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Nimmt er Spieler mit, wer folgt ihm eigentlich nach?
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Nimmt er Spieler mit, wer folgt ihm eigentlich nach?

SGE

Eintracht Frankfurt: Nimmt Fredi Bobic bei einem Abgang Spieler mit?

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Wie geht es nun bei Eintracht Frankfurt im verzwickten „Fall Bobic“ weiter? Die FR gibt Antworten.

  • Fredi Bobic will Eintracht Frankfurt nach der laufenden Saison verlassen.
  • Wie geht es weiter mit dem Sportvorstand der SGE?
  • Die FR beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema Fredi Bobic.

Bleibt er oder geht er? Nimmt er Spieler mit, wer folgt ihm eigentlich nach? Die Personalie Fredi Bobic beschäftigt derzeit Eintracht Frankfurt, mehr als ihr lieb ist, vieles ist offen. Die FR beantwortet die wichtigsten Fragen.

Besteht die Möglichkeit, dass Fredi Bobic über das Saisonende hinaus bleibt und seinen Vertrag bis 2023 erfüllt?

Denkbar ist das schon. Aber extrem unwahrscheinlich. Selbst eine mögliche Teilnahme an der Champions League würde daran nichts ändern. Bobic hat klar zu verstehen gegeben, dass er zu neuen Ufern aufbrechen und neue Projekte anschieben möchte. Ohnehin war Eintracht Frankfurt für ihn stets ein Job auf Zeit. Dessen ungeachtet hat er in Frankfurt viel auf den Weg gebracht, die Erfolge des Klubs und dessen Standing in der Liga sind in hohem Maß sein Verdienst.

Eintracht Frankfurt: Sofortiges Ende nicht vorgesehen

Wie wahrscheinlich ist ein sofortiges Ende in Frankfurt?

Ist nicht vorgesehen und war auch auf der Sitzung der Räte am Mittwoch kein Thema. Allerdings ist auch diese Variante denkbar: Sollte Hertha eine Ablöse zahlen, vielleicht sogar mehr als die im Raume stehenden fünf Millionen Euro, könnte Bobic die Eintracht sofort verlassen. Diese Lösung würde einen möglichen Interessenkonflikt verhindern. Schließlich fragen sich in Frankfurt nicht wenige, ob Bobic schon für die Hertha plant, aber noch von der Eintracht bezahlt wird. Ein rascher Wechsel in die Hauptstadt würde in das sehr ambitionierte Konzept von Hertha-Geschäftsführer Carsten Schmidt passen: „Wir werden bis zum Ende der Saison die Strategie für die nächsten fünf Jahre erarbeiten.“ Und die soll Bobic konzipieren.

Was zieht Bobic nach Berlin?

Mehrere Gründe. Zum einen die familiären Bande. Seine Frau Britta und die Töchter Celine und Tyra leben seit langem in Berlin-Dahlem. Und natürlich die millionenschweren, sehr ehrgeizigen Vorhaben bei der Hertha. Bis zum Herbst will Investor Lars Windhorst seine Finanzspritze auf 374 Millionen Euro ausgebaut haben. Und die Hertha, aktuell in arger Abstiegsnot, mit dem Kopf aber in den Wolken, plant ganz groß: Geschäftsführer Schmidt hat jüngst im Magazin „Horizont“ in aller Bescheidenheit dargelegt, wohin die Reise gehen soll: an die internationale Spitze. „Wir haben einen Traditionsverein mit der Bereitschaft zur Veränderung und mit einer Finanzausstattung, die Hertha BSC bisher so nicht gekannt hat. Wir wollen die größte Aufholjagd, die der deutsche und vielleicht der internationale Fußball je erlebt hat, einleiten und zum Erfolg führen“, ließ sich Schmidt zitieren. Fredi Bobic soll dabei sein, das sind genau die Aufgaben, die ihn reizen, zumal er selbst für die Hertha spielte. Und der zweifache „Manager des Jahres“ könnte über ein beträchtliches finanzielles Volumen verfügen, im Gespräch ist ein Budget von 500 Millionen Euro, er könnte richtig klotzen. Und: Die Hertha würde sein Jahressalär auf 3,2 Millionen Euro verdoppeln.

Eintracht Frankfurt: Bobic bringt Unruhe in den Verein

Färbt der Hickhack um den Sportvorstand auf die sportlichen Ambitionen der Eintracht ab?

