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Jetzt ist er fit, aber er darf ja nicht, wie er will: Bas Dost. 

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Eintracht Frankfurt: Bas Dost ist motiviert und hat große Ziele

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Eintracht-Stürmer Bas Dost denkt nicht nur an Fußball, aber er würde trotzdem gerne wieder losballern.

  • Bas Dost ist motiviert und hat große Ziele mit Eintracht Frankfurt
  • Aktuelle Situation bringt Dost ins Grübeln
  • Bas Dost ist nicht nur Sportler, sondern auch Familienvater

Frankfurt - Per Videoschalte ist der Hüne Bas Dost inmitten der Corona-Verwirrung gefragt worden, welche Schulnote er sich und seiner Performance bei Eintracht Frankfurt denn so alles in allem geben würde. Der Niederländer hat kurz überlegen müssen, nicht nur, weil die Zensuren in seiner Heimat genau spiegelverkehrt gegeben werden, sondern weil ja nicht alles perfekt lief für ihn, den wuchtigen, aber anfälligen Mittelstürmer. Er fühle sich aber sehr wohl in der neuen Umgebung, „ich bin sehr zufrieden, wie ich hier lebe, sehr zufrieden mit meinem Verein“, sagte der Angreifer, aber klar gebe es Abzüge in der B-Note. „Ich habe nicht jedes Spiel gemacht, ich habe nicht das zeigen können, was ich zeigen will. Ich würde gerne zeigen, was ich drauf habe. Darauf habe ich große Lust.“ Alles in allem also: „Ich würde eine drei geben. Das ist realistisch.“

Eintracht Frankfurt: Dost ein Grübler

Die aktuelle Situation hat den kantigen und doch sensiblen Holländer noch mehr zu einem Grübler gemacht, das liegt in der Natur dieser zuweilen so schwer greifbaren Bedrohung. Um seine Eltern sorgt er sich, Mama und Papa sind um die 65, beide können zurzeit den kleinen Enkelsohn nicht sehen, außer halt über Facetime auf dem Smartphone. „Sie vermissen meinen Sohn ohne Ende, sie wollen ihn halten und dem kleinen Jungen einen Kuss geben“, erzählt Bas Dost. Aber das geht nicht, er weiß das, die Eltern wissen das. „Wir müssen da jetzt durch.“

Immerhin erfreut sich der 30-Jährige an dem schönen Wetter, sein Haus hat einen idyllischen Garten, die Nachbarn sind sehr nett. „Das ist das Geile an dieser Situation.“ Vielmehr Positives gibt es derzeit nicht. Obwohl sich der Stürmer keine großen Sorgen macht. „Am Anfang hatte ich Angst“, sagt er. Da prasselten viele Informationen auf die Menschen ein, alles war neu, unbekannt, bedrohlich. „Meine Mutter rief dauernd an, sie wusste gar nicht, wie es weitergeht.“ Mittlerweile leben die Menschen irgendwie mit den weitreichenden Auswirkungen des Virus.

Der Angreifer sorgt sich dabei gar nicht so sehr um sich und seine Kollegen, auch wirtschaftlich gebe es sehr viele Menschen, denen es sehr viel schlechter geht als hochbezahlten Berufsfußballern. Bas Dost, ein reflektierter Typ, ist das klar. „Ich sorge mich um die Leute, darum, wie es weitergeht, wie sie ihr Geld verdienen“, bekundete er. Innerhalb der Mannschaft sei schon darüber gesprochen worden, wie man helfen könne. „Wir wollen, dass es nicht nur uns Fußballern gut geht.“

Eintracht Frankfurt: Familienvater und Profisportler Bas Dost

Familienvater Dost ist, das spürt man, in erster Linie Mensch und in zweiter Profisportler. Genau deshalb hat er auch erst einmal darüber nachdenken müssen, dass es die Initiative gibt, die Bundesliga ab Mai (oder eben später) starten zu lassen, während rundherum das Leben noch still steht. „Das ist schwer zu kapieren“, sagt er. Er habe mit diesem Gedanken anfangs so seine Probleme gehabt. Aber Gespräche mit den Verantwortlichen, unter anderem Sportvorstand Fredi Bobic, haben ihn für die andere Seite sensibilisiert, nämlich dass bei vielen Klubs sonst das Licht ausgeht. „Ich weiß jetzt, wie wichtig es ist, die Saison fertig zu spielen.“ Wenn alle Parameter passen natürlich, das heißt, die Restriktionen gelockert worden sind, die Gesellschaft eingebunden ist und vor allem die Gesundheit nicht aufs Spiel gesetzt wird.

In diesem Zusammenhang verwies Dost darauf, dass er sich ganz gewiss nicht als „Profiteur“ dieser Corona-Auswüchse sehe. „Das gefällt mir nicht.“ Gemeint war, dass der leidgeprüfte Spieler nun Zeit gewinnt, um seine Leistenverletzung auszukurieren und fit zu werden, falls es doch losgeht. Dost ist da geschmeidig. „Ich spiele schon lange Fußball, Verletzungen passieren halt mal. Ich war verletzt, krank, aber das akzeptiere ich. Ich habe keine Zweifel.“ In Sorge sei er nicht um seinen Körper. „Es gibt immer mal Rückschläge.“ Und falls der Ball doch wieder rollen sollte, hat er sogar ein konkretes Ziel: „Ich würde gerne im Mai wieder losballern, ich glaube daran, dass wir die Europa-League-Qualifikation noch schaffen können.“ Die liegt eigentlich, tabellarisch wie gedanklich, in weiter Ferne. Und: „Es müsste ja auch erst mal wieder losgehen.“

Unterdessen planen die Teams die neue Saison. Eintracht-Sportchef Fredi Bobic wird bei den Transfers im Sommer wieder mehr Fantasie zeigen müssen - das Gute daran: Er kann das. Die Ultras von Eintracht Frankfurt nutzen die fußballfreie Zeit für ehrenamtliches Engagement. Jeder kann mitmachen – egal in welcher Form.

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