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Daichi Kamada in Aktion gegen den FC Arsenal.
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Daichi Kamada in Aktion gegen den FC Arsenal.

Daichi Kamada

Eintracht Frankfurt: Daichi Kamada wird immer wertvoller

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Eintracht-Spielmacher Daichi Kamada will irgendwann mal in der Champions League spielen, muss sich dafür aber stabilisieren. Derzeit arbeitet er mit einem japanischen Fitnesscoach.

  • Es hat einige Zeit gebraucht, bis Daichi Kamada richtig bei Eintracht Frankfurt angekommen war.
  • Inzwischen gehört der Japaner zum Stammpersonal von Adi Hütter.
  • Langfristig zieht es Kamada aber in die Champions League.

Daichi Kamada kann mit dem Ball fantastische Dinge anstellen, er kann ihn ins gegnerische Tor wuchten wie einst im Norden Londons beim FC Arsenal, er kann ihn ins Tor streicheln wie jüngst im Süden Frankfurts gegen den Ballspielverein Borussia. Er kann ihn gar durch zu Slalomstangen verkümmerte Fußballbeine carven wie vor Monaten im Westen Berlins bei der alten Hertha. Daichi Kamada ist wahrlich ein fantastischer Fußballer, aber...

Ja, dieses Aber begleitet den 24-jährigen Spielmacher von Bundesligist Eintracht Frankfurt schon länger. Denn der Japaner hat auch die anderen Momente, die fürchterlichen des Fußballs, wenn er alleingelassen in Köln-Müngersdorf über den Ball drischt, wenn er in Berlin-Köpenick anfänglich jeden Pass freiheraus zum Gegner spielt, genau dann, wenn er mal wieder nicht der Spieler ist, der fantastische Dinge mit dem Ball anstellt.

Eintracht Frankfurt: Daichi Kamada ist ein Top-Vorbereiter

Zur besseren Einordnung der Leistungsfähigkeit von Kamada ein Blick auf die Fakten: Nach bisher zehn Ligaspielen dieser Runde kommt Kamada auf fast genauso viele Scorerpunkte wie in der kompletten vergangenen Saison (acht zu neun). Er lief 106 Kilometer, die meisten aller Frankfurter Fußballer. Er knallte den Ball 13-mal auf des Gegners Kasten, teamintern der drittbeste Wert. Dazu bereitete er satte 28 Torschüsse seiner Kollegen vor, gar Zweitbester der gesamten Liga. Kamadas Zahlen stimmen, sie schmeicheln ihm.

Da wäre aber auch die andere Seite, die gefühlten Fakten, der subjektive Blick, der Kamada noch zu häufig mit seinen hängenden Schultern über den Rasen schlurfen sieht, etliche Sekunden lang, als würde ihn das ganze Bohei, die an ihm vorbei wetzenden Kollegen und Kontrahenten, nichts angehen. „Mehr laufen soll ich, vor allem bin ich in den Zweikämpfen noch zu schwach“, gab Kamada unlängst die Wünsche seines Trainers Adi Hütter an ihn in einem Interview mit der „FAZ“ preis.

Eintracht Frankfurt: Kamada darf mit seiner Entwicklung zufrieden sein

Daran arbeite er hart, auch mit einem eigenen japanischen Fitnesscoach. Denn: Japanische Körper sind anders als jene in hiesigen Gefilden, findet Kamada: „Sie sind nicht dafür prädestiniert, um richtig Muskeln anzusetzen. Deutlicher Muskelaufbau ist nicht mein Ziel.“ Vielmehr will und muss er noch an Stabilität zulegen, an Körperspannung, um die generischen Verteidiger besser abwehren und sie auch selbst manchmal effektiver attackieren zu können.

Ansonsten aber darf Kamada mit seiner Entwicklung in Frankfurt zufrieden sein. Nachdem er von seiner Leihe in Belgien zurückgekehrt war an den Main, spielte er eine erste volle Saison bei der Eintracht mit großen Höhen und Tiefen. Die Leistungen schwankten von Woche zu Woche, das hat er zwar noch immer nicht ganz abstellen können, die Ausschläge aber werden geringer. Richtig schlecht spielte Kamada in der aktuellen Runde nur in der Anfangsphase gegen Union Berlin, dort war er später aber mit zwei Traumpässen am Punktgewinn maßgeblich beteiligt.

Eintracht Frankfurt und Daichi Kamada: Vertrag bis Sommer 2023

Als „absoluten Kreativkopf“, bezeichnete Coach Adi Hütter den Japaner einst gegenüber der FR. Kamada selbst sagte nun zur „FAZ“: „Ich brauche Mitspieler, um zu glänzen. Um selbst zu blühen, müssen mich andere mit Pässen füttern, und ich muss sie mit Pässen füttern. Ich sehe mich gar nicht so sehr unter Druck, Tore schießen zu müssen, ich bin kein Stürmer. Ich gebe den Ball gerne zum besser postierten Mitspieler ab.“

Im vergangenen Sommer feilschte der Nationalspieler aus Nippon recht lange um seine Vertragsverlängerung, unterschrieben hat er dann bis Sommer 2023, freilich aber wabert auch immer die Option eines möglichen Verkaufs herum. Kamada ist noch recht jung, begabt, selbstbewusst, auch wenn das nach außen nicht immer diesen Anschein haben mag. 15 Scorerpunkte forderte er von sich für diese Saison ein, er ist auf einem guten Weg. „Ich möchte in einer Mannschaft spielen, mit der ich die Champions League gewinne. Davon habe ich schon als Kind geträumt“, sagte er. Mit der Eintracht wird das vorerst jedenfalls schwierig.

Eintracht Frankfurt in Wolfsburg: Kamada ist gesetzt

Am Freitag (20.30 Uhr) beim Gastspiel in Wolfsburg will Kamada wieder seine gute Seite zeigen. Die Frage ist aber, wie viele Stürmer er dann mit seinen Pässen bedienen darf. Einen oder zwei, nur André Silva oder doch auch den Ex-Wolfsburger Bas Dost an der Seite des gesetzten Portugiesen? Zuletzt hatte es Trainer Hütter in den beiden Heimspielen gegen die deutschen Elitemannschaften aus Leipzig und Dortmund nur mit einer echten Spitze probiert, André Silva, dahinter bewegten sich die Dribbler Kamada und Aymen Barkok einigermaßen entfesselt von taktischen Zwängen im Raum zwischen gegnerischem Mittelfeld und der Abwehr – mit Erfolg. Gegen Leipzig traf Barkok, gegen Dortmund Kamada.

Das Spiel bei Union Berlin bestritten dagegen Dost und Silva in Abwesenheit des damals coronaerkrankten Barkok gemeinsam. Was also tun gegen den Tabellenfünften aus Wolfsburg? Nicht unwahrscheinlich ist, dass Hütter erneut auf einen nominellen Angreifer verzichtet, um dadurch mehr Kreativität in sein Mittelfeld zu bekommen, und er damit im Zweifel auch in Kauf nimmt, den Solisten Silva sich in der gegnerischen Viererkette alleine aufreiben zu lassen. Sollte es dann mit Barkok und Kamada nicht wie gewünscht laufen, ließe sich immer noch Bas Dost nachschieben. Ebenso womöglich wie der in dieser Woche ins Training zurückgekehrte, aber nach einer überstandenen Corona-Infektion körperlich nur für einen Kurzeinsatz taugliche Amin Younes.

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