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Eintracht Frankfurt: Keine Garantie, nicht im Leben, nicht im Fußball

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Von: Thomas Stillbauer

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Friedlich bleiben, Jeschäftsfreunde, überall.
Friedlich bleiben, Jeschäftsfreunde, überall. © AFP

Das 0:3 der SGE gegen Sporting lehrt uns vor allem eins: wieder mit Niederlagen in Europa zu rechnen. Blödes Wort, aber: Demut lehrt uns das. Das Stillleben.

Da müssen wir gar nicht lang um den heißen Kakao herumreden (um ein jüngst kreiertes Bonmot des Fußballtrainers Marco Rose zu zitieren). Das war nicht allzu viel, was Eintracht Frankfurt gegen Lissabon und Wolfsburg abgeliefert hat. Es war auf jeden Fall nicht genug. Da hätten wir gern wieder mehr. Weil wir inzwischen mehr gewohnt sind.

Andererseits muss man auch sehen: Die drei Glanztaten, die die Eintracht in dieser Saison vollbrachte, glänzen mittlerweile nicht mehr gar so sehr, seit man weiß, dass die mit je vier Toren versenkten Gegner aus Magdeburg und Bremen auch keine Übermannschaften sind. Und der Getränkelieferant aus Leipzig wollte sich in Frankfurt ja offenbar hauptsächlich von seinem Trainer freimachen.

Das erinnert ein wenig an die Kloppereien früher im Hort, wenn du einen aus der dritten Klasse niedergerungen hattest. Der Triumph half dir nix mehr, wenn Gernot kam, der gerade die vierte wiederholte. Der war eine Nummer zu groß.

Was lernt uns das (um den früheren Jungjournalistenausbilder K. zu zitieren, der sich gern einen Spaß daraus machte, so zu sprechen wie ein Fußballer)? Das 0:3 gegen Sporting lehrt uns jedenfalls vor allem eins: wieder mit Niederlagen in Europa zu rechnen. Blödes Wort, aber: Demut lehrt uns das.

Die Europapokalspiele der Eintracht sind ja seit einiger Zeit Spektakel geworden, um die sich viel mehr Leute reißen als früher. Die Tickets sind begehrter als Toilettenpapier im Lockdown, umkämpfter als Sonnenblumenöl, wenn nebenan Krieg ist. Alle wollen dabei sein, wenn Eintracht Frankfurt traumhafte europäische Ballnächte feiert.

Problem an der Sache: Es gibt keine Garantie für Heldentaten. Es ist völlig normal, wenn sie Adlerträger auch mal ordentlich die Ohren langgezogen kriegen von den Besten der Besten. Eine Schlappe in der Champions League – ja, womit haben denn die Leute gerechnet, die zehn Minuten vor Schluss nach Hause gehen, weil es 0:2 steht? Dass wir jetzt für immer alle abfiedeln, komme, wer da wolle?

Maßstäbe im Kopf behalten. Wo wir herkommen. Wer wir sind. Und was wichtig ist. Du kannst übrigens – andere Perspektive – traurig und enttäuscht sein, wenn das Spiel auch gegen die stotternde VW-Werkself verloren geht. Aber wenn Du nach Spielende erfährst, dass die Ukraine enorm Boden gewinnt gegen den Verbrecher Putin, dann ist das die wichtige Nachricht des Tages. Und der Rest ist eben nur Fußball.

Friedlich bleiben, Jeschäftsfreunde, überall. Auch an diesem Dienstag in Marseille, sonst winkt die Uefa schon wieder mit dem Zaunpfahl Geisterspiel. Und trotzdem alles geben. Dann kommen auch wieder rauschende Ballnächte im Herzen von Europa.

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