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Rudolf Gramlich im Jahr 1970.

Ex-Präsident

Eintracht Frankfurt: Rudi Gramlich wird die Ehren-Präsidentschaft aberkannt

Eintracht Frankfurt hat 2018 erklärt, die Nazivergangenheit von Rudolf Gramlich wegen der Ehrenpräsidentschaft untersuchen zu lassen. Jetzt ist eine Entscheidung gefallen.

Update, 26.01.2020, 14.30 Uhr: Fußball Bundesligist Eintracht Frankfurthat seinem früheren Präsidenten Rudolf Gramlich wegen dessen Nazi-Vergangenheit posthum die Ehren-Präsidentschaft aberkannt. Diesen gemeinsamen Entschluss von Ehrenrat und Präsidium hat PräsidentPeter Fischer wie erwartet bei der Mitgliederversammlung am Sonntag in Frankfurt verkündet. „Ein Ehrenpräsident muss, egal, was er sportlich Positives erreicht hat, auch moralisch und ethisch ein Vorbild sein“, begründete Fischer. Der 63-Jährige erntete großen Applaus von den knapp 600 Mitgliedern in der Wolfgang-Steubing-Halle.

Gramlich war von 1955 bis 1970 Eintracht-Präsident, in seine Amtszeit fiel die einzige deutsche Meisterschaft des Vereins im Jahr 1959. Die Hessen haben den Fall und Gramlichs Vergangenheit in den vergangenen Jahren mit einem unabhängigen Institut aufgearbeitet und untersucht. Es habe sich gezeigt: Gramlich habe als Privat- und Geschäftsmann von der Herrschaft der Nationalsozialisten profitiert. Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und Präsident Fritz Keller wollen sich die Vergangenheit Gramlichs nun genauer ansehen.

Eintracht Frankfurt: Platz für Vielfalt

Vor allem der jetzige Präsident Fischer positioniert sich immer wieder deutlich gegen rechts. So auch bei der Mitgliederversammlung 2018, als er mit Bezug auf die AfD gesagt hatte: „Es kann niemand bei uns Mitglied sein, der diese Partei wählt, in der es rassistische und menschenverachtende Tendenzen gibt.“ Auf dem Vereinsgelände am Riederwald warb die Eintracht an diesem Sonntag mit dem Slogan „Platz für Vielfalt“, es waren Fahnen von 14 verschiedenen Ländern, von denen derzeit Profis bei der Eintracht aktiv sind, zu sehen.

Erstmeldung:

Eintracht Frankfurt erkennt seinem früheren Präsidenten Rudolf Gramlich nach einem Bericht der „Bild-Zeitung“ posthum die Ehren-Präsidentschaft ab. Diesen Entschluss von Ehrenrat, Verwaltungsrat und Präsidium soll Präsident Peter Fischer bei der Mitgliederversammlung an diesem Sonntag in Frankfurt am Main verkünden, wie die Zeitung am Donnerstagabend online berichtet. 

Grund seien laut „Bild“ Gramlichs Nazi-Vergangenheit und dessen „Zugehörigkeit zum 8. SS-Totenkopfregiment des Hitler-Regimes und auch der Erwerb seiner Lederfirma von jüdischen Kaufleuten, die von den Nazis deportiert wurden und umkamen“.

Gramlich stand unter Verdacht, an Kriegsverbrechen beteiligt zu sein

Von 1939 bis 1942 übte Gramlich das Amt des Vereinsvorsitzenden bei Eintracht Frankfurt aus. 1939/40 gehörte er einem Totenkopfregiment der Waffen-SS an und stand im Verdacht, an Kriegsverbrechen beteiligt gewesen zu sein. Nach Kriegsende galt er deshalb den amerikanischen Besatzungsbehörden zunächst als so genannter Hauptschuldiger, wurde interniert, aber 1947 in einem Spruchkammerverfahren mangels Beweisen als minderbelastet eingestuft und aus der Internierungshaft entlassen. 

Eintracht Frankfurt hat Gramlichs Vergangenheit durchleuchtet 

1949 übernahm er bei Eintracht Frankfurt den Vorsitz im Spielausschuss, wurde 1950 zum stellvertretenden Vereinsvorsitzenden gewählt und übernahm von 1955 bis 1970 das Amt des Vereinsvorsitzenden und Präsidenten. Später ernannte ihn die Eintracht zum Ehrenspielführer und Ehrenpräsident. Die Hessen haben den Fall und Gramlichs Vergangenheit in den vergangenen Jahren aufgearbeitet und untersucht.

Vor allem der jetzige Präsident Fischer positioniert sich immer wieder deutlich gegen rechts. Bei der Mitgliederversammlung 2018 hatte er gesagt: „Es kann niemand bei uns Mitglied sein, der diese Partei (AfD) wählt, in der es rassistische und menschenverachtende Tendenzen gibt.“ (skr/dpa)

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