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SGE-Kommentar

Eintracht Frankfurt und Fredi Bobic: Trennung wird zu einer Frage des Geldes

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic wird die SGE verlassen, das steht mittlerweile fest. Doch wie wird die Trennung ablaufen? Ein Kommentar.

  • Fredi Bobic will Eintracht Frankfurt im Sommer verlassen.
  • Christoph Spycher steht wohl nicht zur Verfügung. Die Art, wie Spycher ablehnt, wirkt wie eine Ohrfeige für den amtierenden Sportvorstand von Eintracht Frankfurt.
  • Eine Scheidung der harmonischen Ehe zwischen Eintracht Frankfurt und Fredi Bobic wäre das beste für beide Seiten. Ein Kommentar.

Frankfurt - Der abtrünnige Frankfurter Sportvorstand Fredi Bobic ist noch gar nicht richtig weg, da werden schon eifrig die Nachfolger durchs Dorf getrieben. Das geht ratzfatz und gehört zu den Usancen des Geschäfts.

Obwohl es erst am Mittwoch zum Showdown kommen wird, wenn sich Fredi Bobic in einer höchst brisanten Sitzung vor den Frankfurter Aufsichtsräten erklären muss, tauchen schon jetzt immer wieder Namen potenzieller Aspiranten für seinen Job auf: Alexander Rosen (TSG Hoffenheim, hat vorsorglich abgesagt) etwa, Christoph Freund (Red Bull Salzburg), Rouven Schröder (Ex-Mainzer) oder Gelson Fernandes (Ex-Eintrachtler, als Spieler wohlgemerkt). Irgendjemand warf sogar den ewigen Horst Heldt (1.FC Köln) und den ewigen Professor Ralf Rangnick (Ex-Leipzig) in die Verlosung hinein. Junge, Junge.

Fredi Bobic wird Eintracht Frankfurt verlassen. Medienberichten zufolge zieht es ihn zu Hertha BSC Berlin.

Eintracht Frankfurt: Gedanken über Jonas Boldt

Über Jonas Boldt vom Hamburger SV ist intern tatsächlich nachgedacht worden, der 39-Jährige hat aber „große Lust, beim HSV zu arbeiten“. Die Idealbesetzung wäre Christoph Spycher gewesen, der beim Schweizer Meister Young Boys Bern herausragend gute Arbeit leistet. Der frühere Eintracht-Kapitän hat jedoch einen Vertrag bis 2022, und die stilvolle Art und Weise, wie er sich zu seinem aktuellen Klub bekannte und also der Eintracht absagte, hallt in Frankfurt nach. „Unser Erfolg beruht auf verschiedenen Werten. Insbesondere loyales Verhalten gegenüber dem Verein hat für uns eine zentrale Bedeutung“, sagte Spycher. „Für mich ist wichtig, dass ich dies vorlebe.“ Worte, die eine schallende Ohrfeige für den amtierenden Frankfurter Sportchef sind.

Denn Christoph Spycher steht zu seinem Wort, zu seiner Unterschrift, lebt Werte vor, er ist vertragstreu, ohne wenn und aber. Fredi Bobic ist es nicht, oder besser gesagt: Er will es nicht sein, er windet sich, will vorzeitig aussteigen aus seinem bis 2023 laufenden Arbeitsverhältnis, beruft sich auf angebliche Zusagen, die schon vor einem Jahr gegeben worden seien und die ihm jetzt einen Abgang ermöglichen sollen.

Er bringt Corona ins Spiel und moralische Aspekte, er sagt, er habe sein Versprechen gehalten, noch zwölf Monate in Frankfurt zu wirken. Das alles und noch viel mehr verkündete er unabgestimmt und trotz Stillschweigenvereinbarung in einer Fernsehsendung der ARD und wirkte dabei so, als solle die Eintracht gottfroh sein, dass er überhaupt für sie gearbeitet hat. Vertrag bis 2023? Geschenkt.

Eintracht Frankfurt: 70 Millionen Euro für Jovic

Das ist in etwa so, als sei Luka Jovic damals vor seinem Wechsel zu Real Madrid an die Eintracht-Verantwortlichen herangetreten und habe ihnen eröffnet, dass er ja nicht aus Jux und Dollerei 27 Tore geschossen habe, der Verein durchaus ein bisschen Dankbarkeit zeigen und ihn zum Nulltarif gehen lassen könnte. Der Wunsch sei ja schon länger hinterlegt. Also bitte. In Wahrheit hat die Eintracht fast 70 Millionen Euro für Jovic kassiert.

Daher ist es nachvollziehbar, dass die Frankfurter nun auf die Zahlung einer Entschädigungssumme pochen wollen, um den erfolgreichen Manager vorzeitig aus der schriftlichen Vereinbarung zu entlassen. Fünf Millionen soll die Hertha zahlen. Ob es auch so kommt? Möglich scheint in der Sitzung am Mittwoch alles.

Fredi Bobic, zielstrebig, stur und maximal überzeugt von sich selbst, wird weiter auf Zusagen (die es laut Eintracht nicht gegeben hat) und eine Freigabe pochen. Die will die Eintracht nicht gewähren, weil sie ob des Vorgehens des Sportvorstands in höchstem Maße verärgert ist. Nicht auszuschließen ist, dass es zum großen Zerwürfnis und anschließender Schlammschlacht kommt. Oder Bobic einfach ein Sabbatjahr einlegt. Oder die Eintracht ihn bis auf Weiteres freistellt. Am besten wäre freilich, die lange harmonische Ehe würde in aller Eintracht geschieden. Auch das ist, wie so vieles, eine Frage des Geldes. (Von Ingo Durstewitz)

Rubriklistenbild: © Jan Huebner/imago images

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