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Wen holen wir denn jetzt? Trainer Adi Hütter.

Personalien

Haller-Nachfolge: Adi Hütter mit klarer Aussage

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Eintracht-Trainer Hütter über die Haller-Nachfolge, den Stand bei Rebic und die Causa Trapp.

Frankfurt - Für den Donnerstagabend hatte Eintracht-Trainer Adi Hütter noch zur gemütlichen Runde vor dem Fernseher geladen: In der Wohnung des Österreichers schauten sich der 49-Jährige und seine Assistenten den nächsten Frankfurter Gegner an, es flimmerte das Europacup-Spiel zwischen Radnicki Nis und Flora Tallinn über das TV-Gerät. 

Während in kleiner Runde eifrig analysiert wurde, arbeitete die Mannschaft tagsüber im großen Kreis gleich doppelt an ihrer Form. Vormittags ließ Coach Hütter viele Torabschlüsse trainieren, wobei sich Neuzugang Dejan Joveljic auffällig treffsicher präsentierte. Nachmittags wurden in einem Trainingsspiel über das komplette Feld, und unter Ausschluss der Öffentlichkeit, einige taktische Varianten einstudiert. Zudem nahm sich Hütter zwischen den Einheiten ausgiebig Zeit für Fragen einiger Reporter. Dabei sprach der Trainer über...

...seinen Eindruck vom Zustand der Mannschaft nach zweieinhalb Wochen Vorbereitung: Auf der einen Seite sind wir im Vergleich zum letzten Jahr deutlich weiter. Auf der anderen beginnt die Saison ja diesmal auch viel früher. Grundsätzlich ist der Zustand des Teams aber relativ gut, nun werden die kommenden Spiele in der Europa-League-Qualifikation mehr Aufschluss bringen.

...die Reaktion der Mannschaft auf die Abgänge der Stürmer Luka Jovic und Sebastien Haller: Dass Luka geht, war schon länger klar. Und bei Seb kam das auch nicht völlig überraschend. Vielleicht haben wir es nicht unbedingt gewollt, aber ich habe schon im Trainingslager in der Schweiz gesagt: Wenn der Spieler es möchte, dann wird es eine Lösung geben. Und so ist es gekommen, das gehört dazu. Es ist ja nicht so, dass wir durch den Abgang vor den Kopf gestoßen werden. Wir konnten damit rechnen, dass der eine oder andere geht.

...den Zeitplan bei der Stürmersuche: Wir haben mit Ante Rebic, Goncalo Paciencia und Dejan Joveljic drei Stürmer im Kader. Daher ist es nicht so, dass wir von heute auf morgen einen neuen Angreifer präsentieren müssen. Viel wichtiger ist, Ruhe und Geduld zu haben, um auf den richtigen Mann zu warten. Wir werden nicht nervös, ganz im Gegenteil.

...Torhüter Kevin Trapp*, den die Eintracht nach der Leihe in der Vorsaison gerne wieder zu sich holen würde, der aber auch bei anderen Klubs Interesse geweckt hat: Dass Kevin grundsätzlich wieder gerne zu uns möchte, ist bekannt. Dass sich jetzt, wie zu lesen war, der FC Porto und AS Rom einschalten, das ist halt so. Ich beteilige mich nicht an Spekulationen. Aber man muss einen Plan B haben.

...den letztjährigen Ersatzkeeper Frederik Rönnow, ob dieser der angesprochene Plan B sein könnte und er ihm die Rolle als Nummer eins zutraut: Die Situation für Freddy ist sicher nicht so einfach, aber auch mit ihm gibt es klare Absprachen. Jedem Spieler, der da ist, traue ich zu, dass er für Eintracht Frankfurt spielen kann.

...seine Eindrücke von Rönnow: Mir gefällt er trotz der schwierigen Umständen für ihn sehr gut. Er wurde vergangene Saison als Nummer eins geholt, aufgrund seiner Knieverletzung am Anfang der Runde sind wir aber das Risiko nicht eingegangen. Dann hat sich die Möglichkeit mit Kevin aufgetan, der in Frankfurt ein absoluter Hero ist, ein Schlüsselspieler. Wenn es möglich ist, soll Kevin kommen. Es ist klar, dass das für Freddy nicht angenehm ist.

...die Planungen mit Rückkehrer Daichi Kamada: Da sind wir noch in der Warteschleife. Er ist bisher ein Gewinner der Vorbereitung, weil er nicht nur physisch, sondern auch als Persönlichkeit einen Riesenschritt gemacht hat. Er ist ein Spieler, der möglicherweise interessant sein kann.

Wie geht es mit Ante Rebic weiter?

...den aktuellen Stand beim angeblich wechselwilligen Ante Rebic: Ante ist ein Spieler, den sich wohl fast jeder Trainer im Team wünscht. Aber ich höre natürlich auch die Wechselgerüchte. Vielleicht will er sich verändern, vielleicht will er dableiben, es ist alles offen. Aber klar: Wir müssen schauen, dass wir knapp 50 Tore ersetzen. Darüber machen wir uns Gedanken. Wir müssen einen oder vielleicht noch einen zweiten Stürmer finden – wenn wir wissen, wie es mit Ante weitergeht –, damit wir trotzdem wieder in vorderster Front gut besetzt sind.

...die These, dass die Mittelfeldspieler nach den Abgängen der Stürmer künftig mehr Torgefahr ausstrahlen müssen: Das kann man sicher besser machen als in der vergangenen Saison. Jetzt haben wir aber mit Dominik Kohr einen Spieler geholt, bei dem ich schon das Gefühl habe, dass er Zug zum Tor hat. Auch Djibril Sow hat das vergangene Saison in Bern besser gemacht. Ich kann mir vorstellen, dass wir uns bei diesem Aspekt verbessern werden.

...die Wahrscheinlichkeit, dass noch ein neuer offensiver Mittelfeldmann kommen wird: Priorität hat erst mal ein neuer Stürmer, denn ansonsten sind wir eigentlich ganz gut aufgestellt.

Aufgezeichnet: Daniel Schmitt

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