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Eintracht Frankfurt: Saison-Aus für Martin Hinteregger

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Von: Thomas Kilchenstein, Ingo Durstewitz

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Der Kultverteidiger von Eintracht Frankfurt wird das Finale in Sevilla verpassten. Tuta hat ihn im Halbfinale prächtig vertreten. Kommt Aurelio Buta zur neuen Saison?

Frankfurt - Es entbehrt nicht einer gewissen Tragik, dass der Spieler von Eintracht Frankurt, der die Unterstützung der Fans wie kaum ein zweiter genießt und für Top-Leistungen braucht, dass dieser Martin Hinteregger ausgerechnet in dem Spiel, in dem das Spektakel einen neuen Höhepunkt erreicht, schon nach sechs Minuten die Segel streichen musste: Nach einem Sprint sinkt der Österreicher zu Boden, greift sich an den hinteren Oberschenkel, weiß sofort, dass etwas gerissen ist, er muss ausgewechselt werden. Anderntags stellt sich heraus: Für „Hinti“ ist die Saison vorbei, er wird den Hessen auch in Sevilla im Finale gegen Glasgow fehlen. Das ist gerade für den 29-Jährigen, so gut wie nie, verletzt bitter, er verpasst den Saisonhöhepunkt.

Ein Schockmoment für die Fans, ohne Frage, aber keiner, der Trainer Oliver Glasner groß erschüttert hätte. Der Mann war vorbereitet. Und deswegen war nur für Außenstehende überraschend, dass Almamy Touré kam statt Makoto Hasebe - vor allem: Dass der junge Tuta fürderhin die Rolle des Kultspielers im Zentrum der Defensive übernehmen sollte. Und wie!

Niedergeschlagen: Martin Hinteregger von Eintracht Frankfurt sitzt verletzt auf dem Rasen.
Niedergeschlagen: Martin Hinteregger von Eintracht Frankfurt sitzt verletzt auf dem Rasen. © dpa

Plan B funktioniert nahezu perfekt

Er habe sich in den Tagen vor dem Halbfinale schon Gedanken gemacht, erzählte Glasner hinterher, Hinteregger war ohnehin erkrankt, bis Montag „bettlägerig“, wie Glasner sagte. Und da habe er Zeit gehabt, ein paar Szenarien durchzuspielen. „Wir wurden nicht panisch, wir hatten was im Kopf.“

Und dieser Plan B funktionierte nahezu perfekt: Tuta spielte auf der ungewohnten, verantwortungsvollen Position so als hätte er nie woanders gespielt, mit einer für sein Alter erstaunlichen Abgeklärtheit und Ruhe. Der Brasilianer, dessen Vertrag verlängert werden soll, dürfte auf dieser Position der Mann der Zukunft sein, auch weil er mit dem Ball gut umgeht.

Dazu passte, dass auch Touré sofort im Spiel war, nahtlos an seine sehr guten Vorstellungen in Barcelona und im Hinspiel anknüpfte. Er gewann 70 Prozent seiner Zweikämpfe, war direkt am einzigen Tor beteiligt. Und, fast wichtiger: Er spielte hochkonzentriert, seriös, leistete sich keinen Lapsus, „so als wäre er Stammspieler“, lobte Glasner. Weil diese beiden Umstellungen reibungslos klappten, konnten die Hessen auch das Zu-Null halten. Altmeister Hasebe ist jetzt weitere Konkurrenz erwachsen.

Oliver Glasner hat „vollstes Vertrauen“ in die Mannschaft

Damit dass die Volte von Erfolg gekrönt sein würde, hatte Glasner gerechnet. „Ich habe vollstes Vertrauen in die Mannschaft“, sagte der Coach, der erst zum Schluss der Partie angespannt wirkte. „Wenn Man City in einer Minute zwei Tore kassieren kann, dann kann das jeder anderen Mannschaft auch passieren“, sagte der 47-Jährige, der vor dem Halbfinale die Ruhe selbst war. Vor dem Anpfiff habe er sich im Hotel noch für eine Stunde aufs Ohr gelegt.

Derweil soll die Eintracht kurz vor der ablösefreien Verpflichtung des 25 Jahre alten Rechtsverteidigers Aurelio Buta stehen. Der Portugiese, der einen Vertrag bis 2026 erhalten soll, spielte zuletzt bei Royal Antwerpen, zuvor seit 2011 bei Benfica Lissabon. (Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein)

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