den Tod einer seiner Brüder verarbeiten musste, erstaunlich gut. Torro spulte die meisten Kilometer aller Spieler ab (11,62), er gewann 22 seiner Zweikämpfe, auch das war keinem anderen Spieler auf dem Rasen gelungen, 21 seiner Pässe erreichten den eigenen Mann, dazu war er gleich im Spiel, hatte 52 Ballkontakte und schoss einmal aufs Tor – so oft übrigens wie Luka Jovic, der Knipser. Das alles kann sich sehen lassen. „Schade, dass wir hier nicht gewonnen haben, wir waren drauf und dran, hier ein super Ergebnis einzufahren. Das wäre ideal gewesen“, ließ Torro übersetzen. „Der Sieg ist uns noch durch die Finger geflutscht.“

Lucas Torro aber kann gerade in der Schlussgerade, da der eine oder andere Eintracht-Profi schlapp zu machen droht, noch einmal wichtig werden. Der Spanier hat diese enormen Belastungen wie der große Rest des Teams nicht am eigenen Leib spüren müssen – die Partie in Wolfsburg war in dieser Runde erst sein elfter Pflichtspieleinsatz. Der Mann hat noch Benzin im Tank.

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