Eintracht Frankfurt

Sebastian Rode mahnt: „Es hapert gewaltig“

  • Thomas Kilchenstein
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Sebastian Rode, Mittelfeldspieler bei Eintracht Frankfurt, reist mit Sorgen zum Spiel beim FC Bayern, seinem Ex-Klub.

  • Eintracht Frankfurt steht vor der nächsten schweren Aufgabe in der Bundesliga
  • Am Samstag (23.05.2020) sind die Hessen in München zu Gast
  • Mittelfeldspieler Sebastian Rode kennt die Bayern aus der Vergangenheit und warnt

Aus gegebenem Anlass ist Sebastian Rode dieser Tage gefragt worden, ob er sich derzeit an die nicht so furchtbar erfolgreich verlaufene Saison 2010/2011 erinnert fühlt. Und ob er, der das Debakel damals als junger Profi am eigenen Leib erlebt hatte, womöglich daraus gelernt habe. Es war die Runde, in der Eintracht Frankfurt schmählich abgestiegen ist, nach der viel zitierten „Rückrunde der Schande“ mit ganzen acht Punkten. Zur Winterpause hatten die Hessen 26 Zähler auf dem Konto, das sollte nicht reichen. Das könne man keinesfalls miteinander vergleichen, sagt Sebastian Rode, auf gar keinen Fall. Zum einen habe man bereits zehn Rückrundenpunkte geholt, mehr als damals, zum anderen verfüge man aktuell über eine gute Mannschaft, eine bessere als damals. Er sei durchaus „optimistisch“, diese bislang in der Liga nicht so erfreuliche Saison zu einem ordentlichen Ende zu führen.

Sebastian Rode weiß die Lage einzuschätzen

Aber natürlich ist Sebastian Rode klug genug, die aktuelle Lage nicht schönzureden. „Unser Vorsprung ist nicht allzu groß“, sagt der 29 Jahre alte Mittelfeldterrier, „das sollte jedem klar sein“. Sowohl nach oben wie nach unten könne es schnell gehen, gerade weil die Spieltage eng getaktet seien. Rode spürt, dass der Trend derzeit gegen die Eintracht läuft, er weiß, dass Geisterspiele gerade für Teams wie die Hessen, die ihre große Stärke im Zusammenspiel mit den Zuschauern entfalten, von Nachteil sind. „Fans sind für uns ein riesiger Faktor“, sagt Rode, andererseits könnten Mannschaften, die über größere Qualität verfügen, menschenleere Ränge besser verkraften, weil „sie ruhiger aufspielen können“ und weniger Druck vom Publikum spüren.

Dummerweise muss Eintracht Frankfurt nach vier zum Teil harschen Bundesliganiederlagen an diesem Samstag zum FC Bayern, einer Elf mit ganz viel Qualität. Als Sebastian Rode, der ja zwischen 2014 und 2016 ein Bayer war, zuletzt in München spielte, mit Borussia Dortmund im April 2017, setzte es eine 1:4-Schlappe. Trotzdem sagt der „Seppl“ tapfer, er freue sich auf „die schöne Reise nach München“, vor allem mit Joshua Kimmich hat er noch regelmäßigen Kontakt. Beim letzten, eher peinlichen Auftritt in München, beim 1:5, war er wegen eines Knorpelschadens nicht dabei.

Rodes Gebot: Gras fressen

Man werde nicht umhin kommen, „viel Gras zu fressen“, sagt der 29-Jährige, vor allem „dürfen wir keine Angst haben“, zu verlieren habe man eh nichts. Und es mache auch wenig Sinn, den Fokus eher auf Schadensbegrenzung zu legen. „Abschenken“ sei „nicht zielführend“. Und: In jedem Spiel habe man eine Chance, selbst gegen scheinbar übermächtige Bayern.

17 Spieltage ist es her, dass die Eintracht eben jene Bayern mit 5;1 düpierte, nach einem spektakulären, herrlichen Spiel, erst 17 Spieltage, und doch wie aus einer anderen Zeit. Hat dieses Ergebnis die Mannschaft womöglich geblendet, ist Rode gefragt worden, denn danach begann sukzessive der Abwärtstrend. Rode findet das nicht. „Unglücklich“ hätten sich die Dinge in der Folgezeit entwickelt, er nennt die Rote Karte in Freiburg oder das Gegentor in letzter Sekunde bei Standard Lüttich. „Da sind wir in einen Strudel geraten.“

In dem stecken sie jetzt wieder. „Uns fehlt der letzte Punch“, im letzten Drittel des Feldes treffe man zu viele falsche Entscheidungen, „da hapert es gewaltig“, findet Rode, der in dieser Runde auch schon wieder 33 Pflichtspiele bestritten hat. Und gegen die Bayern geht es nach Samstag bald erneut: im Pokalhalbfinale am 9. oder 10. Juni. Mit verdeckten Karten wird die Eintracht deswegen am Samstag nicht spielen. „Der Pokal“, sagt Rode bitter, „ist zweitrangig.“ 

Von Thomas Kilchenstein 

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Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/dpa

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