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Abgeräumt: Sebastian Rode (re.) fährt dem Dortmunder Giovanni Reyna in die Parade. Dafür sah er Gelb.
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Abgeräumt: Sebastian Rode (re.) fährt dem Dortmunder Giovanni Reyna in die Parade. Dafür sah er Gelb.

Gute Leistung, kein Sieg

Eintracht Frankfurt mit Remis gegen Dortmund: Gefangen im Niemandsland

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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1:1 gegen Borussia Dortmund: Eine gute Leistung der SGE mündet mal wieder in einem Remis. Eintracht Frankfurt steckt im Niemandsland fest.

Frankfurt – Hat es also daran gelegen? Daran, dass die letzte Besprechung nicht im Hotel, sondern 70 Minuten vor der Partie gegen Borussia Dortmund in der Kabine abgehalten worden war? Oder daran, dass Eintracht Frankfurts Gegner Borussia Dortmund vor dem Anstoß ein paar lange Minuten auf dem Rasen hatte warten lassen? Oder womöglich daran, dass Assistent Christian Peintinger erstmals statt auf der Trainerbank hoch droben unterm Tribünendach das Spiel verfolgte? Oder doch, dass die Hessen dieses Mal schlicht einen so viel besseren Fußball boten als zuletzt?

Eintracht Frankfurt gegen Dortmund: Sinne der SGE „waren deutlich geschärfter“

Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Jedenfalls haben die Hessen ein paar Kleinigkeiten in Ablauf und Personal geändert, „keine große Sache“ wollte Cheftrainer Adi Hütter daraus machen. Wie auch immer: „Die Sinne waren deutlich geschärfter“, fand Sebastian Rode, in die Startelf zurückgekehrter Rackerer. Und eine Reaktion auf die Schlafmützigkeit am letzten Spieltag und die vielen Rückstände, denen die Elf zuletzt hatte nachlaufen müssen, wollte die Mannschaft allemal zeigen.

Und sie zeigte eine. Zumindest in den ersten 45 Minuten. Da lieferte Eintracht Frankfurt mit Sicherheit die beste Halbzeit dieser Saison ab. Die Mannschaft war hellwach, nicklig, aufmerksam, spielte „wirklich klasse“, wie Sportvorstand Fredi Bobic loben sollte, war Herr im eigenen Haus, ließ der „zweitbesten Mannschaft Deutschlands“ (Erik Durm) in der ersten Hälfte kaum Zeit zum Atmen. Und doch stand am Ende wieder „nur“ ein Unentschieden, das Standartergebnis der Frankfurter Remiskönige. 1:1 (1:0) trennten sich beide, für den BVB war es das erste Unentschieden im Kalenderjahr 2020 nach 27 Begegnungen, für die Eintracht in dieser Runde bereits das siebte im zehnten Spiel, davon fünf in Folge (1:1, 2:2, 1:1, 3:3, 1:1) – eine so lange Unentschieden-Serie hatten die Hessen in ihrer Bundesliga-Historie seit 1963 noch nie. Auch Trainer Hütter staunte da nicht schlecht, so was ist ihm in seiner Karriere auch noch nicht untergekommen. Dummerweise wird man damit auf der Stelle festgetackert.

Eintracht Frankfurt: Ein Unentschieden der besseren Art

Freilich war es ein Unentschieden der besseren Art, aller Ehren wert gegen einen Champions-League-Klub und Meisterschaftsaspiranten, ähnlich wie vor zwei Wochen gegen RB Leipzig (1:1) hat sich die Eintracht gegen einen der Großkopferten gut aus der Affäre gezogen. Das Remis entsprach den Leistungen, die erste Halbzeit gehörte klar den Frankfurtern, die zweite - dank der besseren Einzelspieler - den Dortmundern.

Natürlich haderten die Frankfurter mit jener 34. Minute, als Aymen Barkok das Spiel vermutlich hätte entscheiden können. Da kam der marokkanische Nationalspieler nach wunderschöner Kombination nahezu freistehend aus zehn, elf Metern an den auftickenden Ball und drosch ihn über die Latte. „Da habe ich zu schnell abgeschlossen“, ärgerte sich der 22-Jährige, blitzgeheilt von einer Corona-Infektion, „den hätte ich gern unter die Latte gehauen“. Es wäre das 2:0 für die Eintracht gewesen - Daichi Kamada hatte die Gastgeber früh in Front gebracht (9.) - und ob die Dortmunder, die in der ersten Halbzeit erstaunlich blutleer wirkten, danach noch mal zurückgekommen wären, wäre höchst ungewiss gewesen. So schafften sie nach einer feiner Einzelleistung von Giovanni Reyna noch den verdienten Ausgleich (56.).

SGE gegen Dortmund: Eintracht Frankfurt zeigt in erster Halbzeit Leidenschaft

In der „tollen ersten Halbzeit“ (Hütter) hatte Eintracht Frankfurt alles gezeigt, was lange verschütt war: Spielfreude, Kombinationslust, Passsicherheit - dazu gesellten sich die alten Tugenden Zweikampfstärke, Leidenschaft, hohe Laufbereitschaft - die SGE spulte 120 Kilometer ab, der BVB 114. Sie spielte endlich sehenswerten Fußball, spielerisch war das 45 Minuten sehr ansprechend. Der Eintracht tat gut, dass wieder Spieler auf dem Rasen standen, die mit der Kugel was anfangen können, Rode etwa, Barkok, auch Djibril Sow schwang sich zu seiner besten Halbzeit auf. „Das hat mir gefallen, das hat Spaß gemacht“, sagte Hütter zufrieden, fußballerisch habe man mit dem BVB mithalten können. Einziges Manko war, dass die Hessen ihre Führung nicht hatten ausbauen können, dazu passt auch diese Statistik: Acht Schüsse gaben die Frankfurter ab, lediglich einer, und zwar der von Kamada, kam auch auf das Tor.

Das anfängliche hohe Level konnten die Hessen in der zweiten Halbzeit nicht halten, weil ihnen zu viele Fehlpässe unterliefen, weil Dortmund - nach taktischer Umstellung - stärker wurde, weil es in der Drangphase der Gelb-Schwarzen an Entlastung mangelte. Und weil auch die prima erste Halbzeit Kraft gekostet hatte, „wir haben viele Körner auf dem Platz gelassen“, sagte Durm. Dass Eintracht Frankfurt mehr und mehr in der eigenen Hälfte eingeschnürt wurde, hatte laut Hütter allerdings nichts mit „physischen Problemen“ zu tun. „Wir haben es da nicht geschafft, mit dem Ball sauber zu spielen“, fand der Coach. Müdigkeit sei nicht das Thema gewesen.

Vorläufige Eintracht-Bilanz: Zehn Spiele, sieben Unentschieden, zwei Siege, eine Niederlage

Zehn Spiele, sieben Unentschieden, zwei Siege, eine Niederlage, 13 Punkte - die Bilanz liest sich nicht schlecht und ist doch trügerisch. „Es ist nicht einfach, die Spiele zu gewinnen, aber es ist auch schwer, uns zu schlagen“, sagte Hütter vor den nächsten schweren Aufgaben in Wolfsburg und gegen Mönchengladbach zu Hause. Im Grunde aber gehen ihm die vielen Unentschieden auf die Nerven. „Mir wäre es lieber, wir hätten drei Spiele verloren und vier gewonnen.“ Fünf Zähler hätten die Frankfurter dann mehr als jetzt auf dem Konto. Platz fünf. (Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein)

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