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Hat alles im Blick und alles im Griff: Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic.
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Hat alles im Blick und alles im Griff: Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic.

SGE

Eintracht-Boss Bobic mit klarem Corona-Plan

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt begegnet der Corona-Krise mit einem auf Seriosität und Vorsicht fußenden Plan. Bas Dost steht kurz vor einem Abgang nach Brügge.

  • Die Corona-Krise hat Eintracht Frankfurt finanziell schwer gebeutelt.
  • SGE-Boss Fredi Bobic hat einen klaren Plan, wie die Eintracht mit der Krise umzugehen hat.
  • Unterdessen steht Bas Dost kurz vor einem Abgang.

Frankfurt - Pünktlich zum Heiligen Abend hat sich der Frankfurter Fußballlehrer Adi Hütter ein paar Gedanken zu diesem auf allen Ebenen merkwürdigen und einschneidenden Corona-Jahr gemacht. Durch den abschließenden 2:0-Erfolg beim FC Augsburg in der Bundesliga gehe er „mit einem positiven Gefühl“ aus dem ersten Abschnitt der Saison. Grundsätzlich, sagte der Trainer, blicke er auf ein „schwieriges Jahr“ zurück, „es war eine Riesenherausforderung für alle Beteiligten“.

Hütter schlug bewusst moderate, bescheidene Töne an, „wir sind privilegiert, dass wir diesen Job ausüben dürfen, auch das ist nicht selbstverständlich“, führte der 50-Jährige demütig aus. „Wir können das richtig einschätzen und sind dankbar dafür.“ Rein sportlich gesehen gehe für Eintracht Frankfurt unter diesen alles andere als normalen Umständen „ein gutes Jahr zu Ende“.

Eintracht Frankfurt: Fredi Bobic spricht über mögliche Neuzugänge

17 Punkte aus 13 Spielen, um einen Moment beim Fußballsport zu bleiben, ist eine ordentliche Ausbeute, ganz okay, aber natürlich klar ausbaufähig. Mit einem ähnlichen Punkteschnitt aus den verbleibenden 21 Begegnungen wird es nichts mit einem internationalen Startplatz, da wäre es eher mausgraues Mittelfeld.

Doch spielerisch scheint die Mannschaft auf dem richtig Weg zu sein: Mit einer Stabilisierung des aktuellen Leistungsniveaus könnte noch was gehen nach oben. Oder gibt es gar im Winter externe Verstärkungen?

Im vergangenen Sommer agierte die Eintracht auf dem Transfermarkt zurückhaltend, auch jetzt dürfte es nicht viel Bewegung geben. „Das ist in erster Linie eine wirtschaftliche Frage“, sagte Sportchef Fredi Bobic. „Eine Notwendigkeit sehe ich nicht unbedingt. Eher vielleicht, dem einen oder anderen Spieler, der derzeit hinten ansteht, den Weg zu einer anderen Chance zu ermöglichen.“ Einem Profi wie Danny da Costa also, der mit seinem Status als Ergänzungsspieler logischerweise unzufrieden ist. Ein Winterwechsel scheint dennoch nicht besonders realistisch.

Bas Dost kurz vor Abgang bei Eintracht Frankfurt

Doch dann ploppte am Mittwoch die Meldung auf, wonach der FC Brügge erneut an Mittelstürmer Bas Dost baggert, der seinen Stammplatz wieder verloren hat und auch nicht abgeneigt sei. Der belgische Meister, melden Zeitungen aus Dosts niederländischer Heimat, soll sich mit dem 31 Jahre alten Hünen bereits auf einen Vertrag bis 2022 geeinigt haben. Das deckt sich mit FR-Informationen. Die Eintracht gibt sich zugeknöpft.

Der FC Brügge, das ist Fakt, hatte bereits im Sommer verbrieftes Interesse, die Klubs konnten sich über finale wirtschaftliche Modalitäten aber nicht einigen, weshalb der Deal in letzter Minute scheiterte. Die Eintracht wollte seinerzeit knapp sieben Millionen erlösen.

