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Viel los am Riederwald: Das neue E-Sports-Trainingszentrum von Eintracht Frankfurt.

Eintracht Frankfurt

Daddeln bei Eintracht Frankfurt

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Die Frankfurter Eintracht startet eine E-Sports-Abteilung mit Breitensportansatz. 

Zwölf große Bildschirme sind am Sonntag mittig in der Wolfgang-Steubing-Halle am Riederwald in Frankfurt aufgebaut. Vor ihnen sitzen je zwei junge Männer, alle mit schwarzen Eintracht-Shirts bekleidet und Controllern in der Hand. Sie spielen die Fußballsimulation Fifa 19 auf der Playstation. Dahinter stehen Schiedsrichter in knalligen orangenen Oberteilen und überwachen, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Von 500 Daddlern, die in fünf Online-Qualifikationsturnieren angetreten sind, blieben 48 übrig. „Die Crème de la Crème“, sagt Timm Jäger, Referent des Vorstands von Eintracht Frankfurt.

SGE: Public Viewing für große E-Sport-Events

Den Besten unter 48 herauszufinden, war aber nur ein Teil des sogenannten Kick-Off-Events. Der hessische Fußball-Bundesligist eröffnete gestern offiziell sein E-Sports-Trainingszentrum. „Jeder kann bei uns mitmachen“, erklärt Jäger den Breitensportansatz, den der Klub verfolgt. Ab sofort kann sich jeder bei der Eintracht anmelden und wird dann professionell von lizenzierten Trainern in Fifa auf der Playstation und der X-Box sowie dem Strategiespiel League of Legends (LoL) für den PC ab Juni trainiert. „Wir wollen eine neue Zielgruppe ansprechen und unsere Mitgliederbasis verbreitern“, sagt Jäger.

Auch Leute, die selbst nicht aktiv sind, aber in eine E-Sports-Community wollen, dürfen sich angesprochen fühlen. „Wir wollen Public Viewing für große E-Sport-Events organisieren oder zu E-Sports-Events reisen“, sagt Jäger. Der Verein wolle allen ein Zuhause bieten. Zwar wird E-Sports zunächst in der Fußballabteilung angesiedelt, soll perspektivisch aber eine eigene Abteilung werden.

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Es ist überdies das erste Gemeinschaftsprojekt der AG und des eingetragenen Vereins. Die AG kümmert sich um die strategische Ausrichtung, der e.V., um die Mitgliederbetreuung. Über Zahlen, wie viel Geld die Eintracht investiert, spricht Jäger nicht. Nur so viel: „Über unsere Partner haben wir das Projekt auf solide Füße gestellt. Es ist kein Zuschussgeschäft.“ Drei Sponsoren sind an Bord, weitere sollen gefunden werden. „Wir haben auch schon einen Partner abgelehnt, weil er nicht zu unserem Gesundheitskonzept gepasst hat“, erklärt Jäger. Prävention wird bei der Eintracht großgeschrieben. Ernährung, aber auch Angebote für Rückenschulung und anderweitiges Training soll es geben.

Zehn Trainer angestellt

Verantwortlich für die ganze Konzeption ist Max Brömel. Der 24-Jährige ist seit 1. Januar E-Sports-Koordinator und hat zuvor bei der E-Sports Agency GG in Berlin gearbeitet, ehe er von der Eintracht abgeworben wurde. Pionierarbeit, nennt Brömel das, was der Verein macht. Zwar gibt es schon zahlreiche Klubs aus der ersten und zweiten Liga, die im E-Sports viel länger als die Eintracht tätig sind, aber alle nur auf Topniveau. Für das Breitensportkonzept musste aus Trainings- und Sportwissenschaft alles an E-Sports angepasst werden. „Wir werden das auch weiter dynamisch anpassen in den nächsten Jahren, da es fast keine Daten für die Trainingssteuerung gibt“, erklärt Brömel.

Zehn Trainer, die auf 400-Euro-Basis arbeiten, hat er bereits gefunden. Die Bewerbungsphase für weitere läuft. Für Fifa sind das auf der X-Box Maik Kubitzki und für die Playstation Marko Mihaljevic, die in der vergangenen Saison in der Virtual Bundesliga (VBL) für die Eintracht an den Start gegangen sind. Trainiert werden soll nachmittags und abends am Riederwald in einem extra dafür hergerichteten Gebäude mit zehn Plätzen. Es soll verschiedene Kader, je nach Leistungsstärke geben. „Wir haben den Ansatz von der Breite in die Spitze“, erklärt Jäger. Auf Sicht sei es natürlich auch das Ziel, mit einem eigenen LoL-Team an nationalen und internationalen Meisterschaften teilzunehmen.

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