Kölns Sportdirektor Horst Heldt (l), Kingley Ehizibue (oben) und Torschütze Jhon Cordoba jubeln nach dem Treffer zur 1:0 Führung.
+
Kölns Sportdirektor Horst Heldt (l), Kingley Ehizibue (oben) und Torschütze Jhon Cordoba jubeln nach dem Treffer zur 1:0 Führung.

Eintracht Frankfurt

Gegner-Check: Der 1. FC Köln ist heiß auf Punkte in Frankfurt 

  • Sascha Mehr
    vonSascha Mehr
    schließen

Eintracht Frankfurt trifft in der Bundesliga auf den 1. FC Köln. Wir haben den Gegner der SGE unter die Lupe genommen.

Köln/Frankfurt - Die Eintracht gerät mehr und mehr unter Druck. Das 0:1 auf Schalke war bereits das fünfte Spiel in Folge ohne Sieg in der Bundesliga. Die Abstiegsplätze kommen immer näher und die SGE benötigt dringend Punkte. Die nächsten drei Zähler sollen gegen den 1. FC Köln werden, der auf Platz 17 und damit mitten im Abstiegskampf steckt.

In Köln regiert das Chaos. Eigentlich nichts ungewöhnliches, aber in dieser Saison sind die Ausmaße selbst in der Domstadt über dem Normalen der vergangenen Jahre. Auch nach dem Aufstieg in die Bundesliga, der nicht euphorisch gefeiert, sondern als Korrektur eines Betriebsunfalls angesehen wurde, kehrte in den Verein keine Ruhe ein. Der Spielplan meinte es nicht gut mit dem FC und so war ein schwacher Start keine große Überraschung. Durch die Pleiten zum Start war das Selbstvertrauen angeknackst und auch die Partien gegen Mannschaften auf Augenhöhe endeten wenig zufriedenstellend. Negativer Höhepunkt der Krise war der Rücktritt von Sportdirektor Armin Veh, der nach der Heimniederlage gegen die TSG Hoffenheim sein Amt niederlegte. Das 1:2 gegen die Kraichgauer war auch der letzte Einsatz von Trainer Achim Beierlorzer auf der Bank der Kölner. Die Spielidee des Trainers passte einfach nicht zum Kader - das muss sich Armin Veh ankreiden lassen, der für die Sommertransfers verantwortlich war. 

Eintracht Frankfurt-Gegner Köln: Heldt und Gisdol sollen es richten

Das Duo Horst Heldt (Sportdirektor) und Markus Gisdol (Trainer) sollen den 1. FC Köln nun vor dem erneuten Abstieg in die 2. Liga retten - ein schweres, aber kein unmögliches Unterfangen. Dem Kader fehlen Führungsspieler, die vorangehen und an denen sich die Kollegen hochziehen können. Kapitän Jonas Hector ist eher ein stiller Vertreter, Marco Höger hat mit seiner eigenen Leistung zu kämpfen und Marcel Risse ist weit weg von der ersten Elf. Dazu kommt mit Anthony Modeste ein ehemaliges Glanzlicht des FC, das seit seiner Rückkehr aus China völlig außer Form ist. 

Trainer Markus Gisdol, der bereits die TSG Hoffenheim und den Hamburger SV in vergleichbaren Situationen spektakulär zum Klassenerhalt führte, setzt auf die Grundtugenden: Einsatz, Willen, Überlebenskampf. Spieler, die nicht mitziehen, haben keine Chance auf Einsätze. Zu spüren bekam das bereits Kingsley Schindler, der unter Vorgänger Beierlorzer noch Stammkraft war. Die letzten beiden Partien stand der ehemalige Kieler nicht einmal mehr im Spieltagskader. 

Eintracht Frankfurt gegen 1. FC Köln - das Spiel im Liveticker

Beim neuen Coach bekommen auch junge Nachwuchskräfte ihre Chance. Neben den beiden Eigengewächsen Noah Katterbach (18) und Ismail Jakobs (20), die bereits vor seiner Amtszeit in der Bundesliga debütierten und weiterhin zum Stammpersonal zählen, fand sich gegen Leverkusen plötzlich der 17-jährige Jan Thielmann in der Startelf. Der eigentlich für die Kölner A-Jugend auflaufende Mittelfeldspieler machte seine Sache ordentlich und zeigte den geforderten Einsatz. 

Eintracht Frankfurt-Gegner: Köln hat Selbstvertrauen getankt

Durch den 2:0-Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen schöpft der FC neuen Mut und Selbstvertrauen im Kampf um den Klassenerhalt. Die aktuell nicht gerade vor Selbstbewusstsein strotzende Eintracht sollte sich in Acht nehmen vor diesen Kölnern, die frech aufspielen und der SGE kämpferisch alles abverlangen werden. Symptomatisch nach dem Derby-Sieg des FC war die Aussage der Fans, nachdem die Mannschaft zum Feiern in die Kurve kam: „Die Fans haben uns nach dem Spiel gesagt, dass sie uns alles verzeihen, solange wir so kämpfen wie heute. Das wissen wir, aber es war sehr emotional, das noch mal so persönlich zu hören“, wie Spieler Rafael Czichos bei geissblog.de sagte.

Spielerisch ist die Eintracht den Gästen überlegen, trotzdem muss auch der Einsatz stimmen, damit die Kölner nicht aufgebaut werden und aus Frankfurt etwas Zählbares mitnehmen.

Von Sascha Mehr

Kommentare