Bundesligastart

Eintracht Frankfurt: Mit ungewisser Zuversicht in die Saison

  • Thomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt hat an Eröffnungsspiele gute Erinnerungen. Gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld ist das Team von Trainer Adi Hütter Favorit.

  • Die Bundesliga startet in die neue Saison.
  • Eintracht Frankfurt spielt im heimischen Stadion gegen Arminia Bielefeld.
  • Die Hessen gegen als Favorit in die Partie.

Erste Spieltage, so besagt eine Fußballerweisheit, seien immer etwas besonderes, da noch kaum einer der Klubs verlässlich wisse, auf welchem Niveau er spiele. Testkicks in der Vorbereitungszeit sind bestenfalls Muster ohne Wert. Eintracht Frankfurt hat eigentlich gute Erfahrungen mit Eröffnungsspielen gemacht, die letzten vier Begegnungen des ersten Bundesliga-Spieltags wurden allesamt nicht verloren, dreimal gingen die Hessen als Sieger vom Platz, vor allem: viermal spielten sie gar zu Null. Das letzte Gegentor zu Saisonbeginn kassierten die Frankfurter im August 2015 bei einer 1:2-Niederlage beim VfL Wolfsburg: Torschütze seinerzeit war - Bas Dost.

Trainingsduell: Stefan Ilsanker (li.) und Timothy Chandler im Zweikampf.

Der lange Mittelstürmer wird den Hessen morgen also kein Gegentor einschenken, es sei denn, er fabriziert ein Eigentor. Allerdings steht auf der anderen Seite ein Angreifer von ähnlicher Statur, Fabian Klos, mit 1,94 Metern nur zwei Zentimeter kleiner als der Holländer.

Eintracht Frankfurt gegen Armina Bielefeld: Die SGE ist klarer Favorit

Elf Jahre ist es her, dass Arminia Bielefeld, Gegner der Eintracht am morgigen Samstag (15.30 Uhr) zuletzt in der Bundesliga spielte. 2009 stiegen die Ostwestfalen ab, nachdem selbst der in Frankfurt bestens beleumundete Jörg Berger als Feuerwehrmann nichts mehr ausrichten konnte; Berger wurde damals in der Woche vor dem 34. Spieltag verpflichtet. Wunder schaffte der 2010 verstorbene Fußballlehrer nur im Stadtwald.

Eintracht Frankfurt geht morgen als klarer Favorit in diese Begegnung. Die ostwestfälischen Aufsteiger sind ein weitgehend unbeschriebenes Blatt, haben sich mit den Stürmern Sergio Cordoba (FC Augsburg) und dem pfeilschnellen Christian Gebauer (SCR Altach) moderat verstärkt. Die zweite Liga hatten die von Uwe Neuhaus trainierten Arminen sehr souverän hinter sich gelassen, sie erzielten die meisten Tore und kassierten die wenigsten Gegentore, zudem holten sie in der vergangenen Saison 34 Zähler in der Fremde. Es war ihr achter Aufstieg in die erste Liga. Allerdings ging der Pflichtspielauftakt der Bielefelder komplett daneben, sie unterlagen im DFB-Pokal dem viertklassigen Regionalligisten Rot-Weiß Essen 0:1. Diese Blamage will das Team möglichst schnell ausmerzen.

Eintracht Frankfurt wieder vor Zuschauern

Interessant wird sein, wie die Stimmung in der Arena sein wird, Zuschauer sind zugelassen, erstmals wieder seit Mitte März. 6500 Anhänger werden kommen dürfen, die sich mit Abstand auf den 51.500 Besucher fassenden Tribünen verteilen werden. Dass Eintracht Frankfurt nicht die vollen, seit Mittwoch von den Ländern freigegebenen 20 Prozent der Stadionkapazität abruft, hat organisatorische Gründe; in der Kürze der Zeit sei das nicht zu stemmen gewesen, hieß es.

Ungewohnt und lauter als zuletzt dürfte es trotzdem werden, und ein bisschen kann sich der eine oder andere an Zeiten erinnern, als 7 000, 8 000 oder bestenfalls 10 000 Zuschauer gekommen waren, wenn die Gegner SG Wattenscheid, VfL Bochum oder eben Arminia Bielefeld hießen, ausgangs der 1970er Jahre war das, und das altehrwürdige Waldstadion mit Laufbahn nur dann restlos gefüllt war, wenn Bayern München, Borussia Mönchengladbach oder Kickers Offenbach (sic!) zu Gast waren. Lang, lang ist es her.

Eintracht Frankfurt: Mit eingespielten Team in die Partie

Eintracht Frankfurt fühlt sich gewappnet für den Auftakt. Auch wenn noch nicht alles reibungslos läuft, so versprüht die Mannschaft doch verhaltene Zuversicht. Die gründet sich nicht so sehr auf die eher durchwachsenen Ergebnisse in den Pflicht- und Vorbereitungsspielen gegen den FC Basel (0:1), TSV 1860 München (2:1) sowie AS Monaco (1:1), PSV Eindhoven (2:1) oder Ajax Amsterdam (1:2), als vielmehr auf ein gewachsenes Mannschaftsgefüge. Das Team ist zusammengeblieben, die Laufwege sollten bekannt sein, alle wichtigen Spieler sind unter Vertrag, lediglich im Angriff sind die Hessen nach dem Wechsel von Goncalo Paciencia zu Schalke 04 derzeit dünn besetzt. Sehr wahrscheinlich wird die Eintracht auf dieser Position noch etwas tun, dazu wird sie Augen und Ohren offen halten. Eine Verstärkung im kreativen Mittelfeld wäre zudem sinnvoll. Bis zum 5. Oktober hat Vorstand Fredi Bobic noch Gelegenheit, das Team zu verstärken. Ohnehin liebt es der Mann, seine Karten erst zum Schluss auszuspielen.

Ein guter Start ist stets das, was sich Bundesligatrainer wünschen, und Eintracht Frankfurt hat, zumindest was die Papierform angeht, anfangs vom Spielplan Hürden aufgestellt bekommen, die machbar sind. Nach der Heimpartie gegen Bielefeld, muss die Eintracht am kommenden Freitag nach Berlin, dann kommt TSG Hoffenheim, schließlich reisen die Frankfurter nach Köln. Erst dann kommt der erste Brocken, am 24. Oktober gastieren die Hessen beim FC Bayern. Das Gute an diesem Spielplan ist: Auf die Hochkaräter treffen die Frankfurter nicht direkt hintereinander, zwischendurch gibt es immer wieder lösbare Aufgaben – zumindest in der Theorie. (Von Thomas Kilchenstein)

Rubriklistenbild: © Jan Huebner

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