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Ablenkung in Österreich: Martin Hinteregger (rechts), hier mit Trainer Franco Foda.

Eintracht Frankfurt am Transfermarkt

Eintracht Frankfurt mit Ruhe, Diskretion und Seriosität auf dem Transfermarkt

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Eintracht Frankfurt verhält sich auf dem Spielermarkt gewohnt unaufgeregt.

Bei seiner Zukunftsplanung ist der österreichische Nationalspieler Martin Hinteregger nicht kompromissbereit, einen Schlingerkurs fährt der Eintracht-Verteidiger eher nicht. „Ich stehe in Augsburg bis 2021 unter Vertrag“, sagte der 26-Jährige der „Kleinen Zeitung“ und ergänzte: „Ich habe dem Verein aber mitgeteilt, dass ich gerne nach Frankfurt wechseln möchte.“ Er geht davon aus, dass das klappen wird. „Ich schaue mir demnächst ein paar Wohnungen an. Für mich gibt es nur Frankfurt.“

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Augsburg gibt es aber auch noch, und da hat Manager Stefan Reuter die Latte schon mal hochgelegt, mehr als zehn Millionen Euro sollen es schon sein für den Hinti. Das ist Fredi Bobic, dem Eintracht-Sportvorstand, indessen deutlich zu viel, obwohl er mit dem Spieler längst handelseinig ist. Das Gezanke um die Euronen ist in vollem Gange. Hinteregger geht das nicht schnell genug, er hätte gerne nach dem Länderspiel-Doppelpack gegen Slowenien und Nordmazedonien Klarheit, auch wenn er weiß, dass er darauf keinen Einfluss hat.

Eintracht Frankfurt zeigt bei Transfers Sorgfalt und Geschäftssinn

Wahrscheinlich wird er sich noch ein wenig gedulden müssen. Die Eintracht steht nicht in dem Ruf, ihre Transfers im Schweinsgalopp durchzupeitschen. Die Sportliche Leitung hat in den vergangenen Jahren oft genug Nerven bewiesen und die Deals mit größtmöglicher Sorgfalt und klugem Geschäftssinn vorbereitet und abgeschlossen. Das wird auch dieses Mal so sein. Ruhe, Diskretion und Seriosität sind die obersten Gebote – so gelang den Frankfurtern manch später Coup. Filip Kostic und Kevin Trapp kamen in der vergangenen Saison erst, als die ersten Pflichtspiele absolviert waren, genauso war es im Jahr zuvor bei Ante Rebic und Kevin-Prince Boateng. Allesamt waren sie Glücksgriffe.

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Das Transferfenster ist noch fast drei Monate geöffnet, da kann ungeheuer viel passieren. Vermutlich wird auch erst einmal ein Dominostein fallen müssen, ehe Bewegung in den Markt kommt.

Eintracht Frankfurt: Neuigkeiten von Jovic - aus Spanien

Einer davon könnte Luka Jovic sein, von dem es Neuigkeiten aus Spanien gibt. Mal wieder. Die „Marca“ lehnt sich erneut weit aus dem Fenster. Die Sportzeitung berichtet, dass die Eintracht mit Real Madrid Einigkeit über einen Wechsel erzielt hat. Demnach soll die Ablösesumme bei etwa 70 Millionen Euro liegen, die Eintracht sei in den Verhandlungen hart geblieben und von ihrer Forderung nicht abgewichen.

Dem Blatt zufolge traten die Frankfurter ohnehin aus einer Position der Stärke heraus auf, weil der 21 Jahre alte Stürmer nicht nur von Real heiß umworben ist. In den nächsten Tagen solle der Deal wasserdicht gemacht und verkündet werden. Die Real nahestehende Zeitung hatte den Transfer aber mehrfach als unmittelbar bevorstehend verkündet – hat nur nie geklappt.

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Fakt ist, dass sich die Madrilenen schon sehr lange sehr intensiv um Jovic bemüht und ernsthaftes Interesse signalisiert haben. Dem serbischen Nationalspieler hat das imponiert, weshalb er einen Wechsel zu Real stets favorisiert hat. Dem Vernehmen nach sind auch die Eckdaten bereits ausverhandelt, demnach kann der Toptorjäger, 27 Pflichtspieltreffer in der abgelaufenen Runde, ein Grundgehalt von rund zehn Millionen Euro pro Jahr einstreichen.

Von der ausgehandelten Ablösesumme muss die Eintracht mehr als 30 Prozent an Jovics vorherigen Klub, Benfica Lissabon, weiterreichen. Die Portugiesen ihrerseits davon die Provision für den Spielerberater Fali Ramadani abzwacken. Da geht es um eine Größenordnung von etwa zehn Millionen Euro. Verrückte Welt.

Eintracht Frankfurt sieht sich gut aufgestellt

Die Eintracht sieht sich gut aufgestellt, Nachfolgekandidaten gibt es einige, gerade aus dem spanischen und südamerikanischen Raum. Vielleicht braucht man ja auch Ersatz für Ante Rebic, der zumindest mal überlegt hat, sich anderweitig zu orientieren. Auch eine Frage nach der Nachfrage. Für ihn würde die Eintracht eine Menge Geld kassieren, müsste aber fast 50 Prozent des Erlöses an den AC Florenz, Rebics Ex-Klub, abdrücken. Diese Vereinbarung war damals deshalb so geschlossen worden, weil die Eintracht den wuchtigen Angreifer für nur zwei Millionen Euro kaufen konnte. Der Kroate hat seinen Vertrag erst vor der Saison bis 2022 verlängert und stieg dafür im Gegenzug zum Topverdiener mit einem Gehalt von knapp fünf Millionen Euro auf. Der 25-Jährige hat eine sehr durchwachsene Rückrunde gespielt und viele typische Rebic-Facetten gezeigt: holprige Ballannahme und latente Lustlosigkeit in schlechten Phasen.

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Einer, der zuletzt so ein wenig aus dem Fokus gerutscht war, gilt ebenfalls als Verkaufskandidat, Evan Ndicka. Auch wenn man sich nur schwerlich vorstellen kann, dass die Eintracht den 19-Jährige ziehen lässt – selbst wenn der Franzose im Saisonendspurt seinen Stammplatz verloren hatte. Der Verteidiger, vor Jahresfrist für sechs Millionen Euro aus Auxerre gekommen, soll das Interesse von Paris Saint Germain geweckt haben. „Ich bin aktuell bei Frankfurt, und es geht mir gut hier. Ich habe einen Vertrag – das ist alles“, sagte er am Rande der U20-WM, wo er zwei der drei Gruppenspiele von Beginn an absolviert hat und mit Frankreich ins Achtelfinale (heute gegen die USA) eingezogen ist. Ndicka hat seinen Wert schon vervierfacht, ist rund 25 Millionen Euro wert – und gehört der Eintracht ohne Klauseln oder Drittbeteiligungen. Verkaufen sollte sie ihr Abwehrjuwel trotzdem nicht. Dazu hat es zu viel Talent und Potenzial.

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