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War bester Österreicher gegen Rumänien, musste wegen Rotgefahr aber ausgetauscht werden: Hinteregger (links), hier gegen den Ex-Mainzer Maxim.

Schmerz lass nach!

Eintracht Frankfurt: Martin Hinteregger bekommt bösen Schlag auf den Knöchel

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Eintracht-Verteidiger Martin Hinteregger wird im österreichischen Nationaldress übel umgetreten, dem Fuß gehe es aber „gut“ – kann er am Sonntag in Köln spielen?

  • Martin Hinteregger, der Mann, der auf Schmerzen steht.
  • Im Spiel der österreichischen Nationalmannschaft gegen Rumänien bekam Hinti einen Schlag auf den Knöchel
  • Trotzdem wird Hinteregger im Spiel von Eintracht Frankfurt gegen den 1. FC Köln wahrscheinlich spielen können

Martin Hinteregger von Eintracht Frankfurt ist nun wirklich ein spezieller Typ. Einer, der gerne an seine Karriere als Fußballprofi eine weitere als Bergdoktor dranhängen würde, der deshalb Flugstunden nimmt und mitunter auch in Begleitung den Helikopter höchstpersönlich aus der Heimat in Kärnten zum Arbeitsplatz nach Frankfurt steuert. Hinteregger, allseits bekannt als Hinti, von Freunden wahlweise aber auch Maddin oder Hunter (Jäger, in Anlehnung an sein Hobby) genannt, ist anders als so viele andere Kicker. Dazu gehört seine Vorliebe für Schmerz.

Martin Hinteregger von Eintracht Frankfurt: „Schmerzen sind gut für mich“

„Schmerzen sind gut für mich“, erzählte der 28-Jährige kürzlich den vereinseigenen Klubmedien von Eintracht Frankfurt: „Meine besten Spiele habe ich gemacht, wenn ich früh im Spiel mit dem Schädel zusammengestoßen bin. Dann bin ich da.“ Teilweise sei er soweit gegangen, Schmerzen zu simulieren. Entweder durch eigene Schläge auf den Kopf, oder aber er wies gar den Physiotherapeuten an zuzuhauen – „normal, nicht mit der Faust“, versteht sich.

Auch am Mittwochabend wurde Hinteregger malträtiert. Im Nations-League-Spiel seiner Österreicher in Rumänien (1:0) erwischte Gegenspieler Ciprian Deac bei einer Grätsche nicht den Ball, sondern nur den rechten Knöchel von Hinteregger. Deac sah Gelb, nur Gelb, was ein schlechter Scherz war, hätte er doch sofort mit Rot vom Rasen gehört. Hinteregger ließ sich zwei, drei Minuten behandeln und machte weiter.

Martin Hinteregger verwundert über Auswechslung bei der österreichischen Nationalmannschaft

Erst in der 53. Minute nahm ihn Coach Franco Foda doch vom Feld - zur Verwunderung des Spielers: „Zuerst habe ich gedacht, es war wegen meines Fußes. Ich habe nicht gewusst, dass mir der Schiedsrichter die Rote Karte angedroht hat.“ Hinteregger war nach einem taktischen Foul bereits verwarnt und langte kurz nach dem Seitenwechsel noch mal zu. In Bewusstsein des Schiedsrichter-Hinweises sei die Auswechslung „verständlich“, so Hinti von Eintracht Frankfurt später. Beim Tritt gegen seinen Knöchel habe er gedacht, es sei mehr passiert. „Aber dafür, wie es aussah, geht es dem Fuß gut.“

Wenn sich die Knöchelblessur bis Sonntagmittag nicht doch schlimmer als erwartet darstellt, wird der Mann mit der Vorliebe für Schmerz beim Auswärtsspiel von Eintracht Frankfurt in Köln dabei sein. Als Alternative stünde Eintracht-Trainer Adi Hütter noch der Brasilianer Tuta zur Verfügung, für den gerade erst genesenen Evan Ndicka käme ein Einsatz vermutlich zu früh. Rechtsfuß Tuta, das hatte er in dieser Woche berichtet, könnte ohne lange Anpassungszeit auch den eher ungewohnten linken Part der Dreierkette übernehmen. „In der Abwehr habe ich schon überall gespielt“, sagte er selbstbewusst. Unlängst erst probierte ihn Hütter im Test gegen Würzburg als Hinteregger-Ersatz auf.

Eintracht Frankfurt muss am Sonntag gegen Köln ran – die Rheinländer stehen unter Druck

Der 28-Jährige ist wie die am Mittwoch ebenfalls für ihre Nationalteams im Einsatz gewesenen Eintracht-Kollegen Stefan Ilsanker (90 Minuten für Österreich) und André Silva (15 Minuten für Portugal) gestern zurückgekehrt nach Frankfurt, am Mannschaftstraining von Eintracht Frankfurt nahm das Trio aber nicht teil. Stattdessen stand erholsames, individuelles Üben auf dem Plan, schließlich wartet das Spiel beim bisher punktlosen 1. FC Köln. Für die Hessen ist die Partie eine gute Möglichkeit, sich in der vorderen Tabellenregion festzubeißen. Ein Sieg und zehn Punkte wären auf dem Konto – nicht unmöglich, betrachtet man die Formschwäche des Kontrahenten.

Nachdem FC-Trainer Markus Gisdol recht zackig nach seiner Ankunft am Rhein im vergangenen November die Männer aus Müngersdorf erfolgreichen Fußball spielen ließ, geht mittlerweile nichts mehr. 13 Ligaspiele sind die Kölner ohne Sieg. Daher werden selbst die Testspielsiege in der aktuellen Länderspielunterbrechung nur marginal das Selbstvertrauen gessteigert haben: Sechstligist Lindenthal-Hohenlind (14:0) und die eigene U21 (1:0) waren nun wirklich keine dollen Gegner.

Kann Eintracht Frankfurt gegen Köln an die guten Leistungen der letzten Spiele anknüpfen?

Schafft es Eintracht Frankfut an ihre guten Leistungen aus den Ligaspielen gegen Berlin (3:1) und Hoffenheim (2:1) anzuknüpfen, haben sie auch im Rheinland passable Chancen auf einen Sieg. Die Bilanz der Eintracht gegen den FC ist eine recht ausgewogene. 106 Mal trafen die beiden Traditionsklubs aufeinander, 37 Mal gewannen die Frankfurter, 40 Mal die Kölner. Auswärts gelangen der Eintracht immerhin elf Siege und 18 Remis. Vergangene Saison trennte sich die Hütter-Elf am vorletzten Spieltag 1:1 in der Domstadt, den letzten Frankfurter Dreier auf Kölner Boden holte noch Ex-Trainer Niko Kovac im September 2017 (1:0).

Nach dem Saisonstart gegen vermeintliche Abstiegs- (Bielefeld) und Europa-League-Kandidaten (Hertha, Hoffenheim) geht es für Eintracht Frankfurt in den kommenden Wochen abwechslungsreich weiter. Erst in Köln, bei einem Team, das am Saisonende im hinteren Tabellendrittel zu finden sein dürfte, dann geht’s zu Champions-League-Sieger Bayern München. Anschließend wechseln sich vermeintlich machbare Aufgaben mit Kracherduellen ab: Bremen (H), Stuttgart (A), Leipzig (H), Union Berlin (A), Dortmund (H), Wolfsburg (A).

Bleiben die Frankfurter Spieler im Gros gesund, sollten sie durchaus regelmäßig Punkte zusammenklauben können.

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