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Arsenal-Trainer Unai Emery konnte sich die Niederlage gegen die Eintracht nicht leisten.

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Schonfrist abgelaufen: Arsenal entlässt Trainer Emery nach Niederlage gegen Eintracht Frankfurt

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Trainer Emery stand bei Arsenal schon lange in der Kritik – nach dem 1:2 gegen Eintracht Frankfurt wird er entlassen. 

Update, 29.11., 11.50 Uhr:

Wenn ein Trainer wackelt, sollte er mit seinem Team besser nicht gegen Eintracht Frankfurt spielen. Musste Niko Kovac nach dem 1:5 im Waldstadion gegen die SGE seinen Hut bei Bayern München nehmen, so hat es nun auch Unai Emery erwischt. 

Nur zwölf Stunden nach der 1:2-Heimpleite gegen eintracht Frankfurt in der Europa League zog der FC Arsenal die Konsequenzen aus seiner sportlichen Talfahrt und trennte sich mit sofortiger Wirkung von ihrem Coach. Interimsmäßig übernimmt der frühere Arsenal-Profi Freddie Ljungberg das Traineramt und wird die Mannschaft voraussichtlich am Sonntag gegen Norwich City betreuen. 

Arsenal wartet bereits seit sieben Pflichtspielen auf einen Sieg, dies ist die längste Durststrecke seit 1992. Als Tabellenachter der Premier League drohen die Londoner zum vierten Mal nacheinander die Champions-League-Qualifikation zu verpassen.

Letzte Schonfrist für Arsenal Trainer Emery

Erstmeldung

Pep Guardiola ist sich sicher: „Er wird früher oder später Cheftrainer sein.“ Pep Guardiola ist sich auch sicher: „Er wird irgendwann ein super Trainer sein, der Erfolg bei seinen Klubs hat.“ Und schließlich ist sich Pep Guardiola sicher: „Er wird uns irgendwann verlassen.“ Wenn Pep Guardiola das sagt, wird es stimmen – zumindest mit großer Sicherheit.

Den Mann, den der spanische Erfolgstrainer von Manchester City so überaus schätzt, ist sein engster Zuarbeiter, sein Vertrauter bei den Citizens, sein Assistent: Mikel Arteta, 37 Jahre alt, ebenfalls Spanier, früher selbst kein ganz Schlechter im Umgang mit dem Ball und seit 2016 an der Seite von Guardiola beim Premier-League-Spitzenklub tätig. Arteta sei „clever“, so sein Chef, noch dazu sei er „sehr, sehr ehrgeizig“. Warum das eine Rolle für das Europa-League-Rückspiel zwischen dem FC Arsenal und Eintracht Frankfurt am heutigen Donnerstag (21 Uhr/RTL) in London spielt? Klar, weil eben jener hochgelobter Mikel Arteta den von Guardiola vor rund zwei Jahren prognostizierten Schritt zu einem anderen Verein bald gehen könnte. Womöglich zum FC Arsenal.

Arsenal-Fans sind frustriert und wütend

Die Nordlondoner stecken derzeit kräftig in der Krise. Sie sind seit nunmehr sechs Pflichtspielen ohne Sieg, im Europacup haben sie zwar beste Chancen aufs Weiterkommen, der Ligaalltag aber misslingt zu häufig. Nach 13 Partien ist Arsenal, vor einem halben Jahr im Finale der Europa League in Baku (1:4 gegen FC Chelsea), nur Achter und hat zudem acht Zähler Rückstand auf den für die Champions League berechtigenden vierten Rang. Eine herbe Enttäuschung, für die im Umfeld von Arsenal vor allem ein Mann verantwortlich gemacht wird: der bei vielen Fans längst nicht mehr geschätzte Unai Emery. 

Beim 2:2 am vergangenen Samstag gegen den FC Southampton schallten dem spanischen Fußballlehrer im eigenen Stadion zum wiederholten Male Buhrufe entgegen. Emery hat es in seiner zweiten Saison bei den Londonern nicht geschafft, den zweifelsohne riesigen Schatten von Erfolgstrainer Arsene Wenger loszuwerden. „Ich verstehe, dass die Fans frustriert und wütend sind“, sagte Emery diese Woche, „aber das sind wir auch. Meine Aufgabe ist es, an den Problemen zu arbeiten und Lösungen zu finden.“

Arsenal: Drei Nachfolgekandidaten für Emery

Zur Überraschung etlicher Experten, die die Entlassung des 48-Jährigen gefordert hatten, darf Emery aber auch gegen die Eintracht auf der Trainerbank sitzen. Zum letzten Mal? Bei einer Niederlage wäre das jedenfalls wahrscheinlich. Mikel Arteta, einst ja selbst 150 Mal für Arsenal aktiv, der gerade bei Tottenham entlassene Mauricio Pochettino und der Italiener Massimiliano Allegri gelten als Nachfolgekandidaten. Emery versucht dennoch, vor dem für den Klub und für ihn so wichtigen Duell gegen die Fußballer aus Hessen Gelassenheit zu demonstrieren. Er sagte: „Ich weiß, dass der Schlüssel unsere Heimspiele sind. Dort können wir Selbstvertrauen sammeln. Wir sollten wieder eine Verbindung zu den Fans herstellen, indem wir besseren Fußball spielen.“

Spannend wird ob dieser heiklen Situation für den Coach zu sehen, welchem Personal er gegen Eintracht Frankfurt vertraut. In der Regel durften in der Europa League große Teile der Londoner Ersatzkicker ran. Nicht alle, aber einige Stars wurden bei den internationalen Auftritten der Rot-Weißen geschont. Ob Emery auch diesmal das dadurch nicht gerade geringer werdende Risiko auf einen weiteren Fehlschlag eingeht? Trainerkollege Pep Guardiola kann diese Frage zwar nicht beantworten, über die Zukunft seines Vertrauten Arteta sagt er aber: „Ich glaube, Unai Emery ist Arsenal-Trainer.“ Noch.

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