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In Frankfurt vereint: Martin Hinteregger (li.) und Stefan Ilsanker.

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Eintracht Frankfurt geht auf Nummer sicher

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Eintracht Frankfurt hält sich mit Transfers in der Winterpause zurück - und setzt auf Konsolidierung. Ein Kommentar.

Am Ende war es dann einer, mit dem viele gerechnet hatten, und der bei den Anhängern der Frankfurter Eintracht alles andere als Euphorie auslöst. Stefan Ilsanker ist der einzige Neuzugang der Hessen in der Transferperiode des Winters 2019/2020. Glamourös ist das wahrlich nicht. Ein Mann für die Defensive, einer, der bei Leipzig nicht mehr recht zum Zug gekommen ist, und einer, der für den neuen Weg der Eintracht in dieser Saison nach all den Problemen in der Hinrunde steht: Safety first.

Eintracht Frankfurt - es zählt der Klassenerhalt

Eintracht Frankfurt, das scheint spätestens durch diese eine - die einzige - Verpflichtung des Winters festzustehen, hat sich von den großen Ambitionen für die aktuelle Spielzeit verabschiedet. Man hatte sich viel vorgenommen im Sommer bei den Hessen, man wollte weg vom Hauruck-Fußball der vergangenen Jahre, den Fokus mehr aufs Spielerische setzen, den Abgang der drei Leistungsträger Haller, Rebic und Jovic durch den Techniker Silva und den erfahrenen Bas Dost kompensieren. Und man hoffte auf mehr Impulse aus dem Mittelfeld, auf das auch mal einer der Nachrücker für Tore würde sorgen können.

Im Winter, nach dem Absturz in der Hinrunde, dann die Kehrtwende. Durch die Niederlagenserie bekamen es die Mannen um Adi Hütter mit der Angst zu tun, das Gespenst Abstiegsgefahr tauchte plötzlich am Main auf. Es folgte die Abkehr vom bislang bevorzugten Spielsystem mit der Dreierkette, man studierte im Trainingslager eine Abwehr mit vier gelernten Innenverteidigern ein – und man war überraschenderweise damit zum Auftakt der Rückserie erfolgreich. Mit sechs Punkten aus den Spielen in Hoffenheim und gegen den Tabellenführer aus Leipzig hatten wohl selbst die größten Optimisten nicht gerechnet.

Eintracht Frankfurt mit Problemen auf den Flügeln

Die Sportliche Leitung lässt jetzt keine Gelegenheit vergehen, dem aktuellen Kader ihr Vertrauen auszusprechen. Dass es keinen echten Spieler für die Position eines Rechtsaußen gibt wird mit dem Verweis auf Spieler wie Chandler und Da Costa verneint, dass in Frankfurt so ziemlich alles passieren darf außer ein Ausfall von Filip Kostic mit einem Achselzucken zur Kenntnis genommen.

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Wahrscheinlich war im Winter für diese Positionen wirklich nichts zu bekommen. Zumindest keiner, der den Verantwortlichen geeignet erschien. Oder es wollte halt keiner hin zu einem Team, für das in dieser Spielzeit zumindest in der Bundesliga ganz offensichtlich keine großen Ambitionen mehr hegt. Absteigen wird man wohl mit dieser Mannschaft wirklich nicht. Ob es im Pokal und in Europa für ähnliche Höhenflüge wie in den letzten Jahren reicht bleibt aber abzuwarten.

Die Verpflichtung von Stefan Ilsanker ist wenig innovativ

Stefan Ilsanker steht jedenfalls nicht für Aufbruchsstimmung, eher für Konsolidierung. Der Widerstand, den die Fans äußerten, wird sich in den nächsten Wochen legen, spätestens dann, wenn der Österreicher ein paar saubere Grätschen in der Defensive hingelegt hat. Von einer Qualifikation für Europa träumen kann man am Main in der nächsten Saison eventuell wieder – dann, wenn erneut der nächste große Umbruch vollzogen ist. Vielleicht geht man dann am Main bei der Verpflichtung neuer Spieler mehr ins Risiko. So ein oder zwei unbekannte Spieler, die sich dann zu legitimen Nachfolgern von Haller oder Jovic mausern, würde man sich schon wünschen. Schon alleine deshalb, weil sie ja der Philosophie des Klubs entsprächen.

Von Stefan Krieger

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