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Hat den Bolzen von Berlin schnell abgehakt: Kevin Trapp.
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Hat den Bolzen von Berlin schnell abgehakt: Kevin Trapp.

Eintracht Frankfurt

Auf der Lauer oder vorm Absturz?

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt hat es bisher nicht geschafft, ein Mehr an Training auch erfolgreich im Spiel abzubilden.

  • Eintracht Frankfurt avanciert zum Remis-König der Fußball-Bundesliga.
  • Fredi Bobic sieht die SGE sieht „in Lauerstellung nach oben“, befürchtet aber auch die Gefahr einer „Absturzstellung nach unten“.
  • Immer wieder fallen große Schwankungen in den Halbzeiten auf.

Mit der Analyse des ärgerlichen Unentschiedens von Berlin hat Jan Zimmermann nicht bis zum Dienstag gewartet. Schon am Sonntag hat der Frankfurter Torwarttrainer mit Kevin Trapp über dessen Patzer geredet, es war ein kurzes Gespräch. „Das zeigt doch die Qualität von Kevin, wie selten wir über so etwas sprechen“, sagte Zimmermann. Trapp sei klar gewesen, dass das sein Fehler war, „er hat wenig geschlafen die Nacht danach“. Entscheidend sei gewesen, dass der Nationaltorhüter diesen Bolzen weggesteckt und weiter Ruhe aufs Team ausgestrahlt habe. Andere würden zappelig und nervös. Trapp nicht. „Das hat mir imponiert“, sagte Zimmermann. Dann war das Thema unter den Torleuten auch schon abgehakt.

Noch keinesfalls abgehakt sind indes die auffällig vielen Unentschieden, auf die sich Eintracht Frankfurt in dieser Saison eingeschossen zu haben scheint, das 3:3 gegen Union Berlin war das sechste, die Hessen sind die Remis-Könige der Liga. Mit einem Punkt kommt man schwer von der Stelle. Auch Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic macht sich da, logisch, seine Gedanken, furchtbar zufrieden wirkt er nicht. Die Frage, sagte er im Podcast der ARD, sei doch, „was kommt nach den Unentschieden.“ Siege würden die Remis veredeln, aber wehe es setzt Niederlagen. Er sieht die Eintracht aktuell zwar „in Lauerstellung nach oben“, befürchtet aber auch die Gefahr einer „Absturzstellung nach unten“. Noch immer weiß so recht niemand beim hessischen Bundesligisten, wohin die Reise geht. „Wir hängen“, stöhnt Bobic, „in der Mitte fest“. Die Saison verlaufe bislang „in Ordnung“, so Bobic, er sei „nicht total glücklich“, aber auch nicht „total traurig“, halt unentschieden.

Wo ist das System?

Das war ja eigentlich anders gedacht. Eintracht Frankfurt wollte einen weitern Schritt nach vorne tun, wollte sich reinschieben in Gefilde, die für internationale Aufgaben taugen, wollte sich weiter verbessern. Und weil der Klub sich für diese Saison nicht für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren konnte, wollte man die gewonnene Zeit nutzen, die Mannschaft voran zu bringen. Endlich könnte der Trainer mal intensiv und regelmäßig mit der Mannschaft trainieren, hieß es, könnte neue Strategien, Automatismen, Laufwege einstudieren. Endlich könnte ein Fußballlehrer wirklich Fußball lehren, könnte etwas entwickeln, sei es ein anderes taktisches System, sei es eine neue Spielidee.

Dazu gesellte sich das weitgehend komplette Fehlen von Englischen Wochen. Reisestrapazen quer durch Europa entfielen, die Vorbereitungszeit auf den nächsten Bundesligagegner werde länger, nicht nur knapp eineinhalb Tage, punktgenaue Analysen könnten erstellt werden, die Mannschaft perfekt auf den jeweiligen Widerpart eingestellt werden. Und es gäbe ausreichend Zeit der Regeneration. Ein häufiges Rotieren entfiele zugunsten eines festen, eingespielten Stammes. So weit die Theorie.

Und die Praxis? Sie sieht deutlich ernüchternder aus. So wirklich nach vorne gebracht hat Trainer Adi Hütter die Mannschaft bislang nicht. Man sucht noch immer die klare Linie, die Philosophie, die Art und Weise, wie Eintracht Frankfurt zum Erfolg kommen will - gerade gegen tief stehende Mannschaften, die den Hessen einfach den Ball überlassen.

Eintracht Frankfurt ist leicht auszurechnen

Auch die Balance zwischen Defensive und Offensive stimmt nicht, die Eintracht ist leicht auszurechnen, es ist kein Mittel gefunden worden gegen zur Regelmäßigkeit werdende Rückstände. Zudem fallen immer wieder große Schwankungen in den Halbzeiten auf. Zuletzt wirkte das Team „schläfrig“, wie Sportdirektor Bruno Hübner zu Recht festgestellt hat. Und das alles ohne Doppelbelastung und bei kaum verletzten Spielern.

Erstaunlich ist ja auch: Im Grunde spielt nahezu die identische Mannschaft der vergangenen Saison, weder Steven Zuber, Ajdin Hrustic, noch Ragnar Ache oder Tuta spielen eine große Rolle, auch Amin Younes hat bisher kaum Spuren hinterlassen, einzig Aymen Barkok klopft vernehmlich an. Aber eine grundsätzliche Weiterentwicklung ist allenfalls mit der Lupe auszumachen, wenn überhaupt. Die Eintracht stagniert, sie muss aufpassen, „achtsam und hellwach“ (Hübner) sein, um ein böses Erwachen zu verhindern. Die vielen Unentschieden wiegen einen schnell in einer trügerischen Sicherheit. (Thomas Kilchenstein)

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