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War in Wolfsburg einer der besten Frankfurter: Djibril Sow wird auch gegen Gladbach zur ersten Elf gehören.
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War in Wolfsburg einer der besten Frankfurter: Djibril Sow wird auch gegen Gladbach zur ersten Elf gehören.

SGE in der Krise

Eintracht Frankfurt vor entscheidenden Spielen: Zu viel Achterbahn

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt will endlich mit dem so lange ersehnten Sieg auf die Borussia aus Mönchengladbach aufschließen.

Hätte, hätte, Fahrradkette. Es ist ja auch verzwickt mit dieser Statistik. Hätte Eintracht Frankfurt am Freitagabend nur ein bisschen länger durchgehalten, hätte Filip Kostic seinen schwachen Fuß in der Vergangenheit nur ein bisschen besser trainiert, hätten die Hessen wenigstens einen Punkt aus Wolfsburg mitgebracht, dann wäre alles in Ordnung gewesen. „Dann würden wir jetzt von acht Spielen ohne Niederlage reden“, sagte der Frankfurter Trainer Adi Hütter. Die Pleite gegen Bayern (0:5) klammerte er einfach mal aus. Doch weil die Partie in Wolfsburg letzter Minute noch verloren ging, haftet nun die längste Serie ohne Sieg seit seinem Amtsantritt an ihm. „Das ist das Unangenehme.“

Eintracht Frankfurt in der Krise: „Wir sind nicht happy“

Vergleichbar mit der Krise vor der Winterpause der vergangenen Runde sei die aktuelle Delle freilich nicht, „da gehe ich nicht mit“, protestierte Hütter. Fest steht aber: „Wir sind nicht happy.“ Zwei Spiele sind es noch in diesem Jahr, heute Abend (18.30 Uhr/Sky) gegen Borussia Mönchengladbach, am Samstag beim FC Augsburg. Da wolle man „voll punkten“, fordert Hütter, „das ist unser Anspruch“.

Es hat ganz schön viel Kritik gehagelt nach der sehr unnötigen Schlappe in Wolfsburg, Kritik, die Hütter teilweise als berechtigt ansah. Er müsse sich etwa den Vorwurf gefallen lassen, nicht früher gewechselt zu haben, in Wolfsburg wartete er bis zu 85. Minute mit dem ersten Tausch. An seiner grundsätzlichen eher defensiven Ausrichtung wollte er aber nicht rütteln lassen, man müsse schon „intelligent an die Sache herangehene“, könne gegen eine bessere Mannschaft nicht kopflos ins Verderben stürmen. „Das hat mit mutlos überhaupt nichts zu tun“, verteidigte der Fußballlehrer seinen Standpunkt, aber wenn „wir mit einer extrem offensiven Mannschaft spielen und verlieren dann 0:3, sagt jeder, wie deppert kann man nur sein und keinen defensiven Spieler einbauen.“ Im Übrigen agiere auch nicht jeder Eintrachtler „zu 100 Prozent auf Top-Niveau“. Und doch habe man speziell in Wolfsburg bis zur 75. Minute „einiges richtig gemacht“.

Eintracht Frankfurt: Kehrt Makoto Hasebe zurück?

Weiterhin findet Adi Hütter, dass sein von ihm bevorzugte Sechser, Stefan Ilsanker, von der Öffentlichkeit zu kritisch gesehen werde. „Manche schießen sich auf den Spieler ein“, findet Hütter, ja man wolle diesen Spieler „in eine bestimmte Ecke stellen“. Er werde das nicht zulassen, allerdings räumte auch der Coach ein, dass Stefan Ilsanker zumindest vor dem zweiten und entscheidenden Wolfsburger Tor eine gewisse Schuld trifft: „Das muss er besser verteidigen.“

Unabhängig davon hat Coach zuletzt das eine oder andere im Spiel der Eintracht nicht gefallen, die Durchschlagskraft etwa habe gefehlt, das Spiel in die Tiefe sei nicht besonders gewesen, zu zaghaft habe man die Zweikämpfe geführt, speziell in Wolfsburg habe ihm die linke Seite nicht gefallen, dort wo Evan Ndicka und Filip Kostic spielten. Im Umschaltspiel verfüge man nicht über entsprechendes Tempo, was nicht an den Stürmern liege, „für die breche ich eine Lanze“, sagte Hütter. André Silva, der seine muskulären Probleme auskuriert hat und gegen die Borussia beginnen dürfte, und Bas Dost sei kein Vorwurf zu machen, sie träfen verlässlich ins Tor. Sprinter oder aggressive Forechecker sind sie allerdings nicht, sie hätten andere Qualitäten. Im Kern „ist das kein Problem, nur müssen wir dann andere Lösungen finden“. Grundsätzlich, findet Hütter, „sind wir nicht 100-prozentig zufrieden“. Er meinte damit das erste Drittel dieser Saison. „Aber es ist auch nicht alles schlecht.“

Eintracht Frankfurt: Die Balance fehlt

Adi Hütter weiß selbst noch nicht so recht, wohin die Reise geht. Zu häufig erinnere ihn das Spiel der Hessen an eine Achterbahnfahrt, manchmal sei das Gebotene „fußballerisch richtig gut“, dann folgten Phasen von erschreckender Einfallslosigkeit. Die rechte Balance ist noch nicht gefunden. „Wir sind mittendrin.“

Um das tabellarische Niemandsland zu verlassen, wären zwei Siege aus den letzten beiden Spielen dieses Jahres von Bedeutung. Gladbach, zuletzt stark strapaziert, liegt nur vier Punkte vor den Frankfurtern, „wir wollen mit einem Sieg aufschließen“, fordert der 50 Jahre alte Österreicher, „das ist unser Ziel.“

Eigentlich liegt Borussia Mönchengladbach den Frankfurtern, am Dienstagabend treffen beide Teams zum 100. Mal aufeinander, die Bilanz ist positiv. Allerdings ist die Erinnerung an das letzte Gastspiel der einstigen Fohlen im Stadtwald getrübt: Im ersten Spiel nach dem Re-Start lagen die Gladbacher nach sieben Minuten 2:0 in Front, siegten am Ende 3:1.

Eintracht Frankfurt: Andre Silva vor Rückkehr

Wird es personellen Veränderungen geben? Vermutlich. Hütter dürfte offensiver beginnen, selbst wenn der Heimvorteil wegen der fehlenden Zuschauer schon lange keiner mehr ist. Silva dürfte ins Team kommen, auch Aymen Barkok, denkbar ist zudem, dass der Coach Evan Ndicka eine Pause gönnt, Martin Hinteregger auf links schiebt und Makoto Hasebe im Zentrum für Stabilität und Ordnung sorgt. Zudem könnte ein etwas zielgenauerer Spielaufbau der Frankfurter Offensive gut tun.

Amin Younes dürfte weiterhin noch nicht zur Startformation zählen. Der Neuzugang ist wegen einer Covid-19-Erkrankung und einer leichten Verletzung zuletzt zurückgeworfen worden. „Immer wieder ist sein Rhythmus unterbrochen worden“, sagte Hütter, allerdings ist er zuversichtlich, dass Younes „uns bald und mit Sicherheit weiterhelfen wird“. Und mit dem lange verletzten Stürmer Ragnar Ache rechnet der Coach ab Mitte Januar. Immerhin.

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