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Eintracht Frankfurt feiert den Sieg in Berlin.

Eintracht in Berlin

Eintracht Frankfurt: Ein Dreier in der Fremde

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    Thomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt siegt auswärts das erste Mal seit dem 6. April – bei Union Berlin feiert sie einen umkämpften, aber verdienten 2:1-Erfolg.

Als die Arbeit dann getan und Union Berlin mit 2:1 (0:0) besiegt war, ist den Profis von Eintracht Frankfurt ein gewaltiger Stein vom Herzen gefallen. Endlich war den Hessen mal wieder ein Sieg in der Fremde gelungen, erstmals wieder seit dem 6. April (2:1 beim FC Schalke 04) entführten sie drei Punkte aus einem fremden Stadion. Und trotz klarer Feldüberlegenheit mussten die Frankfurter zum Schluss noch die eine oder andere brenzlige Situation überstehen, in allerletzter Minute waren Torwart Kevin Trapp und Makoto Hasebe bei einer Abwehraktion spektakulär zusammengeprallt. Beim abschließenden Abklatschen in der Kurve war der Japaner nicht dabei. Zunächst bestand Sorge, Trapp habe sich eine Schulterprellung, Hasebe eine Gehirnerschütterung zugezogen. Doch inzwischen gab’s Entwarnung, beide sind fit. Die Eintracht verbesserte sich mit zehn Punkten vorübergehend auf Platz sieben.

„Das sind meine Lieblingstore“, sagte Stürmer Bas Dost zu seinem wichtigen Treffer zum 1:0, „du machst 100 Mal diese Läufe und 99 Mal bringt es nichts.“ Dost hatte einen Abpraller aus kurzer Distanz im Tor untergebracht. „Das macht einen guten Stürmer aus, der so einen Riecher hat für solche Bälle.“ Trainer Adi Hütter empfand den Sieg als „verdient“, vor allem freute er sich über die Tore seiner beiden Stürmer, „ganz wichtig war auch, dass wir in Führung gegangen sind. Es ist nicht leicht, bei Union zu gewinnen.“

Eintracht Frankfurt siegt verdient

Der Sieg war verdient, die Frankfurter stellten das bessere Team, waren vor allem spielerisch dem Aufsteiger überlegen, selbst wenn die Berliner in der Schlussphase noch einmal alle Kräfte mobilisierten. Allerdings war es den Hessen wieder nicht gelungen, eine Partie ohne Gegentor zu beenden. Damit ist Eintracht Frankfurt der Auftakt in die Englische Woche bestens gelungen, am Donnerstag in der Europa League geht es dann gegen Vitoria Guimaraes.

Eintracht: Hasebe fehlt Frankfurt in der Europa League - Trapp angeschlagen

Trainer Adi Hütter hatte sein Team erneut ein wenig verändert, überraschenderweise durfte Stürmer Bas Dost von Anfang an ran. Am Mittwoch hatte Hütter noch gesagt, der 30 Jahre alte Sturmtank habe Trainingsrückstand und sei nicht auf dem eigentlich erforderlichen Niveau. Zudem stand wieder Gelson Fernandes in der Startformation, er ist als Zerstörer und Stabilisator wichtig. Danny da Costa (muskuläre Probleme) und Kapitän David Abraham (Rücken) hingegen gehörten wegen leichterer Blessuren gar nicht der Frankfurter Reisegruppe an.

Stürmer-Duo trifft

Beide Mannschaften hatten in der Vergangenheit gewisse Schwierigkeiten, konzentriert in ein Spiel zu gehen, beide hatten jeweils in der ersten Halbzeit ziemlich viele Gegentore kassieren müssen. Prompt stand es an diesem Freitagabend nach 45 Minuten noch torlos, dabei hatten beide Gelegenheiten, zu Toren zu kommen. Schon nach sechs Minuten hätte Marvin Friedrich, der aufgerückte Innenverteidiger, Union in Führung schießen müssen, doch seinen Schuss nach einer scharfen, flachen Ecke parierte Torwart Kevin Trapp reaktionsschnell. Und auf der anderen Seite, da war eine gute Viertelstunde gespielt, konnte sich der Frankfurter André Silva nicht zu einem Schuss entscheiden. Statt den Abschluss zu suchen, versuchte sich der Portugiese allein vor dem Berliner Tor an einem finalen Dribbling und blieb prompt an Friedrich hängen. Da hätte man ihm deutlich mehr Entschlusskraft gewünscht.

Union Berlin - Eintracht Frankfurt: Die Spieler in der Einzelkritik

Eintracht Frankfurt war dennoch im ersten Abschnitt, nach anfänglichen Schwierigkeiten, die bessere Mannschaft, sie war fußballerisch reifer, ohne zu glänzen oder besonders viel Esprit zu verströmen. Die Gäste suchten deutlich direkter den weg zum Tor, selbst wenn zunächst vieles daneben ging. Trotzdem gaben sie in der ersten Hälfte sieben Torschüsse ab. Es war immer wieder Silva, der sich in vorderster Front um eine mögliche Führung bemühte. Einen Kopfball des 23-jährigen Angreifers (42.) wehrte der Berliner Schlussmann Rafal Gikiewicz ab, wenig später strich ein Fernschuss des anfangs deutlich unter seinen Möglichkeiten geblieben Filip Kostic knapp am Tor vorbei. Immerhin ließen die Frankfurter, zumindest in den ersten 45 Minuten, bis auf die eine Chance in der Frühphase der Partie praktisch keine Chance der spielerisch doch arg limitierten Union-Fußballer zu.

Am Ende musste Eintracht Frankfurt noch zittern

Die zweite Halbzeit war gerade drei Minuten alt, da war die Eintracht dann doch in Führung gegangen. Kamada hatte Kostic auf links ins Spiel gebracht und der Serbe, der sich offensichtlich in der Pause ein paar Takte von Trainer Hütter hatte anhören müssen, fackelte nicht lange und schoss aufs Tor. Den Schuss konnte Gikiewicz nur nach vorne abprallen lassen, und dort stand Bas Dost, wo ein Stürmer stehen muss, und staubte ab.

Ohnehin zählte die niederländische Kante in Fußballschuhen bis dato zu den auffälligen Akteuren der Eintracht, vor allem verteilte er die Kugel geschickt an seine Mitspieler. Es war eine verdiente Führung, die die Eintracht nach einer guten Stunde sogar noch ausbauen konnte.

Djibril Sow war auf dem rechten Flügel von Erik Durm auf die Reise geschickt worden, seine feine Flanke köpfte André Silva beinahe mühelos zum 2:0 ins Tor. Beide Stürmer hatten also getroffen, es war für beide Neuzugänge jeweils das zweite Tor. Es war das siebte Stürmertor der Eintracht, Goncalo Paciencia, der lange auf der Ersatzbank saß, hatte zudem dreimal getroffen. Alles schien auf einen ungefährdeten Erfolg hinauszulaufen, doch Anthony Ujah machte es mit seinem Treffer in der 86. Minute noch einmal spannend. Doch die Eintrachte brachte den Auswärtssieg über die Zeit.

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