Bas Dost in die Premier League? Fredi Bobic weiß von nichts.
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Bas Dost in die Premier League? Fredi Bobic weiß von nichts.

Eintracht-Offensive

Bas Dost nach Tottenham? Eintracht-Vorstand Bobic findet klare Worte

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Viel Bewegung in Frankfurts Offensive: Goncalo Paciencia geht nach Schalke, Bas Dost ist heiß begehrt. André Silva hat sich viel vorgenommen.

  • Eintracht Frankfurt gibt Goncalo Paciencia an den Ligakonkurrenten Schalke 04 ab.
  • Sein Landsmann André Silva wurde von der SGE erst kürzlich fest verpflichtet.
  • Der Stürmer startet gut in die neue Bundesliga-Saison.

Als Eintracht Frankfurt vor gut vier Wochen mit der zweiten Vorbereitung auf die neue Saison begann, gingen fünf Angreifer auf Torejagd, zumindest trainingshalber. Nach und nach werden es weniger, erst wurde Dejan Joveljic nach Österreich verliehen, jetzt ist Goncalo Paciencia zum Konkurrenten Schalke 04 auf Leihbasis mit Kaufoption gewechselt, der TV-Sender Sky bezifferte die Leihgebühr auf zwei Millionen Euro. Der Portugiese war gestern schon nicht mehr beim Training. Zuletzt hatte er kaum mehr eine Rolle gespielt, auf Schalke soll er mehr Spielpraxis erhalten. An diesem Dienstag drang zudem das Gerücht in den Frankfurter Stadtwald, wonach José Mourinho, Startrainer der Tottenham Hotspurs, seine Fühler nach Bas Dost ausgestreckt haben soll. Das britische Boulevardblatt „Daily Mail“ berichtete von einem Sechs-Millionen-Angebot, das die Nordlondoner unterbreiten möchten. Zuletzt, hieß es, sei auch FC Brügge hochinteressiert am langen Holländer gewesen – dumm nur, dass Eintracht-Vorstand Fredi Bobic von der Offerte nichts wusste, alles „ungelegte Eier“, winkte er ab.

Und jetzt? Bas Dost jedenfalls war am Dienstag beim Training, das mal wieder für 125 Fans geöffnet war. Dass neben Paciencia auch Dost ein paar Tage vor dem Bundesligastart am Samstag gegen Neuling Arminia Bielefeld gehen könne, ist nicht so wahrscheinlich. Eintracht Frankfurt hätte dann lediglich zwei Stürmer, André Silva, gerade erst mit einem Kontrakt bis 2023 ausgestattet, und Ragnar Ache, einer für die Zukunft. Außerdem hat Dost im Pokalspiel im Zusammenspiel mit Silva unter Beweis gestellt, wie wertvoll er noch für die Eintracht ist. Ein Duo von der Qualität Dost/Silva sucht man in der Bundesliga unterhalb der ersten sieben, acht Teams vergebens. Dass sein alter Freund und Kumpel Paciencia nun gehe, sei schade, aber nicht zu ändern, sagte Silva am Dienstag: „Das Leben geht weiter.

André Silva ist reifer geworden

Nahtlos an seine prima Form der Nach-Corona-Pause hat André Silva anknüpfen können, in München beim Pokalauftakt war er bester Mann, nicht nur wegen seines Tores und der Vorbereitung zum 2:0. Er fühle sich momentan einfach gut, sagte der 24-Jährige jetzt. Er habe sich auch deswegen, ein wenig überraschend, für die Hessen entschieden, weil er sich hier „als Mensch und Spieler weiterentwickeln“ könne. Die Bundesliga mit ihrer Intensität und ihrem Tempo liege ihm, jeder könne praktisch jeden schlagen, „das mag ich gerne“. Mittlerweile habe er sich an alles gewöhnt, an das Land, an die Sprache, an die Mannschaft. Als er vor einem Jahr gekommen war, habe er zwar gleich Tore erzielt, nach diversen Verletzungen aber sei er in eine Art Loch gefallen. „Da war ich nicht in bester Verfassung, da war ich nicht auf dem richtigen Weg“.

Konzentriert in die neue Saison: André Silva.

Die Zwangspause wegen der Corona-Pandemie sei ihm zugute gekommen, in dieser Zeit habe er viel an seiner Fitness gearbeitet, auch mental sei er deutlich stabiler geworden, mit dem Ergebnis, dass er hinter Robert Lewandowski mit acht Treffern die meisten Tore erzielte. Insgesamt hat der portugiesische Nationalspieler, den Cristiano Ronaldo bekanntlich einst als seinen Nachfolger empfahl, in seinem ersten Jahr in Frankfurt in der Bundesliga in 25 Partien zwölf Tore erzielt. 38 Pflichtspiele hat er auf dem Buckel, seine Bilanz (16 Tore/fünf Vorlagen) ist für einen Stürmer nicht die schlechteste.

Eintracht Frankfurt wird für André Silva zur Heimat

Nach scheinbar ruhelosen Etappen durch Europa scheint der 35-fache Nationalspieler in Frankfurt eine neue Heimat gefunden zu haben. Er ist reifer geworden. So richtig glücklich spielte er bei seinen vergangenen Stationen nicht, beim AC Mailand kam er bei 25 Einsätzen lediglich auf zwei Tore, auch in Spanien beim FC Sevilla (27/9) vermochte er nicht an die guten Zeiten bei seinem Heimatklub, dem FC Porto (41/17), anzuknöpfen. Natürlich, sagt er, werden Stürmer an Toren gemessen, auch er will so viele Bunden machen wie möglich. Aber Trainer Adi Hütter verlange von ihm auch, „zu pressen“ und die zweiten Bälle zu erobern. Gerne lässt sich der feine Techniker zurückfallen, er schleppt Bälle und geht die weiten Wege.

Eine spezielle Torquote peilt er nicht an. Er will aber „heute besser sein als gestern“, das sei sein Antrieb. Und mit der Eintracht möchte er nach Möglichkeit besser abschneiden als im vergangenen Jahr, da wurden die Hessen Neunter. Und natürlich an den Plätzen kratzen, die für das internationale Geschäft erforderlich sind. „Das ist auch der Wunsch des ganzen Vereins.“ Das Zeug dazu habe man, die Mannschaft sei intakt, sei gewachsen.

Doch bis dahin ist noch ein weiter Weg. Zunächst steht der Bundesligaauftakt gegen Bielefeld an. Was er über den ersten Gegner weiß, ist André Silva gefragt worden. Er hat ein bisschen überlegen müssen. „Ich weiß, dass sie aus der zweiten Liga kommen.“

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