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Eintracht Frankfurt: Arbeiten an der Trendwende

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt muss jetzt Farbe bekennen, um im neuen Jahr eine Perspektive zu haben.

  • Eintracht Frankfurt trifft im nächsten Bundesligaspiel auf den VfL Wolfsburg.
  • Es treffen die Remiskönige der Liga aufeinander.
  • Eintracht-Coach Adi Hütter könnte die Taktik gegen Wolfsburg erneut ändern

Das kann ja heiter werden am Freitagabend am Mittellandkanal, dort, wo der VfL Wolfsburg zu Hause ist. Dorthin reist der Fußballbundesligist Eintracht Frankfurt gegen Ende der Woche, um die Kräfte mit den Wölfen zu messen, und wer darauf setzt, dass diese Begegnung ohne Sieger enden wird, nun ja, der dürfte gut im Rennen liegen. Denn dann treffen die Remiskönige der Liga aufeinander: Wolfsburg sechsmal, Frankfurt siebenmal. Sapperlot.

Gegen Dortmund ausnahmsweise mal erst eingewechselt: Eintracht-Profi Stefan Ilsanker, der Abräumer mit Gesichtsmaske.

Eintracht Frankfurt: Die Unentschieden ärgern

Bei der Eintracht ist diese missliche Serie ja längst zum großen Ärgernis geworden, selbst die Älteren können sich nicht an Ähnliches erinnern, was daran liegt, dass es so etwas in Frankfurt noch nie gab. Die vielen Remis haben zur unschönen Folge, dass die Hessen mit 13 Punkten im tabellarischen Mittelfeld gefangen sind. Seit sieben Spielen wartet die Eintracht auf einen Sieg, das 2:1 gegen Hoffenheim liegt mehr als zwei Monate zurück. Ob es jetzt gerade bei den starken Niedersachsen mit einem Dreier klappt? Schließlich ist der ungeschlagene VfL gut drauf, hat vier der letzten sechs Partien gewonnen, in der Formtabelle dieser Phase belegt er punktgleich (14) mit den Bayern Rang drei, die Eintracht mit fünf Zählern Platz 13.

Und doch ist es nicht so, dass die Frankfurter sich verstecken müssten, sie haben zuletzt ansprechende Leistungen gezeigt, waren den absoluten Topteams RB Leipzig (1:1) und Borussia Dortmund (1:1) mindestens ebenbürtig. Und bei den überraschend starken Berlinern von Union drehten sie den frühen 0:2-Rückstand in ein 3:2, ehe Max Kruses Kracher in den Giebel die drei Punkte auflöste.

Eintracht Frankfurt muss die Wende schaffen

Klar ist auch, dass die Eintracht jetzt Farbe bekennen und die Trendwende schaffen muss, will sie sich im neuen Jahr in eine Position hieven, in der sich noch Perspektiven nach oben eröffnen. Die Spieler sind sich der Tragweite der restlichen drei Partien in Wolfsburg, in einer Woche gegen Gladbach und abschließend in Augsburg bewusst, deshalb fordert Aymen Barkok frank und frei: „Von neun Punkten wollen wir mindestens sieben mitnehmen.“ Was vermessen klingen mag, ist eine nachvollziehbare Einschätzung, wenn der europäischen Anspruch nicht konterkariert werden will.

Eintracht Frankfurt: Aymen Barkok fühlt sich fit

Der Deutsch-Marokkaner ist einer der Spieler, die Trainer Adi Hütter aufbauen und entwickeln will. Dass der 22-Jährige nach seiner Covid-19-Erkrankung so schnell aufs Feld zurückgekehrt ist, darf als Überraschung gewertet werden. „Ich hatte Gott sei Dank keine starken Symptome, ich kann riechen und schmecken“, sagt der Mittelfeldmann. „Mir geht’s gut, ich bin gesund.“ Gegen Dortmund war er Mitte der zweiten Hälfte dennoch ziemlich platt, was nur logisch ist.

Mit Barkok verändert sich das Spiel von Eintracht Frankfurt. Immer wenn er startete, verzichtete Coach Adi Hütter auf einen zweiten Stürmer und baute stattdessen auf zwei offensive Kreative in den Halbpositionen, eben Barkok und Daichi Kamada. Das klappte gegen die Topteams aus Leipzig und Dortmund ganz gut, das sind aber auch „zwei Champions-League-Mannschaften, da sollte man taktisch eine Spur defensiver denken“, wie der Frankfurter Fußballlehrer einwirft.

Eintracht Frankfurt: Armer Silva ganz allein

Diese Ausrichtung hatte zur Folge, dass der beste Frankfurter Torschütze, André Silva, in diesen beiden Duellen wirkungslos blieb und nur einen einzigen Torschuss abgab. Gegen Dortmund wurde er ausgetauscht, nicht nur, aber auch, weil er über muskuläre Probleme klagte. Mit einem zweiten Stürmer, also Bas Dost an seiner Seite, fällt es dem Portugiesen leichter. Andererseits hat sich Hütter aufgrund der Taktik mit nur einer Spitze getraut, das defensive Mittelfeld anders zu besetzen als gewohnt. Er ließ erstmals seit dem ersten Spieltag Stefan Ilsanker draußen. Der Österreicher, der seine Stärken im Zerstören hat, war sonst als Fixpunkt vor der Abwehr gesetzt, der 31-Jährige, ohnehin durch einen Nasenbeinbruch plus Gesichtsmaske gehandicapt, ist jedoch fußballerisch limitiert.

Gegen Dortmund baute Hütter auf Sebastian Rode und Djibril Sow, die beide sehr laufstark sind, aber auch spielerisch Akzente setzen können. Rode etwa streute einen Außenrist-Traumpass auf Erik Durm ein. Insgesamt eine Umstellung, die sich auszahlte. Auch Dominik Kohr habe es nach seiner Einwechslung „gut gemacht“, wie der Trainer befand. Er sieht mit diesen vier Spielern für zwei Positionen schon eine Art „Luxusproblem“, es komme auf den „Mix und den Gegner an, wie man da zusammenstellt“.

Vielleicht mischt Hütter am Freitag ja eine Besetzung zusammen, die den Unentschieden-Fluch durchbricht – ausgerechnet im Duell der Remiskönige.

Rubriklistenbild: © Jan Huebner

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