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Ausgleich kurz vor Schluss: Laura Freigang sorgt für die Wende.
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Ausgleich kurz vor Schluss: Laura Freigang sorgt für die Wende.

Frauen-Bundesliga

Eintracht Frankfurt schockt Bayern München

  • VonKatja Sturm
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Frankfurter Fußballerinnen drehen in den letzten Minuten das Spiel und gewinnen gegen den Topfavoriten 3:2 - Zeit zum Feiern bleibt den meisten Spielerinnen allerdings kaum.

Die Großen ärgern – das hatten sich die Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt immer wieder vorgenommen. Manches Mal waren sie schon nahe dran gewesen, nicht zuletzt im DFB-Pokalfinale, das sie im vergangenen Frühjahr nur mit 0:1 in der Verlängerung gegen Titelverteidiger VfL Wolfsburg verloren geben mussten. Am Sonntagnachmittag, im Bundesligaheimspiel gegen Bayern München, war es dann endlich so weit.

Als die reguläre Spielzeit im Stadion am Brentanobad längst abgelaufen war, gab Trainer Niko Arnautis alles, um Schiedsrichterin Fabienne Michel endlich zum Abpfiff zu bewegen. Der 41-Jährige gestikulierte wild herum und schrie; dann tönte das erlösende Geräusch über den Rasen, gefolgt von vielstimmigem Jubel und Umarmungen dort, aber auch an zahlreichen Stellen direkt daneben und im Publikum. Mit 3:2 (0:0) war der Vorjahresmeister und bis dahin in dieser Spielzeit noch ungeschlagene Spitzenreiter bezwungen. Shekiera Martinez (67. Minute), Laura Freigang (88.) und Sjoeke Nüsken (90.) sorgten aus Sicht der Gastgeberinnen für das überraschende Ergebnis. Nach Punkten sind die Siegerinnen und Adlerträgerinnen als Dritte in der Tabelle mit dem Titelverteidiger gleichgezogen.

Den Erfolg in einem verrückten und am Ende wilden Spiel hatten sie sich redlich verdient. „Das, was wir heute gesehen haben, war 100 Prozent Eintracht“ und zeichne sein junges Team aus, schwärmte Arnautis: „Emotion, Leidenschaft und die Mentalität, bis zum Schluss nicht aufzugeben.“ Man hätte es verstehen können, wäre das nicht der Fall gewesen. Nach einer Halbzeit, in der die Frankfurterinnen mit viel Mut und Ausdauer die Räume eng machten und Nationalkeeperin Merle Frohms die Chancen der vom Champions-League-Auftritt während der Woche noch etwas müden Münchnerinnen mit starken Paraden abwehrte, die SGE selbst jedoch kaum vor den gegnerischen Kasten kam, platzte zwar zuerst bei der Frankfurter Shekiera Martinez der Knoten, als sie den Underdog nach einer Ecke in Führung brachte.

Doch die Gäste wehrten sich mit einem Doppelschlag innerhalb von vier Minuten, als die eingewechselte Maximiliane Rall zweimal erfolgreich war. „Aber wir haben heute von Anfang an gezeigt, dass wir bereit sind, immer den einen Meter mehr zu machen und einen Big Point zu landen“, sollte Arnautis später sagen.

Die 1720 Zuschauer auf der Tribüne, unter denen sich aus dem Eintracht-Vorstand Axel Hellmann und Sportchef Markus Krösche befanden, trauten ihren Augen kaum, als es Laura Freigang und Sjoeke Nüsken gelang, die scheinbar doch verlorene Partie zu drehen. Die Topscorerin der vergangenen Saison, die während der Woche erst ihren Vertrag am Main vorzeitig bis 2025 verlängert hatte, nutzte hellwach einen Fehler der Bayern-Torhüterin Laura Benkarth, die einen eigentlich harmlosen Ball durch die Hände gleiten ließ. Die erneut aufflammende Hoffnung auf einen Triumph spornte Nüsken zu einem Kopfball an, der vom linken Innenpfosten ins Netz prallte. Kurz darauf gab es kein Halten mehr.

„Das ist unbeschreiblich“, stöhnte die Matchwinnerin in der Mixed Zone. „Ich bekomme das Grinsen gar nicht mehr von den Lippen. Es kann nicht wahr sein, dass wir das mit einer tollen Teamleistung über die Bühne gebracht haben.“ In der Pause habe der Coach gesagt, man solle einfach weitermachen und werde so seine Chance bekommen. Der Plan sollte aufgehen.

Viel Zeit zum Feiern gab es nicht, nur ganz kurz in der Kabine. Denn einige der insgesamt 13 Auswahlspielerinnen, die die Eintracht in der jetzt beginnenden Länderpause abstellen muss oder darf, mussten laut Arnautis noch am Abend ihre Tasche packen. Für das erste Spiel nach der Rückkehr, das Achtelfinale im DFB-Pokal, bei dem am 30. Oktober die Bayerinnen die Gastgeberinnen sind, haben die Hessinnen auf jeden Fall eine Menge Selbstbewusstsein getankt. Doch ihr Coach warnt: „München hat jetzt sicher Wut im Bauch und wird sich revanchieren wollen.“

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