Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der Anfang vom Frankfurter Europapokal-Märchen: Torro köpft das erste Tor. Foto: imago images.
+
Der Anfang vom Frankfurter Europapokal-Märchen: Torro köpft das erste Tor.

SGE

Eintracht Frankfurt hofft in der Europa League auf den Befreiungsschlag

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
    schließen

Eintracht Frankfurt hofft im Europapokal gegen Fenerbahce auf eine Initialzündung und muss das alles ohne Trainer Oliver Glasner stemmen.

Frankfurt - Die zauberhaften Nächte im Herzen von Europa kennt Oliver Glasner nur aus Funk und Fernsehen. Oder vom Hörensagen. Doch natürlich hat der Trainer von Eintracht Frankfurt eine vage Vorstellung von diesem speziellen Fluidum, diesem Prickeln, wenn das Flutlicht scheint und das internationale Parkett ausleuchtet. Europapokal in Frankfurt löst einen besonderen Kitzel aus. „Die Eintracht hat oft gezeigt, dass sie dann noch mal einen Gang hochschalten kann“, sagt der 47-Jährige. Und schränkt sich postwendend ein. Denn eigentlich sieht er gar nicht mehr so viel Luft nach oben. Zumindest sportlich betrachtet. „Einen Gang hochschalten wird schwierig, denn vom Engagement und der Bereitschaft her sind die Jungs top.“ Von den Resultaten eher weniger, aber das nur am Rande.

Wenn am Donnerstag (21 Uhr) die Europapokalsaison im Stadtwald mit dem Heimspiel gegen Fenerbahce Istanbul eröffnet wird, wird es aber nicht so sein wie vor zwei, drei Jahren, als Eintracht Frankfurt ihren Triumphzug quer über den Kontinent antrat. Im Spätsommer 2021 macht Corona einen Strich durch die Rechnung, die Arena wird nur zur Hälfte ausgelastet sein. Und selbst wenn 25 000 Fans in der Lage sind, für einen stimmungsvollen Rahmen zu sorgen, wie die Heimpartien gegen Augsburg und Stuttgart gezeigt haben, gilt generell festzuhalten: Diese Magie entfaltet sich nicht per Knopfdruck, das Zusammenspiel zwischen Fans und Mannschaft, die Gesamtkomposition war damals etwas Einzigartiges. Das lässt sich nicht beliebig wiederholen.

Eintracht Frankfurt fiebert Rückkehr auf die internationale Bühne entgegen

Eintracht Frankfurt fiebert der Rückkehr auf die internationale Bühne trotzdem entgegen, auch Djibril Sow, der Dauerläufer im Mittelfeld, ist freudig erregt und hofft inständig auf den Europa-Effekt: „Es herrscht eine elektrisierende, unglaubliche Stimmung. Das ist noch mal extremer als in der Bundesliga.“ Bei voller Kapelle zumindest.

Der Schweizer Nationalspieler hat die pulsierenden Nächte bereits erlebt, wenn auch nur in abgeschwächter Form: Seine erste Saison war die zweite Europa-League-Runde unter Adi Hütter. Es war eine gute, aber lange nicht so erfolgreiche und emotional aufgeladene wie die Spielzeit 2018/19, die erst an der Stamford Bridge im Halbfinale ein Ende fand: An einem denkwürdigen Abend mündete das Elfmeterschießen gegen den FC Chelsea in einem Meer von Tränen.

Eintracht Frankfurt hofft, die Geschichte von 2018 wiederholen zu können

Ein Jahr später, Corona hatte die Welt bereits im Würgegriff, schied Eintracht Frankfurt gegen den FC Basel im Achtelfinale aus – 0:3 im Hinspiel, im ersten von vielen folgenden Geisterspielen im März 2020, 0:1 in Basel fünf Monate später. Raus ohne Applaus.

