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Scherzkeks am Handy: Sebastien Haller.

Eintracht Frankfurt

Geht oder bleibt Sebastien Haller? Alles scheint möglich

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Aufregung um Sebastien Haller, weil sich der Eintracht-Profi einen netten Spaß erlaubt hat.

Sebastien Haller ist dann mal weg. Hat als erster des magischen Triumvirats von Eintracht Frankfurt seine Entscheidung getroffen. Schweren Herzens. Klar. „Traurig, den Club zu verlassen, aber alle guten Dinge kommen mal zu einem Ende“, schrieb der Eintracht-Stürmer via Instagram. In Windeseile verbreitete sich der Post, die Aufregung war riesengroß. Das Internet bebte förmlich. Von einem „Schock“ schrieb manch Medium, andere schlossen messerscharf: „Sebastien Haller heizt Wechselgerüchte an.“ Oder auch: „Sebastien Haller verkündet Abgang bei Instagram.“ Jesses.

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Der fast 25-Jährige löschte seinen Eintrag eine halbe Stunde später, kurz darauf stellte er ein Foto seines Urlaubdomizils ein, eine Clubanlage im marokkanischen Marrakesch, die er nun eben leider verlassen müsse. Urlaub vorüber, alle guten Dinge enden halt irgendwann.

Anschließend postete er noch 21 lachende Smileys. Ätsch, bätsch. Ein subtiles und pfiffiges Späßchen des Franzosen, ein Gag, der die Usancen der völlig überdrehten Branche und Medienwelt aufs Korn genommen und die wilde Hatz des Internets ad absurdum geführt hat. Da hat einer mal den unerbittlichen News- und Klickjägern den Spiegel vorgehalten. Chapeau, Sebastien Haller. Der Wirbel um den Mittelstürmer ist also nicht mal ein Sturm im Wasserglas.

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Das bedeutet nicht, dass der wuchtige Angreifer der Eintracht ganz sicher erhalten bleiben wird, der Mann ist begehrt und hat eine sehr gute Saison gespielt. Die Wechselperiode läuft noch bis zum 2. September, also fast drei Monate. Da kann einiges passieren. Fakt ist aber, dass es derzeit für den Torjäger kein Angebot gibt. Und der Spieler selbst hat auch keine Anstalten oder Andeutungen gemacht, wonach er den Klub gerne verlassen würde. Haller, der vor zwei Jahren für sieben Millionen Euro aus Utrecht kam, würde der Eintracht gewiss zwischen 30 und 40 Millionen Euro bringen.

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Was wird aus Trapp?

Eine Summe, für die die Frankfurter den fast vier Jahre jüngeren Luka Jovic nicht abgeben würden. Beim Serben spricht aber nach wie vor einiges für einen Vereinswechsel, selbst wenn es auch in diesem Fall gar nichts Konkretes gibt. Der Topstürmer, 27 Pflichtspieltore und um ein Haar Torschützenkönig der Europa League, geht mit der Situation erstaunlich gelassen um, was sicherlich daran liegt, dass er sich in Frankfurt pudelwohl fühlt und er sich auch einen Verbleib für ein weiteres Jahr vorstellen könnte.

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Das Thema Jovic könnte sich jedenfalls noch eine Weile ziehen. Zum Trainingsstart am 1. Juli wird der Angreifer sicher fehlen, was nicht an einem etwaigen Transfer, sondern an der U21-Europameisterschaft in Italien und San Marino (16. bis 30 Juni) liegt. Jovic ist mit der serbischen Auswahl im Einsatz, im zweiten Gruppenspiel geht es am 20. Juni gegen die deutsche Mannschaft von Trainer Stefan Kuntz, die ihren Titel verteidigen will. Nach dem Turnier ist für den Spieler erst mal Sonderurlaub angesagt, er hat ja quasi ein Jahr durchgespielt, zumal er ja im vergangenen Jahr noch an der WM in Russland teilgenommen hatte. Demnach ist es, so oder so, zweifelhaft, ob der Instinktfußballer im ersten Pflichtspiel der neuen Runde dabei sein wird, schon am 25. Juli muss die Eintracht ihr erstes von sechs möglichen Qualifikationsspielen für die Europa League bestreiten. Nur unwesentlich früher wird Jovic seinen Urlaub beendet haben.

Eintracht Frankfurt: Die Perspektive der Leihspieler

Ob Kevin Trapp dann, wie von den Frankfurter Verantwortlichen gewünscht, das Tor hüten wird, ist ebenfalls ungewiss. Laut dem TV-Sender Sky hat die Eintracht jetzt ein erstes offizielles Angebot bei Trapps Stammverein Paris St. Germain hinterlegt. Der Haken an der Sache sei aber, dass die Franzosen aktuell mit dem 28-Jährigen planen und seinen bis 2020 laufenden Vertrag sogar verlängern wollen.

Trapp, der derzeit bei der deutschen Nationalmannschaft im niederländischen Venlo weilt, soll demnach erneut in den Zweikampf mit dem französischen Nationalkeeper Alphonse Areola gehen. Den hatte der Saarländer schon einmal verloren, allerdings hieß der Trainer damals noch nicht Thomas Tuchel. Der will jedenfalls die zuletzt praktizierte Torwartrotation abschaffen, in der zurückliegenden Spielzeit hatten sich Areola und Gianluigi Buffon abgewechselt. Der Kontrakt des italienischen Altmeisters, 41, soll jedoch nicht verlängert werden. Für Trapp gebe es zudem noch Anfragen von AS Rom und aus der englischen Premier League.

In Wahrheit aber ist die Eintracht mitnichten aus dem Rennen, Trapp genießt bei den Verantwortlichen in allen Gremien hohes Ansehen, die Sportliche Leitung würde den Schlussmann gerne halten und ihn zum Aushängeschild des Klubs machen. Schwer wird es allemal, den jovialen Torwächter zu halten.

Oder sogar doch unmöglich? Trapp hatte neulich in den Sozialen Netzwerken einen Cappuccino gepostet und mit dem Zusatz: „Paris, France“ versehen. Für einige Medien war wegen dieser „verdächtigen Instagram-Story“ klar, dass die Zeichen auf Trennung stehen. Ungefähr so wie bei Sebastien Haller.

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