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Eintracht Frankfurt gewinnt 5:3 im DFB-Pokal gegen Waldhof Mannheim - drei der Eintracht-Tore hat Ante Rebic (l.) geschossen.

DFB-Pokal

5:3 gegen Mannheim: Die Eintracht-Spieler in der Einzelkritik

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    Thomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt gewinnt im DFB-Pokal gegen Waldhof Mannheim. Ein Blick auf die Einzelleistungen aller Spieler.

Gut dabei

Makoto Hasebe: Er nahm irgendwann, als gar nichts zusammenging, die Zügel in die Hand, ordnete das zuvor so unstrukturierte Spiel, rief seine vogelwilden Abwehrkollegen zur Räson. Leitete die Angriffe ein, marschierte auch mal ins Mittelfeld. Der alte Hase schon wieder in Topform.

Ante Rebic: Wurde spät, ganz spät mit einem lupenreinen Hattrick zum Matchwinner. Erzielte die letzten drei Tore zum 5:3-Sieg (76., 82., 88.) und ersparte der Eintracht eine Pokal-Blamage wie vor einem Jahr. Vergessen war, dass dem Kroaten bis auf die letzten 20 Minuten wenig gelungen war, ja, er wirkte anfangs lustlos. Knallte einmal einen von den Zuschauerrängen aufs Spielfeld rollenden Ball Vollspann zurück, das war Ausdruck puren Frusts und brachte ihm eine Rüge des Schiris ein. Blieb oft hängen, uninspirierter Auftritt – bis es darauf ankam. Dann war er da.

Erik Durm: Kam zur zweiten Halbzeit für da Costa und machte deutlich mehr Alarm als sein Vorgänger, wirkte druckvoller und dynamischer. Gleich mit zwei Vorlagen, eine zum 3:3, die andere kurz darauf zum 4:3.

Daichi Kamada: Lässt Fußball ganz leicht aussehen, sehr geschmeidig und elegant, mit vielen kleinen Drehungen und Wendungen. Kein Zufall, dass er sein Team mit einem Linksschuss zum 1:2 überhaupt erst wieder ins Spiel zurückbrachte. Der Rückkehrer ist der bislang wertvollste Neuzugang, auch wenn er am Ende etwas abbaute.

Ganz okay

Filip Kostic: Anfangs unglücklich, da gelang ihm nicht viel, er haderte mit sich und seinen Mitspielern. Mit ein, zwei Fouls in der Rückwärtsbewegung, für eines wurde er zu Recht verwarnt. Biss sich aber hinein in die Partie, sein großes fußballerische Vermögen ist da natürlich hilfreich. Mit dem Ausgleich zum 2:2 kurz vor der Pause, erzielt mit einem satten Linksschuss aus mehr als 20 Metern. Das kann er. Sein dritter Treffer binnen vier Tagen. Legte zum 4:3 auf.

Goncalo Paciencia: Öffnender Pass auf Durm vor dem 3:3, genauso wie vor dem Siegtreffer durch Rebic. Das war gut. Seine Einwechslung hat sich bezahlt gemacht.

Auch interessant: der Liveticker zum DFB-Pokalspiel gegen Waldhof Mannheim zum Nachlesen

So lala

Kevin Trapp: Unschöner kann ein Einstand wohl kaum sein. Schon nach vier Minuten musste er zum ersten Mal hinter sich greifen, konnte den Flachschuss von Korte nur zur Seite wegklatschen. Das sah etwas unglücklich aus, aber so wirklich traf ihn da keine Schuld. Konnte sich danach nicht mehr großartig auszeichnen.

Gelson Fernandes: Was bei Kamada leicht aussieht, sieht beim Schweizer so ungeheuer schwierig aus. Konzentriert sich bei jedem Flachpass über zweieinhalb Meter, ohne spielerische Linie, mit vielen Rückpässen. Nur Zerstören reicht manchmal, aber nicht immer.

Schwächelnd

Danny da Costa: Mit einer guten Flanke (43.), die Joveljic hätte verwerten müssen, doch sein Kopfball ging knapp vorbei. Ansonsten lief nicht viel beim rechten Läufer, kaum ins Spiel eingebunden, stand auch viel zu weit vorne, ließ Kapitän Abraham fast immer alleine, weshalb die Waldhöfer über ihre linke Angriffsseite eine Menge Platz hatten. Hat Trainer Hütter nicht so gefallen, weshalb er in der Kabine blieb.

Dejan Joveljic: Blieb lange Zeit quasi unsichtbar, hatte in der ersten Viertelstunde keinen Ball am Fuß. Biss sich mühevoll zurück, holte sich im Mittelfeld ab und an Bälle ab. War am 1:2 durch Kamada beteiligt, verpasste einmal per Kopf (44.) den Ausgleich und nach 51 Minuten die 3:2 Führung. Das waren klare Möglichkeiten. Muss mehr tun, ist aber sehr bemüht.

Dominik Kohr: Unglückliche Partie. Sein Ballverlust im Mittelfeld führte früh zum 0:1-Rückstand. In der Folge verunsichert, nicht klar in seinen Aktionen, traute sich kaum was zu. Spielte viel zu viele Sicherheitspässe, insgesamt zu behäbig. Steigerte sich mit zunehmender Spieldauer, ohne zu überzeugen.

Martin Hinteregger: Noch nicht wirklich in seiner „Heimat“, wie er sagte, angekommen. Fahriger Auftritt hinten links. Ließ sich vor dem 0:2 durch Sulejmani ausspielen wie ein Amateur, nicht clever in den Zweikämpfen. Nach vorne ging kaum was, schlug häufig nur Langholz. Das ist nicht der Hinteregger, den man Mitte der vergangenen Rückrunde kannte. Im zweiten Abschnitt gegen matter werdende Mannheimer besser.

David Abraham: In der ersten Halbzeit komplett neben den Schuhen. Verlor gefühlt jeden Zweikampf, unsicher, ängstlich. Wurde auf seiner rechten Seite ein ums andere Mal ausgespielt. Selbst in seiner Kernkompetenz, dem Sprint, konnte er nicht überzeugen. Der Kapitän ist so seinem Team keine große Hilfe.

Zu spät gekommen

Mijat Gacinovic

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