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Machte gleich einen sympathischen Eindruck: Dejan Joveljic.

Neuzugänge

Im Schnitt alle 92 Minuten ein Tor: Eintracht-Neuzugang Dejan Joveljic ist ein „absoluter Knipser“ 

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Luka Jovic ist weg, Dejan Joveljic ist da. Der neue Angreifer von Eintracht Frankfurt glänzt mit einer beeindruckenden Torquote. 

Frankfurt - Bei der Eröffnungspressekonferenz Mitte dieser Woche arbeitete Adi Hütter gemeinsam mit den Reportern eine ganze Reihe an Themen ab. Die gute vergangene Saison von Eintracht Frankfurt mit den vielen Höhepunkten im Europapokal zum Beispiel, auch die Ansatzpunkte, um die kommende Runde womöglich zu einer noch erfolgreicheren zu machen. Und zu guter Letzt sprach der Trainer auch über die neuen Fußballer in seinem Bundesligakader, unter anderem über Dejan Joveljic.

Was ihm dabei anzumerken war: Hütter wollte es partout vermeiden, den sich zumindest für die Journalisten aufdrängenden Vergleich zwischen dem 19-jährigen Serben und seinem namentlich so ähnlich klingenden 21-jährigen Vorgänger anzustellen. Also sprach er davon, dass Joveljic zwar „ein talentierter Spieler“ sei, ein „absoluter Knipser“, der aber noch Zeit zur Entwicklung brauche. Als der 49-Jährige es fast geschafft hatte, rutschte ihm doch der Name von Luka Jovic heraus. Also fing Hütter seinen Versprecher rasch wieder ein, und sprach über das Offensichtliche: „Ohne, dass Dejan in die Fußstapfen von Luka treten muss, aber er hat natürlich schon einen ähnlichen Weg hinter sich.“ Ganz gewiss.

Eintracht Frankfurt: Jovic und Joveljic spielten für den gleichen Verein

Sowohl Jovic als auch Joveljic wurden in der serbisch-bosnischen Grenzstadt Bijeljina geboren, beide schlossen sich als Kinder dem serbischen Vorzeigeklub Roter Stern Belgrad an, Jovic erlebte sein Profidebüt mit 16, Joveljic mit 17. Gerade erst spielten beide gemeinsam für Serbien bei der U21-EM in Italien. Während der mittlerweile zu Real Madrid transferierte Jovic vor zwei Jahren über den Umweg Lissabon nach Frankfurt wechselte, schoss sich Joveljic vergangene Saison mit elf Toren in 24 Pflichtspielen, darunter zwei in der Champions League, ins Visier mehrere deutscher Klubs.

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Stuttgart, Hoffenheim und Mainz sollen Interesse gezeigt haben, die Eintracht erhielt den Zuschlag, stattete Joveljic mit einem Fünfjahresvertrag aus und überwies fünf Millionen Euro nach Belgrad. Gestern stellte er sich in Frankfurt vor, seine ersten Sätze sprach er auf eigenen Wunsch hin auf Deutsch: „Guten Tag, ich bin glücklich, bei Eintracht Frankfurt zu sein. Ich brauche noch Zeit, um Deutsch zu lernen, bald werde ich es aber besser können, versprochen.“

Ein sympathischer Anfang, den der junge Mann mit dem kurzgeschorenen Haar und dem dünnen Oberkörper im anschließenden Gespräch bestätigte. Auf gutem Englisch beantwortete er die Fragen der Reporter: Warum er denn zur Eintracht gekommen sei? „Weil es ein großer Klub ist, genau der richtige, um mich zu entwickeln.“ Inwiefern ihm der Vergleich mit Jovic gefalle? „Luka ist ein toller Typ, aber ich möchte mich nicht mit ihm vergleichen. Man sollte nicht vergessen, dass ich zwei Jahre jünger bin. In Zukunft kann ich vielleicht sein wie er.“ Welcher Typ von Stürmer er denn sei? „Ich bin ein harter Arbeiter, der weiß, wie man Tore schießt.“

Tatsächlich: Die Trefferquote von Joveljic, der in Frankfurt bereits eine Wohnung gefunden hat, in seiner Freizeit gerne Schach spielt und ab Sonntag im Trainingslager in der Schweiz ebenso wie die Nationalspieler Ante Rebic, Filip Kostic, Mijat Gacinovic, Taleb Tawatha, Frederik Rönnow und Evan Ndicka zur Mannschaft stoßen wird, ist beachtlich. In der A-Jugend schoss er mal 33 Tore in nur 14 Spielen, vergangene Saison war er bei Roter Stern zwar kein Stammspieler, nutzte aber seine Einsätze zur Eigenwerbung. Joveljic brauchte für elf Treffer gerade mal 1021 Minuten – im Schnitt alle 92 Minuten ein Tor. Nicht schlecht. Zum Vergleich: Jovic netzte alle 122 Minuten ein, Sebastien Haller brauchte 156.

Eintracht Frankfurt: Paciencia glänzte als „Joker“

Nur einer im Frankfurter Kader kann, rein an dieser Statistik gemessen, mit Joveljic mithalten: Goncalo Paciencia. Auch der Portugiese benötigte nur knapp 92 Minuten je Bude, wenngleich es natürlich leichter fällt mit dem Toreschießen, als eingewechselter, frischer Stürmer in einer Schlussphase auf müde Verteidiger zu treffen, statt sich 90 Minuten abzurackern. Der 24-Jährige jedenfalls deutete sein Potenzial an. Er traf per Kopf und kann auch am Fuß mit dem Ball umgehen. Dazu hat er einen muskulösen Körper und ist für direkte Duelle mit den Verteidigern zu gebrauchen. Einzig an Schnelligkeit mangelt es ihm. „Jeder kennt die große Qualität von Luka, er hat fantastisch gespielt, aber jetzt ist es Zeit, andere Lösungen zu finden“, sagte Paciencia am Donnerstag, nachdem er im Testkick beim Siebtligisten DJK Bad Homburg viermal getroffen hatte.

Daraus lässt sich freilich wenig ablesen, zurzeit aber ist Paciencia vom Angreifer Nummer vier hinter Haller, Jovic und Rebic immerhin an die dritte Stelle nach vorne gerutscht. Da Rebic, so ist zu hören, ganz gerne den Verein wechseln würde und die Eintracht ihm bei einem hohen Angebot (rund 40 Millionen Euro) wohl keine Steine in den Weg legen würde, dürfte sich im Frankfurter Angriff noch etwas tun. Sollte Rebic gehen, wird ein neuer Hochkaräter verpflichtet, ganz klar. „Aber“, sagt Paciencia selbstbewusst, „ich will mehr. Ich will mehr spielen, mehr Tore schießen und mehr Erfolg mit der Mannschaft.“

VON DANIEL SCHMITT

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