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Viele Zweikämpfe: Hier duellieren sich der Frankfurter Djibril Sow (re.) und Wolfsburgs Maximilian Arnold. reuters

Eintracht Frankfurt

Mutlos in die Pleite: SGE kann sich Europa erst mal abschminken

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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  • Daniel Schmitt
    Daniel Schmitt
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Eintracht Frankfurt verliert trotz Führung in Wolfsburg und kann sich Europa erst mal abschminken - zu Recht.

Die Frankfurter Eintracht kann ihre internationalen Ambitionen bis auf Weiteres begraben. Am Freitagabend unterlagen die Hessen dem VfL Wolfsburg zu Recht mit 1:2 (0:0), sie warten damit seit nunmehr acht Spielen auf einen Sieg. Den letzten Dreier hat die Mannschaft von Trainer Adi Hütter am Tag der deutschen Einheit geholt (2:1 gegen Hoffenheim) – da war es noch fast 20 Grad warm. Immerhin ist die nervende Remis-Serie gerissen – allerdings anders, als es sich die Frankfurter vorgestellt hatten.

Die Niederlage war insgesamt absolut gerechtfertigt. Die Eintracht war viel zu harmlos, ideenlos und ängstlich. Mit Vorstellungen dieser Art sollten die Frankfurter eher zusehen, sich nach hinten abzusichern, der Blick nach vorne verbietet sich. „Es tut weh, wenn zwei kleine Fehler so entscheidend sind“, sagte Abwehrchef Martin Hinteregger: „Wir haben gut verteidigt, auch wenn wir nach vorne nicht das beste Spiel gemacht haben. Wir hätte das Ding auch 1:0 gewinnen können. Haben sie aber nicht.

Eintracht Frankfurt: Hütter mit kruder Aufstellung

Trainer Adi Hütter wählte die defensivere Aufstellungsvariante, was durchaus überraschend kam, denn selbst gegen die Topteams aus Leipzig und Dortmund hatte sich der Fußballlehrer für mehr fußballerische Klasse und Kreativität im Mittelfeld entschieden. Dieses Mal nicht, dieses Mal setzte er in Abwesenheit des angeschlagenen Stürmers André Silva nur auf eine Spitze (Bas Dost) und verzichtete auf eine weitere Offensivkraft. Der unbekümmerte Dribbler Aymen Barkok blieb auf der Bank, stattdessen baute Hütter neben Sebastian Rode und Djibril Sow auch noch Stefan Ilsanker als Abräumer ein. Keine gute Idee, der ohnehin umstrittene Ilsanker war an beiden Gegentoren maßgeblich beteiligt.

Bei sieben Spielen ohne Sieg (fünf Remis in Folge) war die Aufstellung sowieso ein wenig seltsam, ein Zeichen in Richtung Trendwende, ein Sieg-Signal setzt man so nicht. Dabei war doch allen klar, dass man dreifach punkten muss, wenn man die eigenen internationalen Ansprüche nicht vollends aus den Augen verlieren will.

Eintracht Frankfurt schwimmt gegen VfL Wolfsburg in der Defensive

Die auf Vorsicht bedachte Aufstellung brachte auch nicht die erhoffte Stabilität, gerade in der Anfangsphase schwammen die Hessen gehörig. Nach nur zehn Sekunden hatten die Wolfsburger die erste Ecke herausgeholt, eine halbe Minute später dann schon die zweite, und nach neun Minuten hätte es um Haaresbreite geklingelt im Eintracht-Kasten: Djibril Sow fälschte einen Schuss von Xaver Schlager ab, die Kugel drehte sich in einer merkwürdig krummen Flugbahn in Richtung des Gehäuses – und klatschte an den Pfosten. Da waren sie mit Fortuna im Bunde, die so seltsam zaghaften Frankfurter. Die Eintracht wirkte lethargisch, war gar nicht giftig und gallig, nicht mal besonders präsent – obwohl insgesamt acht defensiv ausgerichtete Akteure auf dem Platz standen.

Nach vorne, auch das logisch, ging zunächst einmal mal gar nichts, die Gäste bekamen keinen Zugriff, hatten kaum Ideen – außer Erik Durm, der chippte einen Ball in den Rücken der Wolfsburger Abwehr, wo Sow sich freigelaufen hatte, aber zu lange zögerte und im letzten Augenblick geblockt wurde.

Die Wolfsburger blieben das aktivere Team, ohne aber zwingend oder eisern entschlossen gewesen zu sein. Zwei-, dreimal parierte der souveräne Frankfurter Schlussmann Kevin Trapp, und bis es erstmals wieder so richtig gefährlich wurde am Mittellandkanal, da waren schon die Seiten gewechselt. Erst vergab Filip Kostic eine Riesenchance (55.), dann war John Brooks so frei, Gegenspieler Hinteregger plump mit beiden Händen zu Boden stoßen – der Kölner Keller meldete sich und Schiedsrichter Markus Schmidt entschied nach Videostudium korrekterweise auf Strafstoß. Bas Dost verwandelte eiskalt (63.).

Doch die Frankfurter konnten auch diese Führung nicht über die Zeit retten, weil Stefan Ilsanker im Strafraum Hand spielte und Weghorst den fälligen Elfer locker verwandelte (77.). Und dann schlug der Torjäger noch mal zu, kurz vor Schluss machte Weghorst alles klar (88.) und schubste die Eintracht weit weg von Europa.

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