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Knipser mit Selbstvertrauen: André Silva.
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Eintracht-Trainer Adi Hütter: „Die Mannschaft macht mir Spaß“

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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Eintracht-Trainer Adi Hütter ist trotz der Sieglos-Serie grundsätzlich zufrieden und setzt alles auf Sieg beim FC Augsburg am Samstag.

Vor dem letzten Bundesligaspiel in diesem merkwürdigen Kalenderjahr 2020 ist der Frankfurter Trainer Adi Hütter noch mal grundsätzlich geworden. 14 Punkte nach zwölf Partien, schon acht Remis, neun Spiele ohne Sieg, Tabellenplatz zehn – das ist Mittelmaß, Durchschnitt, nix Halbes und nix Ganzes. Und doch sagt der 50 Jahre alte Chefcoach: „Die Mannschaft macht mir, so wie sie auftritt und Fußball spielt, Spaß.“

Er schaue sich sehr viele andere Begegnungen in Deutschlands Eliteklasse an, und da müsse sich sein Ensemble ganz sicher nicht verstecken, ganz im Gegenteil. „Wir spielen einen sehr gepflegten, guten Fußball“, argumentiert der Österreicher, der darob in seiner Mitte ruht. „Ich spüre eine innere Zufriedenheit.“

Nun ist Adi Hütter kein weltfremder Mensch, der alles rosarot sieht und die Realität ausblendet, und bestimmt weiß er auch, dass nicht alle Auftritte wirklich dufte waren. Am besten war die Eintracht immer dann, wenn sie ihr Herz auf dem Platz ließ und auch genügend kreatives Personal auf selbigem stand, um spielerische Impulse setzen zu können. Hütter betont erneut, seiner offensiven Philosophie treu bleiben zu wollen, selbst wenn er zwischenzeitlich von ihr abgerückt schien. „Ich bleibe bei meinen Spiel, ich werde hinten nicht zwei Omnibussen parken, um Tore zu verhindern. Ich stehe für attraktiven Fußball.“

Zuversicht saugt der Coach gerade im Hinblick auf die direkten Vergleiche mit den Konkurrenten. „Ich würde viel unruhiger schlafen, wenn wir nicht gut spielen würden, wenn uns die Gegner zerlegen, wir 0:3, 1:4 verlieren würden und keine Chance hätten.“

Doch so ist es ja nicht, den Champions-League-Achtelfinalisten Borussia Mönchengladbach etwa hatte seine Mannschaft am Dienstag dominiert und beherrscht – und musste sich trotz langer Führung mit zwei Toren Unterschied mit einem 3:3 und dem fast schon obligatorischen einen Punkt zufrieden geben.

Daher hadert der Fußballlehrer mit dem bisherigen Abschneiden, was nur allzu verständlich ist: „Wir sind gebeutelt von den Ergebnissen her, sie stimmen einfach nicht. Mit etwas Fortune könnten wir ganz woanders stehen.“ Für Adi Hütter steht unmissverständlich fest: „Wir hätten mehr verdient.“

„Entscheidung im Frühjahr“

Vor dem letzten Spiel am Samstag in Augsburg (15.30 Uhr/Sky) und den anschließenden Mini-Weihnachtsferien (Fitnesstests am 28. und 29. Dezember, Trainingsbeginn 30. Dezember, Aufgalopp gegen Leverkusen am 2. Januar) geht es für die Frankfurter ausschließlich darum, irgendwie einen Punkterfolg in dreifacher Ausführung zu erzielen. Alles andere ist irrelevant. „Wir müssen jetzt mal wieder ein Spiel gewinnen und die Serie unterbrechen“, fordert Hütter.

Erst wenn es ein paar Siege am Stück gegeben habe, könne man wieder andere Ziele ins Visier nehmen und „auf die Plätze losgehen“, die ein internationales Startrecht garantieren würden. Und siehe da: Trotz des bisher holprigen Saisonverlaufs ist Union Berlin auf Rang sechs immer noch nur vier Zähler entfernt. Das ist nicht die Welt.

„Mittelfristig und langfristig“, führt Hütter aus, werde die Eintracht „diese Plätze nie aus den Augen verlieren“. Er ist ohnehin überzeugt davon, dass man nun im letzten Spiel einen „versöhnlichen Abschluss“ und „eine gute Ausgangsposition“ fürs neue Jahr schaffen müsse. In 2021 gebe es „weit mehr Spiele, 21 Runden, es wird alles im Frühjahr entschieden“. Deshalb müsse man jetzt schauen, nicht noch weiteren Boden zu verlieren.

In der zweiten Saisonhälfte, das weiß man in Frankfurt nur zu gut, ist fürwahr vieles möglich: In der vorvergangenen Spielzeit verspielte die Eintracht im Schlussspurt die riesengroße Chance einer Champions-League-Qualifikation und musste sich beim ungeliebten Nachbarn Mainz 05 bedanken, am letzten Spieltag ohne eigenes Zutun noch das Ticket für die Ochsentour durch die europäischen Provinz (Stichwort: Europa-League-Quali) gelöst zu haben.

Zurück zu Aktualität und zum FC Augsburg, der für die Eintracht immer ein undankbarer Gegner war, zumindest auswärts, was dieses Mal aber wegen der fehlenden Fans ja nicht weiter ins Gewicht fallen sollte. „Ein schwieriges Pflaster“, sagt Hütter dennoch. „Augsburg spielt zwar keinen Zauberfußball, ist aber eine unangenehme Mannschaft.“ Für sein Team sei das Duell „ein richtungsweisendes Spiel für die Rückrunde.“ Mal wieder.

Große Veränderungen wird der Trainer vermutlich nicht vornehmen, dazu gibt es nach der starken Performance gegen Gladbach keinen Grund. Auf jeden Fall wird Toptorjäger André Silva auflaufen, er hebt die Offensive auf ein anderes Niveau. „Er strotzt vor Selbstvertrauen und ist körperlich in einem sehr guten Zustand“, lobt Hütter. Für den Portugiesen neige sich „ein herausragendes Jahr“ dem Ende entgegen. „Er ist ein Topstürmer, der uns sehr geholfen hat.“

Genauso wie Erik Durm zuletzt. Der Rechtsverteidiger hat sich festgespielt und seinen Chef vollends überzeugt. „Er hat Qualität und hält sein Niveau, er steigert es sogar, weil er spielt und Selbstvertrauen hat.“ Es sei „beeindruckend“, wie der „sehr intelligente Spieler“ mit seiner misslichen Situation zu Saisonbeginn umgegangen sei. „Er hat nie kritisiert, sondern Einstellung gezeigt, er ist den harten Weg gegangen und wird jetzt belohnt.“ Für einen Sieg hat es aber auch mit Erik Durm in der Startelf noch nicht gereicht.

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