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Leihtrainer Hannes Wolf. Foto: AFP
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Leihtrainer Hannes Wolf.

Bundesliga

Eintracht-Gegner Bayer Leverkusen: Wolf krempelt den Spielstil der Hurratruppe um

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
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Leihtrainer Hannes Wolf soll die ungestüme DNA des Teams von Bayer Leverkusen ändern.

Leverkusen - Der Fußballtrainer Hannes Wolf hat offenbar eine gewisse Affinität zur Leichtathletik, zumindest führt er gerne Vergleiche zwischen den Sportarten an. Nachdem Wolf Ende März bei Bayer Leverkusen Peter Bosz ablöste und damit zum ersten Leihtrainer der Bundesligageschichte wurde, erklärte er: „Normal ist eine Saison ein Marathon. Jetzt ist es nur ein 800-Meter-Lauf.“ Anfang dieser Woche, vier Partien später, ergänzte er: „Wir müssen zum Sprint ansetzen.“ Was er damit sagen will: Die Spiele werden weniger, die Strecke kürzer. Will Bayer 04 das Ziel Europa, gar die Champions League klarmachen, muss sich das Team sputen.

Es ist ja schon eine ungewöhnliche Situation, die sich da derzeit darstellt. Ein Leverkusener Modellversuch, der zwar im Gegensatz zum Tübinger trotz Bundesnotbremse weiterlaufen darf, aber ebenso auf wackligen Beinen steht. Hannes Wolf, 40, geboren in Bochum, einst von Jürgen Klopp als Jugendcoach nach Dortmund geholt, später mit dem VfB Stuttgart in die Bundesliga aufgestiegen und über weitere Trainerstationen beim Hamburger SV und in Genk vor einem halben Jahr beim DFB gelandet. Dieser Mann sollte die deutsche U-18-Auswahl coachen, schließlich hatte er als dreimaliger Juniorenmeister im Nachwuchsbereich seine Fähigkeiten mehrfach nachgewiesen.

Bayer Leverkusen: Hannes Wolf überzeugt nur bedingt

Doch Jugend ist nicht Bundesliga, und Bundesliga ist halt irgendwie doch besser. Also bat Wolf, nachdem der Leverkusener Chef Rudi Völler seine Bereitschaft abgefragt hatte, den Verband vorerst um eine knapp dreimonatige Leihe ins Rheinland - womöglich, falls es dort gut läuft, mit Aussicht auf einen Komplettwechsel des Trainerpostens. Der DFB willigte ein, wollte Wolf die Chance nicht verbauen, offerierte ihm gar die Möglichkeit, ab Sommer zurückzukehren.

Allerdings: Obwohl die Leverkusener bisher unter Hannes Wolf aus vier Spielen manierliche sieben Zähler einheimsten, drängte sich der Übergangscoach bisher noch nicht wirklich für eine Daueranstellung auf. Der Sieg gegen Schalke war einer aus der Kategorie Pflichterfüllung, zudem mir 2:1 nicht gerade rauschhaft, das Remis bei der TSG Hoffenheim ein Langweiler-Kick, das 3:0 in Köln gerade in der Höhe ziemlich schmeichelhaft und die 0:2-Pleite beim FC Bayern eindeutig.

Bayer Leverkusen: Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt

Für Leverkusen und Hannes Wolf hängt viel am Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt am Samstagabend (18.30 Uhr), und die Hessen haben momentan erstaunliche neun Punkte Vorsprung. Geht es schief, droht das Verpassen des Europapokals. Gelingt ein Sieg, ist die Champions League noch drin.

Wolf hat in seinem kurzen Wirken ganz schön viel verändert. Er krempelte mal eben den Spielstil der Leverkusener Hurra-Truppe um. Weniger Attacke, mehr Abwehr. Im Grunde ein nachvollziehbarer Ansatz, da Bayer unter dem Offensivverfechter Bosz zu oft grandios ins Verderben rannte, aber eben auch eine ziemlich abrupte Abkehr von der jahrelang geförderten Klub-DNA.

Leverkusen war immer dann stark, auch wunderbar anzuschauen für neutrale Beobachter:innen, wenn die offensiven Rädchen, die schnellen Außenstürmer und die Techniker in der Zentrale, ineinander griffen. Dazu agiert der Pillenklub mittlerweile weniger dominant: Die Ballbesitzquote verringerte sich unter dem Übergangstrainer von stolzen 58 Prozent auf 50.

Zuletzt gegen den FC Bayern bot Wolf nur drei ernsthaft offensiv denkende Profis auf. Mal davon abgesehen, dass es gegen die Eintracht mit den im Kader vorhandenen Offensivspielern (Diaby, Schick, Amiri, Wirtz, Bellarabi, Bailey) auch wieder ganz anders aussehen können, mutet der Leverkusener Modellversuch bisher nicht so an, als habe er noch eine allzu lange Zukunft.

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