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Bas Dost soll für die Tore sorgen.

Kommentar

Eintracht Frankfurt bietet Gutes zum Schluss

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Ob Eintracht Frankfurt den Ausritt ihres kompletten Sturms kompensieren kann, zumindest halbwegs, wird die Zukunft zeigen. Ein Kommentar.

Es ist scheinbar zum guten Brauch geworden, dass Eintracht Frankfurt einen Teil ihrer Personalakquise gerne auf den letzten Drücker verschiebt. Das war vor zwei Jahren so, als Ante Rebic und Kevin-Prince Boateng kurz vor Toresschluss kamen, im vergangenen Jahr standen urplötzlich Kevin Trapp und Filip Kostic auf der Matte, in diesem Jahr sind es Bas Dost und André Silva. Das ist dem immer komplizierteren Transferwesen geschuldet, vielleicht steckt auch ein wenig Strategie dahinter, eine Prise Zockerei allemal, zum Ende purzeln zuweilen die Preise. Bislang ist Eintracht Frankfurt mit den späten Transfers gut gefahren, sie waren allesamt Volltreffer. 

Und dieses Mal? Es spricht nicht viel dagegen, dass Bas Dost und André Silva das Frankfurter Ensemble bereichern, der erste Eindruck etwa des Niederländers war vielversprechend. Ein wichtiges Tor beim Debüt – vielmehr kann man von einem stürmenden Neuzugang nicht verlangen. Und beim berauschenden Playoff-Finale am vergangenen Donnerstag ist sein Fehlen nicht ins Gewicht gefallen, weil die Kollegen sich zu einer wahren Energieleistung aufgerafft hatten. Ein bisschen gefährlich war es schon, dass sich die Verpflichtung des kantigen Stürmers derart verzögert hatte. Für die enorm wichtigen Partien gegen Racing Straßburg war Dost deshalb nicht spielberechtigt, das hätte auch schiefgehen können. 

Eintracht Frankfurt und die Hängepartie

Die Verwunderung über die lange Hängepartie hatte natürlich auch damit zu tun, dass spätestens seit Juli klar war, dass der Klub eine Vakanz im Sturmzentrum hatte, Luka Jovic und Sebastien Haller hatten da der Eintracht schon den Rücken gekehrt. Es hat sich schließlich alles zum Guten gewendet, und Bas Dost und André Silva haben jetzt wegen der Bundesligapause zwei Wochen Zeit, sich zu integrieren, die Mannschaft besser kennenzulernen und aufzunehmen, welchen Fußball Trainer Adi Hütter spielen lassen will. Derlei Basics werden normalerweise in der sechswöchigen Vorbereitungszeit vor der Saison gelegt. Aber so lange Transfers bis in die neue Saison hineinreichen können, so lange wird es Wechsel kurz vor Ultimo immer geben.

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Ob Eintracht Frankfurt den Ausritt ihrer kompletten „Büffelherde“ kompensieren kann, zumindest halbwegs, wird die Zukunft zeigen, Jovic, Haller und Ante Rebic hatten bemerkenswerte 41 der 60 Frankfurter Tore in der vergangenen Bundesligarunde geschossen, das sind zwei Drittel aller Treffer. Die wollen erst einmal erzielt sein, die Fußstapfen der besonderen drei sind groß.

Eintracht Frankfurts Mannschaft hat Perspektive

Dessen ungeachtet ist die Mannschaft, soweit man das bislang beurteilen kann, ordentlich aufgestellt; im Mittelfeld sogar qualitativ besser als im Vorjahr. Die Breite im – mit 30 Mann (zu) großen – Kader ist gegeben, ein leistungsfördernder Konkurrenzkampf ebenfalls. Dieses Team wird in dieser Runde noch mehr über Geschlossenheit, Mentalität und den Kollektivgedanken kommen und weniger auf individuelle Geistesblitze von Rebic oder Jovic vertrauen können. Das muss per se kein Nachteil sein. Dazu kommt, dass mit dem Erreichen der Europa League wieder jener Kitt angerührt ist, der das Gebilde Eintracht Frankfurt im Kern zusammenhält. Die europäischen Auftritte werden dem Klub den nötigen Schub für die Liga liefern. Der Auftakt in diese Runde ist mit zwei Siegen gelungen, im Pokal ist man, anders als im Vorjahr, noch dabei und ein Überwintern in drei Wettbewerben in realistischer Reichweite. Die Perspektiven sind also, nach gewissen Anlaufschwierigkeiten, durchaus rosig.

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