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Erfolgreicher Kampf gegen Ticket-Schwarzmarkt – viele Vereinsmitglieder abgestraft

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Von: Oliver Teutsch

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Eintracht verhängt Strafen gegen knapp 100 Abzocker. Vor allem Vereinsmitglieder unter den Sündenböcken. Euro-League-Heimspiele gegen Barcelona und West Ham im Fokus.

Frankfurt – Der Europapokalsieg der Eintracht wirkt immer noch nach. Nicht nur emotional, sondern auch juristisch. Denn gegen knapp 100 vermeintliche Fans hat der Verein rechtliche Schritte unternommen, weil sie insgesamt 320 Europapokaltickets auf dem Schwarzmarkt angeboten haben sollen. Die Maßnahmen reichen von Gewinnabschöpfung bis hin zu Ausschlussverfahren aus dem Klub oder der Kündigung von Dauerkartenabos.

Unter den Fans, die mit begehrten Tickets Kasse machen wollten, seien allerdings nur acht Dauerkartenbesitzer:innen, sagte Vorstandsmitglied Philipp Reschke auf FR-Anfrage. Die Zahl der Vereinsmitglieder, die in den Fokus gerieten, sei indes bedeutend höher, was nicht überrascht, da eine Vereinsmitgliedschaft Grundvoraussetzung war, um beim dauerkartenunabhängigen Tageskartenverkauf zum Zug zu kommen. Allerdings liegt der Verdacht nahe, dass mancher seine Vereinsmitgliedschaft nur nutzt, um Kasse zu machen.

Vor allem bei den Europa-League-Spielen blühte der Schwarzmarkt für Eintracht-Tickets. (Archivfoto)
Vor allem bei den Europa-League-Spielen blühte der Schwarzmarkt für Eintracht-Tickets. (Archivfoto) © Revierfoto/Imago

Eintracht Frankfurt: Illegale Ticketangebote vor allem bei Europa-League-Krachern

Eintracht Frankfurt geht seit vielen Jahren gegen Schwarzmarkthandel vor und hat dafür eigens eine auf dieses Gebiet spezialisierte Dortmunder Kanzlei beauftragt. In den vergangenen beiden Jahren habe es allerdings keine großen Schwarzmarktaktivitäten gegeben. In der abgelaufenen Europa-League-Saison jedoch witterten offenbar einige ein Geschäft. Vor allem bei den beiden Heimspielen gegen den FC Barcelona im Viertel- sowie West Ham United im Halbfinale wurden viele Tickets auf Internetportalen wie ebay zum Verkauf angeboten, was ein klarer Verstoß gegen die Geschäftsbedingungen der Eintracht ist.

In wenigen Fällen gab es auch Ticketangebote für das Heimspiel gegen Bayern München und das Finale in der Euro League gegen die Glasgow Rangers. Allerdings habe die Eintracht hier keine Ermittlungskompetenz, da das Ticketing komplett über die Uefa abgewickelt worden war.

Eintracht Frankfurt: 100 aufgeklärte Fälle „eine gute Quote“

In 150 Fällen hatte die Eintracht Ermittlungen angestrengt, in knapp 100 Fällen war sie erfolgreich. „Das ist eine gute Quote“, sagte Reschke. Die Ermittlungen sind ihm zufolge langwierig: „Natürlich hat jeder Fall seine eigene Geschichte, seine eigenen Erklärungen und Ausreden.“ Es seien viele Schriftwechsel erforderlich, um sich ein adäquates Bild zu machen, auf dessen Grundlage die juristischen Schritte eingeleitet wurden. Bei der Bestrafung sei zwischen „Erst- und Wiederholungstätern“ und dem „unterschiedlichen Maß an Gier“ unterschieden worden. Wie viele Karten bot jemand an, und wie viel Geld wollte derjenige dafür?

Etwas Gutes hat es, dass die Ermittlungen so lange gedauert haben. Denn die Verkündung der Ermittlungserfolge kommt gerade recht vor der mit Spannung erwarteten ersten Champions-League-Saison des Vereins. Wer das Privileg, solche Karten erwerben zu dürfen, zu seinem wirtschaftlichen Vorteil und zum Nachteil der Eintracht-Fans nutze, werde „mit nachhaltigen Konsequenzen rechnen müssen“. (Oliver Teutsch)

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