Die Aufkleber von Sebastian Braun erobern gerade ganz Deutschland.
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Die Aufkleber von Sebastian Braun erobern gerade ganz Deutschland.

Frankfurt klebt bunt

Eintracht-Fans kleben gegen Rassismus – Peter Fischer macht mit

  • Melanie Gottschalk
    vonMelanie Gottschalk
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Aufkleber gegen Rassismus und Homophobie erobern gerade Frankfurt und ganz Deutschland. Ins Leben gerufen hat diese Aktion ein Fan von Eintracht Frankfurt. 

  • Fan von Eintracht Frankfurt ruft Aufkleber-Aktion gegen Rassismus, Faschismus und Homophobie ins Leben
  • Aufkleber erobern ganz Deutschland
  • Peter Fischer macht mit

Frankfurt - Eintracht Frankfurt steht für Weltoffenheit. Nicht zuletzt seit dem Engagement von SGE-Präsident Peter Fischer gegen Rassismus und Faschismus ist klar, dass der Verein auch öffentlich genau dafür einsteht. 

Passend dazu hat ein Eintracht-Fan eine Aktion ins Leben gerufen, die genau diese Botschaft übermitteln will. Mit der Aufschrift „Eine Stadt. Ein Verein. Gegen Rassismus, Faschismus, Homophobie“ hat der 32 Jahre alte Sebastian Braun Aufkleber entworfen, die mittlerweile im ganzen Frankfurter Stadtgebiet zu finden sind – und weit darüber hinaus.

Wie viele andere blickt auch Sebastian Braun sorgenvoll auf die Entwicklungen in Deutschland. „Ich habe das Gefühl, dass Rassismus wieder salonfähig geworden ist“, sagt er im Gespräch mit der FR. Deshalb wollte er etwas tun, nicht nur darüber sprechen, sondern aktiv werden, dagegen ankämpfen. „Aufkleber sind in meinen Augen die Sprache der Straße“, sagt Braun. Jeder gehe an ihnen vorbei, egal ob arm oder reich, egal, welche Hautfarbe die Person hat, welcher Religion sie angehört oder welche politische Gesinnung sie hat. 

Eintracht Frankfurt: Klare Botschaft von Sebastian Braun – Aufkleber erobern Deutschland

Im September 2019 ließ er 1000 Aufkleber mit oben genannter Aufschrift und dem Eintracht-Adler drucken, verteilte sie im Freundeskreis und vorm Waldstadion, der Heimspielstätte von Eintracht Frankfurt. Er bekam viel positive Resonanz und ließ immer mehr Aufkleber drucken, weil die Nachfrage so groß war und weiterhin ist. „Mittlerweile verschicke ich die Aufkleber in ganz Deutschland. Ich gebe sie natürlich nur zum Selbstkostenpreis ab, weil ich daran kein Geld verdienen möchte. Ich möchte eine Botschaft übermitteln“, sagt Braun. 

Sebastian Braun möchte mit seinen Aufklebern eine Botschaft übermitteln. 

Die Botschaft ist klar. In einer Stadt, in der fast jede Nation der Welt vertreten ist, und in einem Verein wie Eintracht Frankfurt, in der Spieler aus 17 Nationen spielen, ist kein Platz für Ausgrenzung und Fremdenhass, weder auf den Straßen der Stadt noch in der Fankurve der Eintracht. Braun weiß, dass die Mehrheit der Eintracht-Fans genauso denkt. 

Eintracht Frankfurts Präsident Peter Fischer wirbt für die Aktion

Auch deshalb haben die Aufkleber gerade die 60.000-Marke geknackt – die Anzahl hat sich innerhalb eines Monats verdreifacht. Braun ist stolz: „Diese Dimensionen überwältigen mich. Es war erst mein Projekt, aber jetzt ist es das Projekt von ganz vielen.“ Braun hat mit den Aufklebern einen Nerv getroffen, das weiß er selbst. „Im Verein Eintracht Frankfurt und bei den Fans gibt es den Wunsch, zu zeigen, dass wir bunt sind und uns gegen Rassismus, Faschismus und Homophobie einsetzen.“

Kein Wunder also, dass Peter Fischer inzwischen auf diese Aktion aufmerksam geworden ist – auch, weil Braun dem Präsidenten von Eintracht Frankfurt ein paar seiner Aufkleber zugeschickt hat. „Ich wusste, dass diese Aktion Peter Fischer gefällt“, sagt Braun. Das tut sie, denn Fischer hat in seiner neuesten Folge „Frag Fischer“ auf Eintracht-TV die Aufkleber nicht nur erwähnt, sondern auch ordentlich gelobt. 

Eintracht Frankfurt: Auch andere Fanlager unterstützen die Aufkleber-Aktion 

Dass seine Aktion einmal so groß werden würde, hätte Braun nie gedacht, aber natürlich freut er sich darüber. Auch andere Fanlager, wie beispielsweise die Anhänger des SC Freiburg, wurden schon mit dem Aufkleber gesehen. „Ich habe Kontakt zu den Fanlagern gesucht, wir haben in dieser Sache die gleichen Ziele.“ In den Farben getrennt, in der Sache vereint also. 

Einen großen Traum hat Braun aber noch: „Ich würde gerne etwas mit der Mannschaft von Eintracht Frankfurt machen“, sagt er. Er könne sich beispielsweise ein Mannschaftsfoto vorstellen, auf dem die Spieler seine Aufkleber in die Kamera halten. Und so, wie die Aktion derzeit läuft, könnte das schon bald der Fall sein. 

msb

Während ein Fan abseits des Platzes mit seiner Aufkleber-Aktion gerade ganz Deutschland erobert, läuft es auch für die Mannschaft von Eintracht Frankfurt auf dem Platz derzeit ziemlich gut. Einer der Erfolgsfaktoren ist Torhüter Kevin Trapp

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