Ein Transfer erscheint aktuell nur dann infrage zu kommen, wenn der Frankfurter Bundesligist einen Stürmer in der Hinterhand hätte, schließlich steht als gesunder Angreifer neben Dost nur André Silva zur Verfügung. Im Sommer gab es hochkarätige Alternativen, und jetzt? Aus heiterem Himmel trifft Fredi Bobic so etwas nicht, für den Fall der Fälle ist er immer vorbereitet – auch in dieser Spielzeit unter besonderen Vorzeichen, einer Spielzeit, die mit normalen Maßstäben nicht zu messen ist.

Bobic über die Eintracht: „Geht nicht um einen oder zwei Tabellenplätze besser oder schlechter“

„In dieser Saison geht es nicht um einen oder zwei Tabellenplätze besser oder schlechter“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic dem „Kicker“. „Es geht nur darum, das Schiff in ruhigen Gewässern zu halten.“ Und nicht abzusaufen. Eine wohltuend gedämpfte und realistische Einschätzung der Lage. Die ist durch die Corona-Pandemie dramatischer denn jemals zuvor.

DFL-Chef Christian Seifert prognostiziert in den kommenden eineinhalb Jahren einen Umsatzrückgang von etwa 20 Prozent, macht summa summarum zwei Milliarden Euro. Ein ganz schöner Batzen. Der DFL-Boss soll aufgrund der aktuellen Planzahlen der Bundesligisten einigermaßen erschüttert gewesen sein und wähnt einige Akteure in der Fußballblase (Manager, Berater, Spieler) noch immer im Wolkenkuckucksheim. Dass manch Klub im Corona-Würgegriff sogar das Personalbudget noch ausbauen will, sorgt in der Liga für Irritationen. Seifert orakelt, dass es im Sommer für den einen oder anderen Verein „eng“ bis „sehr eng“ werden könne. Gerade für die, die schon vorher schlecht bis hundsmiserabel gewirtschaftet haben.

Dazu zählt Eintracht Frankfurt nicht, aber den vor Covid-19 boomenden und prosperierenden Traditionsklub hat es schwer gebeutelt. Fredi Bobic war der Erste, der die unbequeme Wahrheit öffentlich aussprach, eine Umsatzhalbierung auf 140 Millionen Euro und eine „wirtschaftliche Vollbremsung“ ankündigte. Das war Anfang Juli.

Die Lage bei Eintracht Frankfurt ist ernst

Viele in der Liga hielten Bobics Vorpreschen für übereilt und übertrieben. Pustekuchen. Mittlerweile geht die Eintracht von fehlenden Einnahmen in Höhe von 80 bis 90 Millionen Euro aus. Um ihre Großprojekte abzusichern, erwirkte sie gar eine Landesbürgschaft in Höhe von 16 Millionen Euro. Die Lage ist ernst.

Der Verein fährt einen harten Sparkurs, die Mannschaft verzichtet seit Beginn der Pandemie auf 20 Prozent ihres Gehalts und wird dies bis Saisonende tun. Klar ist, dass es danach nicht einfach so weitergehen soll wie zuvor. Der Verein erwägt sehr wohl, die Verträge der Spieler den Gegebenheiten des veränderten Fußball-Geschäfts anzupassen, sprich Änderungsklauseln durchzudrücken.

Das wäre absolut in Christian Seiferts Sinne, der klarstellte, dass eine Reduzierung der Millionengagen alternativlos sei, um für einige Klubs das Überleben zu sichern. „Die Zahlen auf der Umsatzseite“, sagte er, „sprechen eine so klare Sprache.“ Die Eintracht kalkuliert seriös und defensiv. Risiko-Invests wird es nicht geben – selbst wenn Bas Dost geht.

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