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SGE

Eintracht Frankfurt: Adi Hütter verlässt die SGE – was hat er vor?

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Es fällt schwer nachzuvollziehen, warum der Trainer Adi Hütter im Sommer Eintracht Frankfurt verlässt. Ist es der Karriereplan einer Ich-AG? Ein Kommentar.

Frankfurt am Main - Natürlich kann der Frankfurter Trainer Adi Hütter den Klub wechseln, wenn er glaubt, woanders bessere Voraussetzungen vorzufinden. Er ist nicht mal vertragsuntreu geworden, eine Ausstiegsklausel macht es möglich, und wenn Borussia Mönchengladbach die 7,5 Millionen Euro aufbringt, kann Adi Hütter selbstverständlich an den Niederrhein gehen.

Selbst wenn Außenstehende die Entscheidung Hütters nicht nachvollziehen können. Wie auch? In Frankfurt verlässt der Österreicher einen intakten Klub und eine Mannschaft, die kurz davor steht, mit dem erstmaligen Einzug in die Champions League Historisches zu schaffen, hier findet er eine gemähte Wiese vor. Gladbach schafft vermutlich nicht mal den Einzug in die Europa League.

Eintracht Frankfurt: Adi Hütter strebt zu neuen Ufern

Aber das ist offenbar nicht ausreichend attraktiv für den Fußballlehrer aus dem Vorarlberg. Er strebt zu neuen Ufern, und da genießen sportliche Ambitionen nicht unbedingt oberste Priorität. Was kann es für Adi Hütter attraktiveres geben als mit einem Team, das er geformt und aufgebaut hat, in der Königsklasse zu spielen? Und die Ernte einzufahren? Wie ist ein Trainer gestrickt, der ja auch Sportler ist, wenn selbst der sportlich höchste Anreiz nicht mehr verfängt? Oder gibt es noch einen anderen, triftigeren Grund?

SGE-Trainer Adi Hütter wird Eintracht Frankfurt verlassen.

Wie es scheint, verfolgt der Fußballlehrer Hütter seinen ureigenen Karriereplan, ohnehin war er nie länger als drei Jahre bei einem Klub, auch Young Boys Bern hat er in die Champions League geführt und dann Fersengeld gegeben. So wird das mittlerweile gemacht, für Ich-AGs sind Jobs - als Trainer, Vorstand, Spieler - nur auf Zeit begrenzte Pilotprojekte, kurzfristige Unternehmungen, und ab zum nächsten - wo mit Sicherheit noch mehr Millionen fließen. Das üppig sprudelnde Salär ist offenbar die entscheidende Motivation. So funktioniert dieses Geschäft. Sei´s drum: Reisende soll man nicht aufhalten, gute Trainer gibt es genug, ein Champions League-Klub dürfte wenig Probleme haben, einen adäquaten Nachfolger zu finden.

Eintracht Frankfurt: Was zählt ein Wort?

Nur für Fußball-Romantiker ist der unerwartete Abgang von Adi Hütter ein Schlag ins Kontor. All jene, die tatsächlich so naiv waren und Hütters Bekenntnis zu Eintracht Frankfurt („Ich bleibe“), am 28. Februar im Fernsehstudio getätigt, für bare Münze gehalten haben, müssen sich genasführt fühlen. Und enttäuscht. Viele hatten ernsthaft gedacht, Hütter sei anders als viele seiner Kollegen, vielleicht gar aufrichtig, und einer, dessen Wort zählt, zumindest hatte er diesen Eindruck gerne in der Öffentlichkeit erweckt. Doch inzwischen wirkt ja fast schon der Wechsel von Niko Kovac („Stand jetzt“) zu den Bayern authentischer, der ehrgeizige Kroate hatte vorher nie behauptet, dem Klub die Treue halten zu wollen.

Bleibt zu hoffen, dass die wohl aufkommende Unruhe um den Umfaller an der Außenlinie weiter keinen negativen Einfluss auf die Mannschaft nimmt. Denn das wäre nun wirklich tragisch: Wenn durch hausgemachte Probleme die Chance auf Außergewöhnliches verspielt würde. Immerhin scheint das Team mental so gefestigt, dass derlei egoistisch vorangetriebene Karriereplanungen den großen Traum nicht in Gefahr bringt. Sicher ist das nicht: Eine lame duck im eigenen Stall ist immer ungut. (Ein Kommentar von Thomas Kilchenstein)

Rubriklistenbild: © Thomas Frey

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