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Eintracht Frankfurt: Die Besten sind gegen Bielefeld zurück

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Von: Thomas Kilchenstein

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Kevin Trapp und Filip Kostic könnten nach positiven Corona-Tests in der vergangenen Woche gegen Arminia Bielefeld schon wieder auf dem Rasen stehen.
Kevin Trapp und Filip Kostic könnten nach positiven Corona-Tests in der vergangenen Woche gegen Arminia Bielefeld schon wieder auf dem Rasen stehen. © ActionPictures/imago

Filip Kostic und Kevin Trapp, zuletzt schmerzlich vermisst, melden sich voller Tatendrang zurück. Vor allem das Powerpaket Kostic soll die dichte Bielefelder Abwehr knacken.

Frankfurt - Am Montag, beim ersten lockeren Training nach dem Sonntagsspiel in Augsburg, hat der Frankfurter Trainer seinen Angreifer Jesper Lindström zur Seite genommen. Es gab Redebedarf. Oliver Glasner war es ein besonderes Anliegen, seinem aktuell etwas glücklosen Stürmer nicht nur den Rücken zu stärken, sondern ihm für viele „tolle Aktionen“ zu gratulieren. „Denk mal drei, vier Monate zurück, da wärst du froh über solche Torchancen gewesen“, habe der Coach dem 21 Jahre alten Dänen mit auf den Weg gegeben. Er solle sich nur nicht verunsichern lassen.

Lindström, der Shootingstar von Eintracht Frankfurt, war es nämlich, der in den vergangenen beiden Spielen gegen Borussia Dortmund (2:3) und FC Augsburg (1:1) jeweils glasklare Möglichkeiten versiebt hatte, Chancen, die bei besserer Verwertung ganz sicher zu zwei Siegen geführt hätten. Er, Lindström, möge, bitteschön, seine Lockerheit, Unbekümmertheit und Leichtigkeit behalten, denn nur dadurch komme er überhaupt zu solch günstigen Gelegenheiten. Glasner ist sich nach dem Gespräch mit dem schnellen Tempodribbler aber ziemlich sicher: „Das bringt ihn nicht aus der Bahn.“

Ohnehin beunruhigt den Fußballlehrer der momentan etwas legere Umgang der Frankfurter Profis mit hochkarätigen Einschussgelegenheiten nicht sonderlich, „in keiner Weise“. Es habe immer unterschiedliche Phasen gegeben, es habe eine gegeben, bei der „wir wenig Effektivität“ an den Tag gelegt hatten, dann eine, „in der wir sehr effektiv“ waren. Jetzt sei man eben in der Situation, „die eine oder andere Großchance liegen gelassen“ zu haben. Anlass zur Sorge sieht Glasner deswegen nicht. „Das hat meinen nächtlichen Schlaf nicht negativ beeinflusst.“ Viel mehr sei es für ihn „sehr schön anzusehen, dass wir in jedem Spiel zu solch klaren Torchancen kommen“. Das Kreieren von Möglichkeiten sei doch ohnehin erst die Voraussetzung, um überhaupt Tore zu erzielen.

Filip Kostic wieder zurück im Team von Eintracht Frankfurt

Womöglich fällt es Lindström und Co am Freitag (21.01.2022) im Heimspiel vor 1000 zugelassenen Schauern gegen Arminia Bielefeld (20.30 Uhr/live im Stream von DAZN) leichter, einen (oder mehrere) Treffer zu erzielen, weil der beste Vorlagengeber wieder mit von der Partie ist: Filip Kostic wird, wie der ebenfalls negativ getestete Kevin Trapp, zurück ins Team rücken. Beide hatten bekanntlich coronabedingt das Auswärtsspiel in Augsburg verpasst.

Und die eine oder andere Stimme war laut geworden, wonach die Hessen diese Partie sicherlich für sich entschieden hätten, hätten die beiden Besten mitgewirkt. Gerade das Gesamtpaket Kostic hätten die Frankfurter schmerzlich vermisst, es konnte „nicht eins zu eins ersetzt“ werden, sagte Glasner. Seine Hereingaben, seine Standards, seine tiefen Läufen - all die „außergewöhnlichen Qualitäten“ des Serben hatten gefehlt. Qualitäten, mit denen eine dicht gestaffelte Hintermannschaft durchaus in Verlegenheit zu bringen ist. Und Arminia Bielefeld, so viel scheint sicher zu sein, wird sein Glück in Frankfurt auch zuvörderst in einer stabilen Defensive sehen.

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Eintracht Frankfurt gegen Arminia Bielefeld im Live-Ticker

Mit dem Spiel nach vorne ist der 47 Jahre alte Österreicher mittlerweile aber grundsätzlich zufrieden. „Wir sind immer in der Lage, schön nach vorne zu kombinieren“, sagt Glasner. Sein Offensivquartett Daichi Kamada, Rafael Borré, Kostic und Lindström finde immer besser zueinander, harmoniere immer besser. „Sie haben ja auch mehr Spielzeit zusammen.“ Und der positive Trend setze sich bei allen fort, Rafael Borré etwa, der Stürmer aus Kolumbien, war in den letzten sechs Bundesligaspielen stets mindestens an einem Tor beteiligt. Ihm band Glasner regelrecht Kränze. Er sei „immer fleißig, und aufmerksam, versucht immer das umzusetzen, was wir ihm mitgeben. Dafür wird er jetzt belohnt“, sagte Glasner. Borré sei vor allem läuferisch ein Vorbild. Er, Glasner, habe für Geduld plädiert beim Neuzugang von River Plate. Freilich sieht auch Oliver Glasner bei der oftmals einzigen Sturmspitze Verbesserungspotenzial. Die Gradlinigkeit zum Tor gehe ihm noch ein wenig ab, er könnte zielstrebiger sein und auch mal mit der Pike aufs Tor schießen.

Eintracht Frankfurt: Trainer Oliver Glasner kann nahezu aus dem Vollen schöpfen

Borré gehört übrigens mit Kamada und Ajdin Hrustic zu den drei Eintracht-Profis, die am übernächsten freien Wochenende (29., 30. Januar), an dem die Bundesliga pausiert und auch keine Länderspiele in Europa terminiert sind, „rund um den Globus“ unterwegs sind, wie der Coach sagte. In dieser Zeit hat Glasner die Möglichkeit, wie gewünscht intensiver mit einem nahezu kompletten Kader zu üben und das tun, was Trainer am liebsten tun: Fußball lehren. Allerdings wird auch die Regeneration nicht zu kurz kommen, nach einem Testspiel am kommenden Donnerstag gibt es drei Tage frei.

Schon jetzt kann Oliver Glasner nahezu aus dem Vollen schöpfen, die personelle Lage hat sich weitgehend entspannt. Selbst Langzeitverletzte wie Christopher Lenz und Jens Petter Hauge sind so weit hergestellt, dass sie größere Umfänge des Mannschaftstrainings absolvieren können. Ein kleines Fragezeichen hinter einem Einsatz am Freitag gibt es bei Abwehrkante Martin Hinteregger, den leichte Probleme im Schambeinbereich plagen. Ohnehin hat „Hinti“ seine Mühe, einen Platz im Team zu finden. Makoto Hasebe, seit dem 18. Januar 38 Jahre alt, Evan Ndicka und Tuta sind gesetzt. Gerade der Brasilianer Tuta hat sich in die richtige Richtung entwickelt, „er macht seine Sache auf konstant hohem Niveau immer besser“, lobte Glasner. (Thomas Kilchenstein)

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