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Es klingt vielleicht komisch, aber ich bin richtig stolz auf meine Truppe“, sagte Adi Hütter nach der 0:1-Niederlage in Freiburg.  

Auswärtsspiele

Eintracht Frankfurt: Auswärts weiter mit Schwächen

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    Daniel Schmitt
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Auswärts läuft es für die Eintracht einfach nicht, Adi Hütter aber legt den Fokus auf die Leistung.

Nachdem Adi Hütter den prall gefüllten Presseraum des Freiburger Dreisamstadions gerade hinter sich gelassen hatte und damit auch jene zehnminütige Fragerunde, die sich quasi ausschließlich mit dem Bodycheck von David Abraham an Christian Streich beschäftigte, blieb der Trainer von Eintracht Frankfurt noch einmal stehen und sagte in Richtung einiger ihm folgender Reporter: „Ich möchte nicht, dass das jetzt das Thema Nummer eins ist.“ Der Wille des Fußballlehrers aus Österreich konnte ob dieser chaotischen Szene in der Nachspielzeit bei der Frankfurter 0:1-Niederlage in Freiburg nicht erfüllt werden, natürlich war sie auch tags darauf noch in aller Munde – in Frankfurt, in Freiburg, eigentlich überall im bundesweiten Fußballkosmos. Dafür sind körperliche Zusammenstöße zwischen kickenden und coachenden Angestellten der Bundesligaklubs schlicht zu außergewöhnlich. Und dennoch war das Ansinnen von Hütter legitim, nur logisch, schließlich hatte der Tumult weit in der Nachspielzeit ja nichts mit dem Spielausgang zu tun.

Eintracht-Trainer Adi Hütter war recht zufrieden

Also analysierte Adi Hütter in einem kleinen Gang zwischen Presseraum und Tribüne im kleineren Reporterkreis die Leistung seiner Mannschaft. Kurz gesagt: Er war, mal abgesehen vom Ergebnis, recht zufrieden. „Es klingt jetzt vielleicht komisch nach einer Niederlage, aber ich bin richtig stolz auf meine Truppe.“ Man habe trotz der vielen Spiele kaum einen Unterschied zwischen beiden Mannschaften gesehen. „Vor allem physisch nicht.“ Die Eintracht steht im bisherigen Saisonverlauf bei 23 Pflichtpartien, Freiburg bei 13. Sein Team, so der Trainer weiter, hätte es eigentlich verdient gehabt, in Freiburg etwas Zählbares mitzunehmen.

Die Hessen schossen 17 Mal auf des Gegners Kasten, Freiburg nur 13 Mal, dazu waren die Frankfurter Versuche die gefährlicheren. Die Hessen gewannen 53 Prozent der Zweikämpfe und liefen selbst in Unterzahl nur drei Kilometer weniger als die Gastgeber. Zahlen, die die Niederlage nicht mehr kitten werden, die Hütters Einschätzung aber untermauern. Einerseits. Andererseits ist die Schwäche auf fremden Plätzen nicht mehr zu übersehen. „Das die Auswärtsergebnisse nicht passen, darüber brauchen wir nicht diskutieren, die stören“, sagte Hütter, „aber man muss zwischen Ergebnis und Leistung unterscheiden.“

Während die Hessen ligaweit die beste Heimbilanz aufweisen, 14 Zähler aus sechs Spielen, ist die Auswärtsausbeute nur beim SC Paderborn und Mainz 05 schlechter, dem Tabellenletzten und -drittletzten. Bei fünf Begegnungen sprang gerade mal der Sieg bei Union Berlin heraus, das war’s.

„Die Ergebnisse stimmen nicht, aber die Spiele enden knapp“, relativierte Hütter und zählte auf: „Wir haben in Leipzig unverdient verloren, hätten in Augsburg trotz der furchtbaren ersten Halbzeit nicht verlieren müssen, haben in Gladbach nach der verschlafenen ersten Hälfte eine gute zweite gespielt und es nun auch in Unterzahl gegen Freiburg ordentlich gemacht.“

Eintracht Frankfurt mit Testkick gegen Sandhausen

Freilich sollten die Hessen mit Blick auf dieses Fremdeln in der Fremde natürlich tunlichst ihre Stärke auf heimischen Rasen bewahren, ansonsten könnte der Abstand zu den vorderen Rängen rasch anwachsen. Aktuell liegt die Eintracht auf Platz neun, punktemäßig gleichauf mit dem nächsten Gegner in knapp zwei Wochen, dem VfL Wolfsburg. Schon jetzt ist klar: Es wird ein nicht gerade unbedeutender Kick, ein Sieg im eigenen Stadion sollte her, wollen die Frankfurter weiter Anschluss an die Europapokalplätze halten.

Vor allem aufgrund der hohen Anzahl an Auftritten teilt Coach Hütter eine Saison ja ganz gerne in einzelne Phasen ein. Er denkt nicht so sehr von Spiel zu Spiel, wie so oft von anderen Trainern gemacht, sondern eher von Bundesligapause zu Bundesligapause. Darauf sind seine Planungen ausgerichtet, danach wechselt er sein Personal, deshalb stand beispielsweise Erik Durm am Donnerstag in Lüttich nicht im Kader und dafür drei Tage später in Freiburg in der Startelf. Oder Sebastian Rode und Makoto Hasebe, eigentlich Leistungsträger, die beide im Breisgau 90 Minuten von der Bank aus zuschauen mussten. In dieser bisher letzten Saisonperiode seit den Länderspielen Mitte Oktober bis zu den nun bevorstehenden war die Eintracht innerhalb von 23 Tagen siebenmal gefordert. Zweimal im Europacup, einmal im DFB-Pokal, viermal in der Liga – im Schnitt alle drei Tage. Ziemlich anstrengend.

Da kann natürlich nicht alles passen, nicht jede Partie am Limit absolviert werden. Neben den beiden fußballerischen Glanzlichtern gegen Leverkusen (3:0) und den FC Bayern (5:1), übrigens beide daheim, wurde ansonsten aber nun mal viel Mittelmaß geboten. Es sprangen knappe Siege auf St. Pauli und gegen Lüttich heraus. Dazu gab es drei Niederlagen (Gladbach, Lüttich, Freiburg). Trainer Hütter, der sein Team am Donnerstag (14 Uhr) unter Ausschluss der Öffentlichkeit gegen den Zweitligisten SV Sandhausen testen lässt, befand abschließend: „Insgesamt sind wir gut unterwegs mit 17 Punkten in der Liga und dem Achtelfinale im DFB-Pokal. Und auswärts kommen unsere Spiele schon noch. Ich glaube, dass wir besser werden. “

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