Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt - Pressekonferenz Stefan Ilsanker
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Stefan Ilsanker von Eintracht Frankfurt.

SGE

Eintracht Frankfurt: Stefan Ilsanker auf Schmusekurs mit den Fans

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Stefan Ilsanker wechselte von RB Leipzig zu Eintracht Frankfurt. Auf einer Pressekonferenz begab er sich auf Schmusekurs mit den SGE-Fans.

Frankfurt - Stefan Ilsanker gab dann kurz vor Ende seiner Vorstellungsrunde im Pressekonferenzraum der Frankfurter Arena zu Protokoll, dass er ganz grundsätzlich „sehr harmoniebedürftig“ ist. Auch sei es ihm wichtig, „dass mein Wort bei anderen Gewicht hat“, äußerte der von Eintracht Frankfurt gerade erst am 31. Januar verpflichtete Mittelfeldspieler. In diesen Kontext sind gewiss auch die weiteren Aussagen einzuordnen, bei denen der großgewachsene Abräumer vor der Abwehr auffällig auf Schmusekurs ging mit den Frankfurter Fußballfans. Diese hatte er vor rund zwei Jahren noch als „Vollidioten“ bezeichnet, nachdem bei einer Protestaktion bezüglich Montagsspielen hunderte Tennisbälle auf den Rasen geflogen waren. Ilsanker, damals noch Angestellter von RB Leipzig und damit ein fröstelnder Gegenspieler der Hessen, hatte das unter dem Eindruck der Emotionen an jenem 19. Februar 2018 schlicht als Nonsens empfunden.

Eintracht Frankfurt: Ilsanker kam für 500.000 Euro von RB Leipzig

Mittlerweile hat der 30-jährige Österreicher das Lager gewechselt, für nicht viel mehr als 500 000 Euro Ablöse, und dann bereits in Düsseldorf einen ersten 45-minütigen Einsatz im Eintracht-Trikot absolviert. Den 3:1-Pokaltriumph gegen Leipzig betrachtete er dagegen aufgrund der Absprache, gegen den Ex-Klub nicht auflaufen zu dürfen, nur von der Tribüne aus. Und war offensichtlich begeistert ob der Unterstützung von den Rängen: „Die Fans waren ein wichtiger Faktor für den Wechsel. Es gibt weltweit nicht viele lautere Stadien. Hier ist es für keinen Gegner leicht. Ich bin froh, jetzt auf der Heimseite stehen zu dürfen.“ Die Anhänger könnten daher von ihm künftig „hundertprozentigen Einsatz auf und neben dem Platz“ erwarten, sagte Ilsanker.

Und in der Tat: Leidenschaftlicher Fußball ist das, was den 1,90-Meter-Mann schon immer ausgezeichnet hat. Ob einst bei RB Salzburg, wo er als junger Bursche schon mit dem kurz vor dem Karriereende stehenden Adi Hütter, seinem heutigen Trainer, in der zweiten Mannschaft zusammenkickte („Er war ein Vollprofi“), oder später beim nächsten Brauseklub in Leipzig, wo er rasch zum Fanliebling avancierte – Stefan Ilsanker geht keinem Zweikampf aus dem Weg, schon mal gar keinen Kopfballduell, ein feiner Techniker ist er dagegen eher nicht. Ilse, wie er nicht nur von den Kameraden, sondern auch von seinem Vater Herbert, ein ehemaliger Torhüter (Austria Salzburg, Mainz 05), gerufen wird, eilt der Ruf voraus, nicht lange zu fackeln und gerne auch mal die Grätsche auszupacken.

Eintracht Frankfurt: Hütter und Hinteregger ausschlaggebend für Ilsanker

Neben Trainer Hütter war auch ein zweiter alter Bekannter ausschlaggebend für den Wechsel an den Main: Martin Hinteregger. „Ich kenne Hinti noch aus jungen Jahren bei RB Salzburg und später aus dem Nationalteam. Wir waren ständig in Kontakt und er hat Recht behalten: Die Eintracht ist ein geiler Verein“, berichtete Ilsanker.

Er sei sehr herzlich empfangen worden. „Ich fühle mich wahnsinnig wohl und hatte einen schönen Einstand mit dem ersten Punkt, Einsatz und dem Weiterkommen im DFB-Pokal“, sagte Ilsanker. Privat wolle er seine Kollegen in den kommenden Wochen aber natürlich noch näher kennenlernen, und sie dann auch mal auf einen von ihm initiierten Mannschaftsabend einladen. Stefan Ilsanker, ein grundsätzlich harmoniebedürftiger Typ.

Von Daniel Schmitt

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