Mannschaft und Trainer bestreiten, wonach die Diskussionen um den Chef Einfluss auf den sportlichen Erfolg habe. Man solle das Thema „nicht so hoch hängen“, empfahl unlängst Torwart Kevin Trapp, auch Trainer Adi Hütter glaubt, dass das Team das Hickhack völlig ausblenden könne. In der Tat hätte ein geplanter Wechsel auf der Position des Trainers gravierendere Auswirkungen (siehe Mönchengladbach). Aber natürlich hat die Personalie Bobic Unruhe in den Klub gebracht, seit Tagen wird kaum ein anderes Thema erörtert. Und Unruhe in einem Klub ist nie gut, zumal gerade Eintracht Frankfurt in den letzten Jahren auch deshalb so prima dastand, weil es kein Theater gab – sieht man mal vom sich in die Länge ziehenden Abgang von Niko Kovac nach München ab – ein Umstand, den Fredi Bobic übrigens harsch kritisierte. Und: Sollten die Hessen die nächsten Spiele nicht gewinnen, dürfte das Thema erneut aufploppen.

Welches Bild hat Eintracht Frankfurt in der Auseinandersetzung abgegeben?

Die Verantwortlichen haben Rückgrat und Stärke gezeigt, sind die heikle Angelegenheit mit Ruhe und Souveränität angegangen. Sie sind aus dem von Fredi Bobic provozierten Machtkampf als klarer Sieger hervorgegangen und haben nebenbei auch noch die Mär aus der Welt geschafft, wonach es angeblich verbindliche Wechsel-Zusagen an Bobic gegeben habe. Sie haben mit ihrer klaren Linie ein Signal gesetzt, indem sie sich nicht haben unter Druck setzen lassen, stattdessen Loyalität und Vertragstreue eingefordert haben. Das wirkt nach innen wie nach außen. Für die klare Haltung haben die Frankfurter in der Branche einigen Respekt erfahren. Das ist im Hinblick auf die Nachfolgersuche nicht unwichtig, denn: Starke Klubs ziehen starke Leute an.

Wie geht es weiter?

Allgemein wird erwartet, dass die Hertha auf die Eintracht zukommt, entweder in Person von Präsident Werner Gegenbauer oder Investor Lars Windhorst. Verhandlungspartner ist auf Frankfurter Seite Aufsichtsratschef Philip Holzer. Der frühere Investmentbanker, der im „Fall Bobic“ einen harten Kurs fuhr und sich profilieren konnte, hat klare Bedingungen definiert, die einen Wechsel im Sommer ermöglichen können. Eine davon ist eine entsprechende Kompensationszahlung, die in einer Vertragsauflösung münden würde. Mindestens fünf Millionen Euro sollen es sein. Nicht auszuschließen ist, dass Bobic selbst als Verhandlungsführer auftritt – an den Konditionen würde das nichts ändern. Die anstehende Bundesligapause in zehn Tagen wäre ein geeigneter Zeitpunkt, um Gespräche anzuschiebenen.

Eintracht Frankfurt: Bobic könnte Spieler mitnehmen bei einem Wechsel

Kann Fredi Bobic Spieler oder Mitarbeiter mitnehmen?

Theoretisch ja. Nicht auszuschließen, dass er enge Vertraute aus dem System reißt und bei seinem neuen Klub installiert. Doch die Eintracht hat die ihr wichtig erscheinenden Personen an den entscheidenden Stellen an sich gebunden, allen voran Kadermanager Ben Manga. Vertraglich gebundene, aber begehrte Spieler wie Filip Kostic, Evan Ndicka oder André Silva könnte der frühere Nationalstürmer kontaktieren und ködern, allerdings setzen dann die üblichen Mechanismen ein: Es wäre eine Frage der Bereitschaft der Spieler und eine Frage des Preises. Bei Luka Jovic wäre es etwas anderes: Der Stürmer gehört Real Madrid, zu den Königlichen und den Jovic-Agenten hält Bobic besten Kontakt. Finanzieren könnte die Hertha den Serben.

Wie wird der Nachfolger sein?

Der Hauptausschuss, bestehend aus den Räten Holzer, Peter Fischer sowie Stephen Orenstein, wird sich diesem Thema jetzt mit Hochdruck annehmen. Kandidaten gibt es viele, es ist nicht ausgeschlossen, dass die Eintracht ihren Mann aus einem Vertrag herausholen muss. Interessant ist die Frage des Profils: Ob es einen Nachfolger gibt, der quasi ein Bobic-Klon ist, also mit gutem Netzwerk, guten Kontakten. Oder eher ein unbeleckter Novize, der aber über Strahlkraft verfügt. So einer, nur als Beispiel, wie Bastian Schweinsteiger. Oder man sucht einen, der in der zweiten Reihe steht, aber den nächsten Schritt machen will. So wie Sebastian Kehl bei Borussia Dortmund. Auf Christoph Spycher zu warten, der ein Jahr in Bern gebunden ist, scheint eher keine Option zu sein.

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