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Im Gespräch, vielleicht auch um die eigene Zukunft: Trainer Adi Hütter (rechts) und Filip Kostic.

Zukunft der SGE

Ob Adi Hütter die Eintracht verlässt ist unklar - Doch der Coach rät einem Star dringend zu bleiben

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Die Vertragsgespräche der Eintracht mit Trainer Adi Hütter dauern an – „es hängt nicht an viel“, sagt der Coach. Einem seiner Profis rät er dringend, in Frankfurt zu verlängern.

Es ist ganz gut, dass heute Nachmittag die Bundesliga noch nicht anfängt, findet Adi Hütter. Deshalb kann er in der Nacht noch tief und gut schlafen. Das wäre womöglich anders, hieße heute der Gegner Arminia Bielefeld und nicht PSV Eindhoven, gegen die niederländische Spitzenmannschaft testet Eintracht Frankfurt ab 18 Uhr (live bei Sport1). „Es ist mir lieber, dass es noch nicht losgeht“, sagt Adi Hütter. Für eine Begegnung um Punkte wären die Hessen sicherlich noch nicht so weit, „Spritzigkeit und Aggressivität“ fehlten, außerdem gäbe es die eine oder andere Position, auf der „wir unsere Qualität verbessern“ könnten, findet der Coach. Vielleicht sogar müssen.

Bleibt Trainer Adi Hütter bei der Eintracht: Die Vertragsgespräche laufen noch

Hütter lässt offen, zumindest öffentlich, welche Positionen er meint. Dabei ist es kein allzu großes Geheimnis: Im offensiven Mittelfeld, dort also, wo kreativ die Fäden gezogen werden, hapert es, zudem würde ein schneller Rechtsaußen gut tun. Und dann muss Eintracht Frankfurt vorbereitet sein, falls doch noch ein Leistungsträger für viel Geld den Klub verlassen sollte. Deshalb glaubt auch Adi Hütter, wie praktisch alle Fachleute, dass sich die Transferperiode ziemlich zäh entwickeln werde und viele Klubs erst ganz zum Schluss zuschlagen werden - wenn die Preise gefallen sind. Der Frankfurter Kader, so viel dürfte sicher sein, wird sich verändern.

Adi Hütter selbst ist in der komfortablen Lage, noch einen Vertrag mit dem Klub bis 2021 zu besitzen, den zu verlängern in den nächsten Tagen und Wochen geplant ist - sollten sich beide Parteien einigen. So weit sind sie noch nicht, die Gehaltsvorstellungen liegen noch auseinander. Allerdings, findet der Fußballlehrer, liefen die Gespräche auf einem „sehr hohen Niveau“, alles sei „relativ entspannt“. Eine „Deadline“, bis der neue Kontrakt unterzeichnet sein müsse, setze er nicht, er wolle sich momentan aufs Sportliche konzentrieren und keine „Wasserstandsmeldungen“ abgeben. Nur so viel: „Es hängt nicht an viel.“

Trainer Adi Hütter rät einem Spieler, dringend zu bleiben

Einer, dem Hütter dringend raten würde, in Frankfurt zu bleiben, ist Daichi Kamada, der Japaner, der an guten Tagen in der Lage ist, einen gewissen Esprit in die Mannschaft zu bringen. Auch dessen Vertrag läuft nur noch ein Jahr, eine Verlängerung will sein Berater versilbert wissen. Hütter hält Kamada für „einen supertollen, interessanten Spieler“, dessen Entwicklung noch nicht abgeschlossen sei und der seine Leistung am ehesten in Frankfurt steigern könne.

Ihn möchte der Fußballlehrer sehr ungern verlieren, weil er große Stücke auf ihn hält und weil er in seinem Konzept eine wichtige Rolle spielt. Denn die Eintracht soll künftig an die Aggressivität, die Galligkeit anknüpfen, die sie im ersten Jahr unter Hütter verbreitet hat. Deshalb liege ein Schwerpunkt der Trainingsarbeit auf dem frühzeitigen Attackieren, auf dem vertikalen, schnellen Spiel in die Spitze, auf einem besseren Spielaufbau, einer größeren Kompaktheit. Die geringere Belastung durch den Wegfall der Europa-League-Begegnungen will Hütter dazu nutzen, mehr zu trainieren, vor allem, um taktische Feinheiten herauszuarbeiten.

Keiner Überblick über die Neuzugänge bei Eintracht Frankfurt

Mit den bisherigen Zugängen, etwa Ragnar Ache oder Steven Zuber, hat Hütter auch mehr Möglichkeiten. Gerade der junge Stürmer Ache mache eine „gute Figur“ und bringe mit seiner Schnelligkeit und Dynamik „ein anderes Element“ ins Team, „er hat richtig Speed“, lobt Hütter, bremst aber zugleich: Ache benötige noch Zeit. Doch er ist deutlich weiter als Dejan Joveljic, der weiterhin in einer separaten Trainingsgruppe üben muss, weil sich seit seiner Ausleihe nach Belgien „nicht viel verändert hat“, wie Hütter meint. Er soll nochmals ausgeliehen werden. Zu der auf einem Nebenplatz trainierenden Gruppe zählt auch Rückkehrer Simon Falette, dessen Leihe zu Fenerbahce Istanbul beendet ist. Auch für ihn sucht man einen Verein, die Konkurrenz mit Martin Hinteregger und Eva Ndicka sei zu groß. Dagegen bereitet Steven Zuber viel Freude, er sei „ein guter Typ, ein universeller Spieler“, auf beiden Flügeln einsetzbar, zudem auf der Zehn und bei Not am Mann sogar als hängende Neun, findet Hütter, der hofft, Kapitän David Abraham in der nächsten Woche wieder im Mannschaftstraining zu begrüßen. Derzeit absolviert der an einer Bänderblessur laborierende Argentinier intensives Lauftraining.

In Eindhoven wird der 34-Jährige natürlich nicht dabei sein. Die Mannschaft fliegt heute Morgen nach Holland. Wie schon gegen den AS Monaco plant Trainer Hütter, zwei „bunt gemischte“ Mannschaften aufzubieten. Die Würfel sind noch nicht gefallen: „Es ist Vorbereitung. Da kann sich jeder Spieler beweisen.“

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