Eintracht Frankfurt hofft aktuell eher darauf, dass sich die Geschichte von 2018 wiederholt. Parallelen sind unverkennbar. Damals waren die Hessen unter dem neuen Trainer Adi Hütter ebenfalls bescheiden in die Saison gestartet: Supercup-Klatsche gegen die Bayern, Pokal-Aus in Ulm, drei Punkte in der Meisterschaft. Unruhe machte sich breit. Und dann folgte das erste Euro-League-Spiel in Marseille, auch ohne Publikum, das die Eintracht drehte und durch Tore von Lucas Torro und Luka Jovic mit 2:1 gewann. Es war die Initialzündung, die Wende zum Guten und der Startschuss zu einer fulminanten Saison. Das betonte auch Ex-Coach Hütter mehrfach. „Ansonsten hätte es für mich nach sieben Spielen vorbei sein können.“ Es wurden drei außerordentlich erfolgreiche Jahre.

Eintracht Frankfurt: Ein Befreiungsschlag würde der SGE guttun

So ein Befreiungsschlag wie damals würde der Mannschaft heute gut tun, ein Brustlöser, der plötzlich das fließen lässt, was gerade stockt. Natürlich spürt die Mannschaft, dass es nicht rund läuft, dass sie viel investiert, aber relativ wenig Ertrag bekommt. „Kleine Nuancen sprechen gegen uns“, sagt Mittelfeldmann Sow und nennt den Schuss von Rafael Borré in der Nachspielzeit gegen Stuttgart als Beispiel. Die Direktabnahme des Kolumbianers klatschte gegen die Latte und nicht mal unter Zuhilfenahme des Rückens des gegnerischen Torwarts über die Linie. „Das hätte unsere Initialzündung sein können“, orakelt der Marathonmann.

So aber wartet Eintracht Frankfurt weiter auf einen Sieg, der dringend benötigt wird, um etwas Ruhe in die Kiste zu bekommen. Klar ist: Nur durch Erfolge kann eine Entwicklung angeschoben werden, ständige Rückschläge lassen Zweifel wachsen und Verunsicherung entstehen, und ein Klima der Furcht ist gewiss nicht leistungsfördernd – ganz im Gegenteil. Djibril Sow ist der festen Überzeugung, dass es eine Frage der Zeit ist, bis sich etwas dreht – selbst wenn sogar schwache Kontrahenten nicht bezwungen werden konnten. „Wir müssen ruhig bleiben“, fordert der 24-Jährige. „Irgendwann gehen die Dinger auch wieder rein.“

Vergangene Saison startete für Eintracht Frankfurt auch holprig

Der Eidgenosse erinnert an die vergangene Saison, als es auch holprig losging und die Mannschaft eine ganze Reihe von Unentschieden produzierte. „Irgendwann ist es dann gekommen, dann sind die Spiele auf unsere Seite gekippt.“ Die Klasse habe das aktuelle Team auf alle Fälle. „Wir haben viele Qualitätsspieler, auch in der Breite sind wir besser als letzte Saison“, findet er und lässt sich durch den Stotterstart nicht beirren. „Wir haben eine hungrige Mannschaft. Ich denke immer noch, dass es eine geile Saison werden kann.“ Ob ausgerechnet Fenerbahce als Aufbaugegner taugt?

Coach Glasner bezeichnet die Türken als „abgezockte Truppe, sehr, sehr erfahren“, doch Antreiber Sow glaubt zu wissen, wie die Istanbuler zu knacken sind. „Intensität mögen sie nicht so.“ Fener wird sich auch in Frankfurt über Unterstützung freuen können, unheimlich viele türkische Fans haben sich mit Tickets eingedeckt. Djibril Sow zuckt mit den Schultern: „Das ist unser Stadion, wir wollen das Spiel dominieren.“

Eintracht Frankfurt muss in der Europa League auf Oliver Glasner verzichten

Auf Cheftrainer Glasner kann die Mannschaft am Donnerstagabend nicht bauen. Der Österreicher ist von der Uefa gesperrt worden, weil er als Coach des VfL Wolfsburg seine Mannschaft nach der Pause gleich dreimal zu spät aufs Feld geschickt hat und daher sanktioniert wurde. Vertreten wird er durch seinen Assistenten Michael Angerschmid.

Djibril Sow wusste davon am Dienstag noch nichts, es scheint ihn auch nicht weiter zu tangieren: „Seit die Fans wieder da sind, ist es so laut, da hört man den Trainer sowieso nicht.“ (Ingo Durstewitz)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare