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Gleich schlägt es ein: Lars Stindl verdirbt den Frankfurtern mit seinem 3:3-Ausgleichstreffer kurz vor Schluss ganz gehörig die Laune.

Eintracht geht spät k.o.

Eintracht Frankfurt: Nackenschlag in der Nachspielzeit

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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  • Daniel Schmitt
    Daniel Schmitt
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Bis zur 89. Minute sieht Eintracht Frankfurt gegen Gladbach wie der sichere Sieger aus, am Ende steht das neunte Sieglos-Spiel in Folge.

Es lief bereits die letzte der sechs Nachspielminuten, als Eintracht Frankfurt mal wieder die Felle davon schwimmen sollten. Bis zur 89. Minute hatten die Hessen nach den Toren von André Silva (2) und Aymen Barkok mit 3:1 in Front gelegen, sie hatten eine wirklich gute Partie gegen den Champions-League-Achtelfinalisten Borussia Mönchengladbach gespielt, viel, viel besser als man ihr zugetraut hatte. Sie hatte Möglichkeiten zum 4:1 und es schien nur eine Frage der Zeit, bis der erste Dreier nach zuvor acht sieglosen Begegnungen eingetütet wäre. Doch es wurde wieder nichts mit dem so sehr ersehnten Sieg.

Eintracht Frankfurt: Borussia Mönchengladbach dreht das Spiel

In den letzten sechs Minuten drehten die Gladbacher diese Partie noch, kamen durch den Dreifachtorschützen Lars Stindl (14., 89. und 90+5.) noch zu einem höchst schmeichelhaften 3:3 (3:1). Knackpunkt war sicherlich der Platzverweis von Kapitän David Abraham, der in der 81. Minute mit Gelb-Rot vom Feld musste. Danach hatten die Gäste, die über sehr lange Strecken der Partie wenig auf die Reihe bekamen, die Oberhand, schnürten die Hausherren ein. „Ohne die Gelb-Rote Karte“, fand hinterher auch ein tief frustrierter Sportdirektor Bruno Hübner, „geht hier nur einer als Sieger vom Platz, und das sind wir.“ Schade sei die Punkteteilung, stimmte Coach Adi Hütter mit ein: „Wir sind sehr, sehr traurig. Die Mannschaft hat fußballerisch, läuferisch und kämpferisch überzeugt. Wir hätten ein Sieg verdient gehabt.“

Das Remis „fühlt sich wie eine Niederlage an“, sagte daher auch Amin Younes, den Trainer Hütter erstmals von Anfang an brachte, „das ist eine Riesenenttäuschung, denn wir haben ein tolles Spiel gemacht, auch fußballerisch.“ Libero Makoto Hasebe war ebenso enttäuscht, „sehr bitter“ sei das Remis nach einem insgesamt „sehr guten Spiel“.

In der Tat schwang sich die Eintracht nach anfänglichen Schwierigkeiten zu einer reifen Leistung auf, sie hätte den Sieg auch verdient gehabt, war sehr lange die viel bessere Mannschaft. Doch gegen Ende trumpften die Gladbacher auf, denen man die internationale Mehrfachbelastung im Schlussspurt nicht anmerkte. „Wir hätten in Unterzahl cleverer spielen müssen“, monierte Hasebe. Auch Trainer Hütter fand, dass man die beiden Gegentore in der Nachspielzeit besser hätte verteidigen müssen. „Da haben wir uns nicht gut angestellt.“

Eintracht Frankfurt baut die Mannschaft um

Der Frankfurter Trainer hatte sein Team im letzten Heimspiel dieses ungewöhnlichen Jahres erwartungsgemäß umgebaut und gleich mit einer Überraschung aufgewartet. Younes, seit Anfang Oktober vom SSC Neapel ausgeliehen, durfte erstmals nach fünf Kurzeinsätzen (139 Minuten) von Anfang an ran. Das war deswegen eine kleine Überraschung, weil der Coach noch tags zuvor gesagt hatte, der frühere deutsche Nationalspieler habe wegen Corona-Quarantäne und einer leichteren Verletzung zuletzt „keinen Rhythmus“ finden können. Für ihn musste Kreativkopf Daichi Kamada weichen, der jüngst eher matt wirkte. Younes und Aymen Barkok bildeten gemeinsam mit dem wieder genesenen André Silva die Frankfurter Offensive. Linksverteidiger Evan Ndicka musste wegen eines im Training erlittenen Schlags auf dem Knöchel passen, für ihn rutschte Altmeister Hasebe ins Team.

Erstaunlicherweise fand Eintracht Frankfurt auch in dieses Spiel nicht hinein, wie so oft in der jüngeren Vergangenheit. Wieder stand die Mannschaft in er ersten Viertelstunde neben den Schuhen, sie wirkte nicht richtig wach, viel zu langsam für die flinken Gladbacher. Die waren anfangs turmhoch überlegen, stürzten die Frankfurter Hintermannschaft von einer Verlegenheit in die nächste. Keine Überraschung war es dann, dass die Gäste vom Niederrhein in der 14. Minute in Führung gingen, Stindl schlenzte eine Freistoß aus 22 Metern ins Tor. Vielleicht hätte Torwart Kevin Trapp einen Mann mehr in die Mauer beordern sollen. Da sah es nicht besonders gut aus für die Hessen.

Eintracht Frankfurt: Deutliche Führung zur Pause

Und dass Eintracht Frankfurt dann mit einem 3:1 in die Pause würde gehen können, hätte zu diesem Zeitpunkt ohnehin keiner erwarten dürfen. Ein Doppelschlag von André Silva (21. und 24.) brachte die Hessen in Front, erst verwandelte er abgezockt einen Handelfmeter, dann veredelte der Portugiese einen feinen Pass des sehr agilen Barkok. Und Barkok war es auch, der in der 32. Minute zum Tanz bat: Wie auf dem Bolzplatz in der Nordweststadt, dort, wo der 22-Jährige groß geworden ist, spielte er halb Gladbach schwindelig, zog die Kugel mit der Sohle an den Verteidigern vorbei und schob lässig ins Tor. Das hatte einen Hauch von Jay-Jay Okocha, der Eintracht-Ikone der 90er-Jahre, es war ein Tor, das mit Sicherheit die Fans auf den Rängen von den Sitzen gerissen hätte. Es war ein Tor zum Genießen, zum Mit-der-Zunge-Schnalzen.

Ohnehin spielte die Eintracht nach der ersten verbummelten Viertelstunde dann richtig gut. Im gleichen Maß ließen die Gladbach nach, die Hessen trumpften ordentlich auf, hatten das Spiel komplett unter Kontrolle. „Ein großes Kompliment dafür“, sagte Hütter. Barkok blühte nach seinem Zaubertor auf, auch Younes streute viele kleine technische Feinheiten in sein Spiel ein. Silva war vorne ein ständiger Unruheherd. Der Eintracht tat gut, dass dieses Mal deutlich mehr Spieler mit von der Partie waren, die mit dem Ball nicht auf Kriegsfuß stehen. Und Younes, neben Djibril Sow und Hinteregger der dritte Eintrachtler, der eine Gladbacher Vergangenheit hat, hätte nach 64 Minuten den Sack zumachen können, doch sein Schlenzer aus elf, zwölf Minuten flog am Tor vorbei.

Das sollte sich rächen. In der letzten Viertelstunde überschlugen sich dann die Ereignisse, erst sah David Abraham die zweifelsohne recht harte Ampelkarte, dann verwandelte Stindl einen vom immer unkonzentrierter werdenden Barkok an Breel Embolo verschuldeten Elfmeter zum 2:3. Und Sekunden vor dem Ende verhagelte erneut Stindl per Kopf der Eintracht komplett die Laune. Coach Hütter beschloss den Abend wie folgt: „Wir haben die Sache richtig gut gemacht, aber natürlich ist es jetzt an der Zeit, dass wir mal wieder ein Spiel gewinnen.“

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