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Bislang wechselt Trainer Adi Hütter (rechts) Rückkehrer Luka Jovic nur ein.
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Bislang wechselt Trainer Adi Hütter (rechts) Rückkehrer Luka Jovic nur ein.

SGE

Luxusproblem bei Eintracht Frankfurt: Wann spielt Luka Jovic von Anfang an?

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Eintracht-Trainer Adi Hütter befindet sich in der Zwickmühle: Es läuft für sein Team, und Weltklassestürmer Luka Jovic lauert noch auf der Bank. Doch es gibt Lösungen.

Frankfurt - Nach dem märchenhaften Debüt mit zwei Toren gegen den FC Schalke 04 haben viele der wenigen Beobachter vor Ort ihren Augen kaum trauen wollen: Da spulte der Matchwinner Luka Jovic, just von Real Madrid an Eintracht Frankfurt ausgeliehen, kurz nach dem Anpfiff noch im voll ausgeleuchteten Waldstadion etliche Steigerungsläufe ab, von Strafraum zu Strafraum, in ordentlichem Tempo, während die neuen, alten Kollegen längst unter der heißen Dusche standen. Er habe noch ein paar konditionelle Defizite aufzuarbeiten, hieß es offiziell, die lange Absenz vom Spielbetrieb in Spanien habe Spuren hinterlassen. Selbst der 23 Jahre alte Vollblutstürmer sagte in der vergangenen Woche noch in einer Videoschalte, er müsse erst noch auf die 100 Prozent Fitness kommen. Der Mann soll behutsam aufgebaut werden.

Eintracht Frankfurt: Luxusproblem im Angriff

Drei Wochen ist es jetzt her, dass den Hessen dieser Coup gelungen ist, viermal ist Luka Jovic bislang zum Einsatz gekommen, nie von Anfang an. In der Regel wechselt ihn Trainer Adi Hütter ab der 60. Minute ein, auf 105 Minuten ist der serbische Nationalspieler so bei der Eintracht gekommen seit seiner Rückkehr. Die Zeit hat er prompt zu drei Toren genutzt. In der internen Torschützenliste steht er damit hinter André Silva (16) und dem nach Brügge abgewanderten Bas Dost (4) schon auf Platz drei.

Die große Frage ist: Wann spielt Luka Jovic von Anfang an?

Im Grunde ist es ja absurd: Da ist ein „Weltklassestürmer“ (Hütter), der noch dazu verlässlich trifft, bei einer Mannschaft wie Eintracht Frankfurt nicht erste Wahl. Kann eigentlich gar nicht sein, und dass sich die Eintracht einen derartigen Luxus leisten kann, ist allemal sehr bemerkenswert.

Eintracht Frankfurt: Jovic hat die Defizite aufgeholt

Dass Jovic noch nicht in der Startelf stand, hat nicht nur mit seinem Fitnesszustand zu tun, die Defizite sollte er inzwischen aufgeholt haben, außerdem ist ja auch in Madrid trainiert worden. Er spielt momentan deswegen nicht die erste Geige, weil das von Adi Hütter ausgetüftelte Spielsystem anders ausgerichtet ist. Seit der Partie gegen Borussia Mönchengladbach (3:3) agiert die Mannschaft mit einer Spitze (Silva) und zwei sogenannten Zehnern (Younes und Kamada/Barkok) dahinter, zudem mit zwei spielstarken defensiveren Akteuren (Hasebe und Sow). Mit dieser Strategie, die prompt mit einer enormen spielerischen Weiterentwicklung einherging, holten die Frankfurter in acht Spielen sechs Siege, spielten zweimal unentschieden. Diese Taktik ist die Formel für den aktuellen Erfolg der Eintracht, damit spielt sie einen hinreißend attraktiven Fußball und gilt als Mannschaft der Stunde.

Und diese so erfolgreiche Formation soll Adi Hütter nun ohne unmittelbare Not auseinanderreißen?

Dafür spricht jetzt nicht viel. Luka Jovic wird sich noch gedulden müssen. Bisher geht der Angreifer sehr professionell mit der Situation um, Ärger macht er keinen, er ordnet sich unter, so wie sich das für Teamplayer gehört. Zudem vertraut Jovic dem Frankfurter Trainer, der ihn erst zu dem Ausnahmestürmer gemacht hat, der er jetzt ist. Dazu gibt es momentan nicht viel Anlass, an der Taktik groß etwas zu verändern, der Erfolg gibt Hütter, gibt der Mannschaft Recht, die weiterhin strikt Kurs auf die Champions-League-Plätze nimmt. Und Jovic als Joker zu bringen, ist auch ein klares Zeichen: Dieses Team kann jederzeit nachlegen und Qualität von der Bank bringen.

Eintracht Frankfurt: Jovic hat sich verbessert

Adi Hütter wird den richtigen Zeitpunkt finden müssen, wird genau überlegen müssen, wann er Jovic für die Startelf nominiert. Und wie er dann spielen lassen will. Denkbar ist, dem Vielspieler André Silva eine Pause zu gönnen, allerdings hat der Portugiese derzeit einen Lauf, er trifft nach Belieben. Sinn würde eine Pause also nicht machen, zumal die Belastung ohne Pokal und internationale Spiele überschaubar ist.

Hütter könnte Luka Jovic auch hinter der einen Spitze einsetzen, an der Seite von Amin Younes, also als verkappter Zehner. Der Serbe war zu Zeiten der Büffelherde zuweilen auch jener, der hinter Sebastien Haller und Ante Rebic versetzt agierte. Und technisch hat er sich in Madrid noch verbessert, die Pässe, die er in seinen Kurzauftritten spielte, zeigten dies deutlich. Dafür müsste Daichi Kamada vermutlich weichen. Oder Hütter beginnt mit dem Sturmduo Silva/Jovic und lässt dafür einen Zehner auf der Ersatzbank. Und wenn Adi Hütter ganz mutig ist, dann könnte er beide Angreifer und zwei Zehner bringen. Es wäre die denkbar offensivste Variante, aber auch jene mit dem größten Risiko.

Möglichkeiten also gibt es viele, und mit solch Frankfurter Luxusproblemen setzt sich ein Fußballlehrer gerne auseinander – selbst wenn er weiß, dass er à la longue in die Zwickmühle gerät.

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