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Kenny Lala (hier gegen Martin Hinteregger) geht ab wie eine Rakete.

Eintracht-Gegner Racing Straßburg

Kenny Lala - der Straßburger Kurier über rechts

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Kenny Lala läuft bei den Franzosen so schnell keiner davon, noch nicht einmal Eintracht-Linksaußen Filip Kostic.

Es kommt nicht so oft vor, dass Filip Kostic auf einen trifft, dem er nicht wegläuft. Denn eine der herausragenden Qualitäten des Profis von Eintracht Frankfurt ist das Tempo. Wenn der Serbe, den Ball am Fuß, am linken Flügel aufzieht, ist er kaum noch zu stoppen, zumindest nicht mit legalen Mittel. Dann sprintet er einfach dem Gegnerspieler davon, seine Sololäufe sind atemberaubend. Damit - und dank seiner hervorragenden Technik - verschafft sich Kostic meist den entscheidenden Vorteil, zuletzt etwa in Leipzig, als er dank seiner Schnelligkeit ziemlich früh mutterseelenallein aufs Tor stürmte, dann aber knapp verzog.

In Straßburg aber, am vergangenen Donnerstag im Playoff-Hinspiel gegen Racing, war Filip Kostic auf einen getroffen, der ihm zumindest in puncto Schnelligkeit das Wasser reichen konnte und der sich nicht so einfach überrennen ließ: Kenny Lala, ein 27 Jahre alter Franzose mit Wurzeln im französischen Übersee-Departement Martinique, hat es erstaunlich oft geschafft, dass Kostic eben nicht mit seinen gefürchteten Läufen durchkam. Dazu spielte Lala einen prima Ball, ging selbst mutig in die Offensive, initiierte eine Reihe gefährlicher Vorstöße. Gerade über die rechte Straßburger Seite drohte viel Gefahr für das Frankfurter Tor.

Das Spiel im Live-Ticker: Eintracht Frankfurt gegen Racing Straßburg

Zweifellos zählte Kenny Lala, der in der vergangenen Saison in 34 Spielen für Racing fünf Tore selbst erzielte und neun auflegte, zu den Aktivposten der Elsässer an diesem Abend. Bisher ist der Rechtsverteidiger von Trainer Thierry Laurey geschont worden, in den ersten Qualifikationsspielen zur Europa League kam er nur zu Teileinsätzen, erst als es darauf ankam, wie zuletzt gegen die Eintracht oder in der Liga, war er gesetzt. Dort freilich ist Racing noch nicht so richtig in Tritt gekommen, nach drei Spielen in der Ligue 1 warten die Elsässer immer noch auf den ersten Sieg, nach zwei Unentschieden unterlagen sie am Wochenende im eigenen Stadion Stade Rennes mit 0:2.

Lala indes, mit einem Marktwert von 14 Millionen Euro wertvollster Spieler in Straßburg, ist längst ein feste Größe im Team. „Ich werde alles dafür tun, dieses Trikot zu ehren“, sagte er bei seiner Vertragsverlängerung bis 2021. Nach Stationen beim FC Valenciennes (2012 bis 2015) und RC Lens (2015 bis 2017), kam Lala für 700.000 Euro zu Racing, ein Schnäppchen. Gerade in Lens hatte der Rechtsverteidiger einen enormen Sprung gemacht, hat sich dort, nach eigener Aussage vor allem taktisch und technisch verbessert.

Harter Weg nach oben

In die Wiege war Lala nicht gelegt, dass er Fußballprofi werden würde. Er stammt aus Villepinte, einer Kleinstadt 18 Kilometer nordöstlich von Paris, spielte lange für ES Parisienne und die Jugendmannschaft des FC Paris. 19 Jahre war er da alt, und das Kicken reichte lange nicht aus für den Lebensunterhalt im teuren Paris. Also musste sich Kenny Lala mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten, er jobbte als Verkäufer in einem Pariser Bekleidungsgeschäft und arbeitete als Kurier. Diese nicht einfache Zeit „hat mir den Sinn für Realitäten gegeben“, sagt er auf der klubeigenen Website. „Das sind Erfahrungen, die mich auf menschlicher Ebene weiter gebracht haben und reifer werden ließen.“

Eintracht Frankfurt gegen Racing Straßburg: Das Spiel live im TV und Stream

Erst als er sich mit 21 dem FC Valenciennes anschloss, nahm seine Karriere Fahrt auf, konnte er das Bedienen im Laden aufgeben. Sein Vorbild auf dem Rasen ist übrigens kein Geringerer als Sergio Ramos von Real Madrid, „defensiv ist der ein Monster“, findet Kenny Lala.

(Von Thomas Kilchenstein)

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