Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Guter Abraham-Vertreter: Tuta.
+
Guter Abraham-Vertreter: Tuta.

SGE

Eintracht Frankfurt: Europacup als klares Ziel

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
    schließen

Der guten Hinserie will Eintracht Frankfurt eine noch bessere Rückrunde folgen lassen. Möglich ist das dank neuer spielerischer Qualität.

Frankfurt - Das größte Lob kam von Christian Streich, dem geerdeten Freiburger Fußballromantiker. Am späten Mittwochabend, Mitternacht näherte sich nach dem 2:2 der Breisgauer Bundesligakicker gegen Eintracht Frankfurt bereits, da schwärmte der Coach drauf los – über seine eigene Mannschaft, über deren tollen Willen und die starke Leistung, was dadurch noch toller und stärker erscheine, weil ja auch die Gäste aus Hessen toll und stark spielten. In Streichs Worten klangt das dann so: „ Eintracht Frankfurt hat eine gute Mannschaft. Das ist fußballerisch im Moment mit das Beste der Liga. Wenn du den Ball verlierst, geht es bei Frankfurt so schnell und so gut. Sie sind taktisch so flexibel, haben fußballerisch so viele gute Lösungen.“ Pardauz, da dürften Adi Hütter ordentlich die Ohren geschlackert haben.

Eintracht Frankfurt: Motiviert in die Rückrunde

Der Frankfurter Trainer freilich schloss sich nach dem sechsten Spiel ohne Niederlage in Folge der Lobeshymne an. Man habe von beiden Teams ein „gutes, intensives Bundesligaspiel“ gesehen. Die Eintracht war anfangs klar besser, ging durch Amin Younes früh in Führung, der SC Freiburg aber rackerte sich zurück, drehte das Spiel, ehe Daichi Kamada für die Gäste das remisbringende Eigentor der Schwarzwälder provozierte. Alles in allem also: „Ein gerechtes Unentschieden“, wie Hütter und Streich unisono urteilten.

Beide konnten tatsächlich auch zufrieden sein, mit dem die Hinrunde abschließenden Spiel, und mit der Hinrunde insgesamt. Während die Freiburger Tabellenneunter sind, liegt die Eintracht mit nun 27 Zählern auf Position acht – lediglich zwei Pünktchen hinter einem Champions-League- und einen hinter einem Europa-League-Rang.

Erfreut teilte die hessische Medienabteilung am Abend zudem richtigerweise mit, dass die Eintracht seit der Saison 1992/93 keine Hinserie mehr mit weniger Niederlagen, deren zwei, als in dieser Runde gespielt habe. Damals, unter Trainer Stepanovic und mit den Klublegenden Bein, Okocha oder Yeboah, gab es im ersten Saisonteil nur eine Pleite, am Ende sprang Rang drei heraus. Zugegeben: Was die eifrigen Eintracht-Mitarbeiter unterschlugen, noch nie zuvor hatte eine Frankfurter Mannschaft auch derart viele Unentschieden in einer Hinrunde angesammelt (9).

Eintracht Frankfurt: Europacup als klares Ziel

Doch genug der Statistiken, deutlich ermutigender für die Frankfurter ist, dass sie sich offenbar auf einem guten Weg befinden. Zum einen kämpferisch, da bewiesen sie gegen die nicklige Truppe aus Freiburg einiges an Widerstandsfähigkeit, vor allem aber spielerisch. Seit dem Remis gegen Gladbach im Dezember, dem Auftakt der Ungeschlagen-Serie, sieht das fußballerisch wesentlich besser aus als in der früheren Phase der Saison. Amin Younes hat die Mannschaft als ballsicherer Wuseler (und Torschütze) auf ein höheres Niveau gebracht, dazu kommen die konstant guten Leistungen von Profis wie Djibril Sow oder André Silva.

„Das Hinrundenfazit fällt grundsätzlich sehr positiv aus“, sagte Hütter, der gerne das eine oder anderen Remis weniger gehabt hätte, aber: „In Summe gesehen nur zwei Niederlage nach 17 Runden, da können wir schon von einer positiven Hinrunde sprechen.“ Als „gut“ und „absolut gut“ stuften auch die Führungsspieler Kevin Trapp und Martin Hinteregger das bisher Geleistete ein.

27 Punkte oder mehr nach der Hälfte einer Erstligasaison hatte die Eintracht in diesem Jahrhundert bisher nur dreimal erreicht. 2012 unter Armin Veh (30), 2016 unter Niko Kovac (29) und 2018 unter Hütter (27). „Ich denke auch, dass wir eine gute Rückrunde spielen werden und wie viele andere Mannschaften auch um die internationalen Plätze mitmischen“, so der Coach. Dafür müssen die Hessen gerade in den kommenden Wochen konstant dreifach punkten. Es wartet ein vermeintlich machbares Programm gegen schlechter platzierte und schlechter fußballspielende Mannschaften auf die Eintracht: Am Samstag in Bielefeld, danach gegen Hertha BSC, Hoffenheim, Köln und – das Zwischenspiel gegen die Bayern mal ausgeklammert – gegen Bremen.

Eintracht Frankfurt: Hütter hat mehr Optionen

Doch hat sich die Eintracht nicht gerade gegen diese hauptsächlich auf Verteidigung ausgerichteten Teams in der Hinrunde so schwer getan? Richtig. Allerdings boten sich Hütter damals längst noch nicht so viele Optionen, diese Abwehrriegel mit passendem Personal auch ausspielen zu können. Dafür sind Profis wie Stefan Ilsanker, Dominik Kohr, Bas Dost oder Steven Zuber nun mal nicht gemacht. In den kommenden Wochen aber, das scheint gewiss, wird der Trainer nur deutlich bessere Fußballer auf Gegner loslassen, in der Hoffnung dadurch mehr Punkte im Vergleich zur Hinrunde zu ergattern. Knapp 30 Zähler wird die Eintracht wohl noch sammeln müssen, um am Ende in den Europacup einzuziehen.

Ein Pluspunkt könnte Luka Jovic werden, der Rückkehrer, der bisher in beiden Spielen eingewechselt würde. Hütter wirbt mit Blick auf den Serben jedoch um etwas Geduld: „Ich möchte den Jungen schön langsam, behutsam aufbauen.“ Bestes Beispiel sei die Entwicklung des im Herbst spät verpflichteten Younes gewesen, auch dieser habe einige Wochen und vor allem einige Spiele benötigt, um sein Topniveau zu erreichen. „So werden wir das bei Luka auch machen“, erklärte Hütter.

Ebenfalls geduldig wird der Coach mit Verteidiger Tuta sein müssen. Der 21-jährige Ersatz des nach Argentinien zurückgekehrten David Abraham machte ihn Freiburg zwar ein starkes Spiel, er gewann alle Zweikämpfe, der eine oder andere Fehler aber wird sich künftig sehr wahrscheinlich doch einschleichen. Hütter jedenfalls ist gewillt, den Brasilianer aufzubauen: „Tuta hat ein tolles Spiel gemacht, Riesenkompliment.“ Relativ nah dran an Abrahams Level sei Tuta mit seiner Leistung gewesen“, urteilte Sportdirektor Bruno Hübner überschwänglich: „Wenn er sich so weiterentwickelt, ist er ein Top-Ersatz für David.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare