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Eintracht Frankfurt: Chris Lenz muss „den Teufelskreis überwinden“

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Von: Daniel Schmitt

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Viel zu selten am Ball, weil immer wieder verletzt: Christopher Lenz. Foto: Imago Images
Viel zu selten am Ball, weil immer wieder verletzt: Christopher Lenz. © Imago/Lobeca

Eintracht-Profi Christopher Lenz über seine Verletzungsanfälligkeit, sein Ernährungstagebuch und was Kekse vielleicht mit dem Ganzen zu tun haben.

Frankfurt am Main – 70 Minuten in London, 90 gegen Leverkusen und in Mönchengladbach - für Christopher Lenz lief es im Oktober prächtig. Der 28-Jährige hatte sich einen Stammplatz auf der linken Seite der Frankfurt Eintracht erkämpft – bis er im Heimspiel gegen Marseille eine Flanke blockte und der Oberschenkelmuskel muckte, mal wieder. Erneute Zwangspause. Der ewige Kreislauf im Fußballerleben des Christopher Lenz. Jüngst beim Japan-Trip der Hessen feierte der Berliner zwar sein Comeback, aus dem Stand heraus, vollwertige Mannschaftsübungen vollführt er erst seit dieser Woche wieder. Am Dienstag sprach Lenz im Anschluss an die Trainingseinheit über...

...die durch die WM bedingte Saisonphase, in der bis Weihnachten keine Pflichtspiele mehr anstehen: Wir haben uns damit abgefunden, dass wir noch zwei Wochen trainieren bis zur Pause. Wir haben ja die Wochenenden frei, das kennen wir sonst nicht.

...seinen Fitnesszustand nach der Verletzung: Ich fühle mich gut. Es war ein etwas ungewöhnlicher Einstieg mit den zwei Partien in Japan, ohne davor wirklich trainiert zu haben. Auch ist es für mich aktuell noch sehr anstrengend nach der Verletzung, aber das kommt wieder - so wie immer halt.

...seine Gedanken, als der Muskel wieder mal streikte: Ich weiß wirklich nicht, wie oft ich schon gedacht habe: Warum? Und wie oft ich meinen Körper dafür schon verflucht habe. Dabei war ich auf einem richtig guten Weg. Ich arbeitet immer mehr und mehr an meinem Körper.

...jene zusätzliche Arbeit: Ich bin mittlerweile immer eine Stunde vorm Training im Kraftraum, weil eine halbe offenbar nicht mehr ausreicht. Oder auch nach dem Training, da hänge ich fast immer zwei Stunden dran. Behandlungen, Wellness, Yoga. Alles, um die Muskulatur locker zu kriegen. Auch die Ernährung haben wir mittlerweile dreimal umgestellt und beobachten die Auswirkungen genau mit Blutbildern. Ich versuche, den Schalter umzukippen, um aus diesem Negativstrudel herauszukommen. Wenn mir das einmal gelingt, ich einmal richtig fit bin, bleibe ich es auch. Es gilt, den Teufelskreis zu überwinden.

...seine Ernährung: Ich führe ein Ernährungstagebuch, auf das die medizinische Abteilung zugreifen kann. So überblicken wir, was mir guttut und was nicht. Ich notiere jede Kleinigkeit, auch den Keks zum Espresso. Wenn es am Ende der Keks sein sollte, dann lasse ich den gerne weg (lacht).

...die mentalen Auswirkungen dieser Leidenszeiten: Das Gute ist, dass ich nur in den Momenten down bin, wenn die Verletzungen passieren. Stehe ich ansonsten aber auf dem Feld, kann ich diese Themen sofort vergessen. Aber natürlich haben mir die Rückschläge mental einiges abverlangt. Doch ich kann von mir behaupten, dass ich stark genug bin, um diese durchzustehen.

...seine ganz persönliche Bilanz des ersten Saisonabschnitts: Es gab Höhen und Tiefen. Gerade die Phase vor der Verletzung im Oktober war aber eine sehr gute, da war ich zufrieden und habe das gezeigt, was ich zeigen möchte - defensiv wie offensiv. Wenn ich daran anknüpfen kann, dann bin ich glücklich.

...den zu erwartenden Konkurrenzkampf im neuen Jahr auf linken Seite mit Ansgar Knauff und Luca Pellegrini und seine Chancen: Wenn ich an die Form vor meiner Verletzung anknüpfe, habe ich einige Argumente auf meiner Seite. (Aufgezeichnet: Daniel Schmitt)

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