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Andre Silva Eintracht Frankfurt am Ball
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Eine Klasse für sich: André Silva.

SGE

Eintracht Frankfurt: André Silva ist endlich in der Mitte angekommen

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Stürmer André Silva ist bei Eintracht Frankfurt zur Ruhe gekommen. Mittlerweile trifft er wie am Fließband.

  • André Silva, Stürmer von Eintracht Frankfurt, trifft seit dem Re-Start der Bundesliga verlässlich für die SGE
  • Er konnte bei den Hessen eine Konstante entwickeln
  • Cristiano Ronaldo bezeichnet ihn als seinen legitimen Nachfolger

Frankfurt - Für alles gibt es ja eine Erklärung, und es hat natürlich auch einen Grund, warum André Miguel Valente da Silva gerade in der Phase nach dem Re-Start der Bundesliga so verlässlich für Eintracht Frankfurt traf: die Corona-Pause. In dieser Zeit im späten Frühjahr dieses Jahres war nämlich die Frau Mama zu Besuch, und sie tat ihrem mal wieder im Ausland beschäftigten Sohn offensichtlich gut.

Als es nämlich wieder losging, schoss der Filius ein Tor nach dem anderen für Eintracht Frankfurt, elf Buden erzielte der portugiesische Nationalspieler, lediglich Superstar Robert Lewandowski hatte häufiger ins Schwarzen getroffen, 16-mal. Der Grund für die neu entdeckte Treffsicherheit ging durch den Magen: „Mamas Essen“ sei die Erklärung für seine Torgefahr, hatte der Stürmer im Sommer der „Bild“ gesagt, und weil die Frau Mama wegen der Corona-Pandemie nicht nach Hause reisen durfte, hat der Sohnemann stets getroffen. Schöne Geschichte.

Eintracht Frankfurt: Ronaldo bezeichnet André Silva als legitimen Nachfolger

Vermutlich hat André Silva etwas mehr dazu getan als nur zu futtern. Der Anfang November 25 Jahre alt werdende Angreifer von Eintracht Frankfurt hat schlicht eine gewisse Anlaufzeit benötigt, um zu jener Form und Leistungsstärke zurückzufinden, die einst den AC Mailand dazu bewogen hatte, 38 Millionen Euro an den FC Porto zu überweisen. Und natürlich ist das mittlerweile berühmte Ronaldo-Zitat, wonach er, André Silva, der legitime Nachfolger von CR7 werden würde, auch nicht ganz ohne Hintergrund getätigt worden.

Dieser André Silva, geboren im nordportugiesischen Baguim do Monte, verfügt über spezielle Fähigkeiten, Fähigkeiten, die nicht jeder hat, er ist ein feiner, technisch anspruchsvoller Fußballer, dribbelstark, mannschaftsdienlich, und er weiß, wo das Tor steht, er hat ein Näschen dafür. Und er geht dahin, wo es als Stürmer unangenehm werden kann, sein Tor für Eintracht Frankfurt gegen Bielefeld bezahlte er mit einer Beule am Kopf, den Siegtreffer von Bas Dost gegen Hoffenheim bereitete er im Sitzen aus dem Gewühl heraus vor.

Für Eintracht Frankfurt, die ihn für kleines Geld vom AC Mailand erworben und mit einem Kontrakt bis 2023 ausgestattet hat, hat er sich seit dem Re-Start zu einem nahezu unverzichtbaren Leistungsträger entwickelt. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In 29 Bundesligaspielen seit Mitte September 2019 sind ihm 15 Treffer gelungen, was bei der Eintracht bislang nur Willi Huberts, Walter Bechtold, Theofanis Gekas und Luka Jovic vergönnt war. In all seinen 42 Pflichtspielen für die Hessen, also Liga, Pokal und Europa League, hat er 20 Tore markiert und sieben Vorlagen geliefert. Das ist der beste Wert seiner Karriere, weder in Liga NOS, La Liga oder Serie A traf er regelmäßiger.

André Silva hat bei Eintracht Frankfurt eine Konstante entwickeln können

Allein in dieser Runde hat er in fünf Pflichtspielen vier Tore geschossen, zwei Assist stehen in seiner Statistik. Er und Stürmerkollege Bas Dost, mit dem er ausgesprochen gut harmoniert, waren - mit einer Ausnahme - bislang an allen Toren von Eintracht Frankfurt (neun) beteiligt. Lediglich Sebastian Rode war einmal in die Phalanx der Torfabrik Silva/Dost eingebrochen - beim 3:1 in Berlin. Dazu zeigt Silva auch bei ruhenden Bällen aus elf Metern eine erstaunliche Nervenstärke: Wie selbstverständlich hat er in dieser jungen Saison die beiden Strafstöße für die Eintracht verwandelt.

Viele Klatschen

Der letzte Punktgewinn der Eintracht beim FC Bayern München liegt schon 13 Jahre zurück – die ernüchternde Bilanz seither: ein Remis, elf Niederlagen, 6:38 Tore.

Mittlerweile hat André Silva auch eine Konstante entwickeln können, in seinem Spiel wie im Leben. Die vielen Umzüge in jungen Jahren, von Portugal nach Italien, dann wurde er, weil er bei Milan nicht gleich zündete, an den FC Sevilla ausgeliehen, zurück nach Italien, dann nach Frankfurt, waren seiner Leistung nicht besonders zuträglich: „Es war bisher für mich nicht einfach, konstant auf hohem Niveau zu spielen, denn dazu musst du konstant bei einem Verein sein. Wenn du aber ständig wechselst, geht der Aufzug mal nach unten“, hat er mal gesagt. Nun hat er bei Eintracht Frankfurt seine Mitte gefunden, nun weiß er, wohin er gehört.

Filip Kostic wieder im Lauftraining bei Eintracht Frankfurt

Am Samstag kommt es in München zum Duell mit Robert Lewandowski, der Einzige, der eine bessere jüngere Statistik aufweist. Der Pole hat bislang siebenmal getroffen, Silva dreimal. Dass es torreich werden dürfte in Fröttmaning liegt auf der Hand, in den drei Spielen gegen die Bayern der vergangenen Runde waren insgesamt 16 Tore (5:1, 2:5, 1:2)gefallen, Eintracht Frankfurt erzielte dabei erstaunliche acht Tore.

Womöglich muss André Silva am Samstag allein in vorderster Front ackern. Denkbar ist, dass Trainer Adi Hütter des kompakteren Auftretens wegen Angreifer Dost auf der Bank belässt und einen zusätzlichen defensiven Spielern ins Mittelfeld einbaut. Andererseits würde man damit den Bayern zu noch mehr Übermacht verhelfen und sein Heil allein in der Defensive suchen. Das hat bei Eintracht Frankfurt indes in den seltensten Fällen geklappt.

Natürlich noch keine Option für diese Partie ist Filip Kostic. Der an einem Bänderanriss im Knie laborierende Linksfuß begann gestern aber immerhin wieder mit Lauftraining. Auf diesen Vorlagengeber dürfte sich auch André Silva bald wieder freuen. (Thomas Kilchenstein)

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