Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Eine Bank auch im hohen Alter: Makoto Hasebe. Foto: dpa
+
Eine Bank auch im hohen Alter: Makoto Hasebe.

SGE

Eintracht Frankfurt: Abwehrchef fehlt verletzt gegen Antwerpen

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
    schließen

Eintracht Frankfurt geht das letzte Europapokalheimspiel in diesem Jahr gegen Antwerpen ohne Druck an und will sich mit dem Gruppensieg verabschieden.

Frankfurt - Es ist noch nicht allzu lange her, da wirkte das ganze Gebilde Eintracht Frankfurt reichlich zerbrechlich, niemand konnte seriös vorhersagen, was diese Mannschaft imstande ist zu leisten und wohin die Reise gehen könnte. Zu schwankend waren die Auftritte des Vorjahresfünften, zu dürftig die Leistungen. „Ich bin nicht zufrieden“, betonte Cheftrainer Oliver Glasner im ausführlichen FR-Interview und gestand ehrlich ein: „Ich hätte mir den Start etwas einfacher gewünscht.“ Das liegt nicht mal eine Woche zurück.

Nun, nur ein Spiel später, scheint die ganze Tristesse wie weggeblasen aus dem Stadtwald; Zweifel, Sorgen, Befürchtungen? I wo, Fehlanzeige. „Stimmungstechnisch ist die Lage bei uns sehr gut“, befindet der Coach lächelnd und verweist auf die jüngste Bilanz der Hessen, die aus den letzten neun Pflichtspielen sechs Siege einfuhren und ein Remis holten, zudem die letzten drei Partien am Stück gewannen. „Das ist eine sehr überzeugende Statistik.“

Eintracht Frankfurt will Gruppensieg in Europa League

Der sonntägliche Auftritt im Breisgau beim SC Freiburg, dieser runde 2:0-Erfolg, hat vieles verändert in Frankfurt, wirkte irgendwie wie ein Entwicklungs-Booster. Plötzlich wähnen sich Mannschaft und Trainer auf ihrem gemeinsamen Weg deutlich weiter. „In der Umsetzung geht vieles leichter vom Fuß“, berichtet Glasner. Das habe natürlich mit dem Glauben in die eigenen Fähigkeiten zu tun, mit Selbstvertrauen, das gerade im Spitzensport von entscheidender Bedeutung ist. „Das kannst du dir nur über Siege holen.“ Und, siehe Freiburg, über bessere Leistungen.

Vor dem fünften Gruppenspiel in der Europa League am Donnerstagabend (21 Uhr/live im TV und Livestream) zu Hause gegen Schlusslicht Royal Antwerpen befindet sich die Eintracht in einer komfortablen Ausgangsposition, die Qualifikation für die K.o.-Runde ist bereits eingetütet, nun geht es nur noch darum, das Tableau als Führender abzuschließen, um eine Runde, das Sechzehntelfinale nämlich, zu überspringen und erst im März wieder international eingreifen zu müssen. Mit einem Erfolg gegen die Belgier wäre dieses Ziel erreicht oder auch dann, wenn es im Parallelspiel zwischen Olympiakos Piräus und Fenerbahce Istanbul keinen Gewinner geben sollte.

Glasner findet es „außergewöhnlich“, dass sich seine Mannschaft gegen die gewiss nicht als Leichtgewichte einzustufenden Kontrahenten vorzeitig das europäische Überwintern gesichert hat: „Wenn wir jetzt den Sack zumachen und den Gruppensieg fixieren könnten, wäre das eine coole Geschichte.“

Eintracht Frankfurt: Glasner warnt

Dazu werden die Frankfurter eine ähnlich abgeklärte Vorstellung wie gegen Freiburg auf den Rasen werfen müssen, sie wären gut beraten, das Spiel mit aller Ernsthaftigkeit anzugehen, denn Rückschläge lassen die gerade wachsende Stabilität bröckeln und Zweifel schwellen. „Wir sind immer ein bisschen eine Wundertüte“, räumt Kapitän Sebastian Rode unumwunden ein. Und auch Trainer Glasner warnt vor einer zu laxen Herangehensweise. „Wir dürfen jetzt nicht denken, es ist schon alles vorgefertigt.“

Eintracht Frankfurt gegen Royal Antwerpen

Verfolgen Sie das letzte Gruppenspiel der SGE in der Europa League in unserem Live-Ticker.

Und doch verspürt der 47-Jährige vor dem europäischen Festakt im Waldstadion vor rund 30 000 Zuschauenden so wenig Druck wie schon seit Wochen nicht. Sehr wahrscheinlich, weil seine Mannschaft, zumindest tabellarisch gesehen, nicht viel zu verlieren, aber einiges zu gewinnen hat. „Wir wollen unsere Spielfreude mitnehmen“, sagt der Österreicher. „Leidenschaft und Einsatz sind sowieso in jedem Spiel da.“

Verzichten muss er dabei auf Abwehrchef Martin Hinteregger, Stürmer Goncalo Paciencia kehrt dafür in den Kader zurück. Hintereggers Sprunggelenk bereitet noch immer Probleme. Glasner hofft auf eine Rückkehr des 29-Jährigen am Sonntag im Heimspiel gegen Union Berlin (15.30Uhr/Dazn). Für ihn könnte erneut der bald 38-Jährige Makoto Hasebe die Abwehr organisieren. Es ist eine Augenweide, dem Japaner auch in diesem hohen Alter bei der Fußarbeit zuzuschauen; mit welch Selbstverständlichkeit und Antizipation der Routinier seine Rolle ausfüllt, ist bemerkenswert. Hasebe hebt das Kollektiv fußballerisch auf ein anderes Level. „Er ist außergewöhnlich in seiner Wahrnehmung“, lobt Glasner. „Er sieht Schnittstellen und scheut sich nicht, ins Mittelfeld anzudribbeln.“

Eintracht Frankfurt: Läuft Ilsanker auf?

Und trotzdem bringt der Trainer als Alternative auch den unverwüstlichen Stefan Ilsanker ins Gespräch, weil dieser deutliche Größenvorteile gegenüber Hasebe hat, der zwar auch im biblischen Fußballalter noch locker mithalten kann, „aber sicher nicht mehr wachsen wird“, wie Glasner scherzt. Womöglich passe Ilsanker daher besser zu der Antwerpener Sturmkante Michael Frey, 1,90 Meter hoch. Ilsanker sei überdies „der Schnellste von den dreien und laut im Coaching“. Fußballerisch allerdings etliche Stufen unterhalb Hasebes anzusiedeln. Die Spieler sehen es ganz pragmatisch. „Hinti kann nicht, dann macht’s halt Hase oder Ilse“, bekundet Kapitän Rode. So einfach ist das.

Der 31-Jährige wird gegen die Belgier auf der Bank Platz nehmen. Nach seiner Knieoperation im August ist er noch immer nicht in der Lage, 90 Minuten durchzuhalten – ohne dass das vorgeschädigte Gelenk Warnsignale sendet. „Mich nervt die Situation am meisten“, sagt Rode, der über Kurzeinsätze herangeführt wird. „Wir müssen es steuern, um es hinzubekommen.“ In den wenigen Spielminuten zeigt der erfahrene Abräumer regelmäßig seinen Wert für die Mannschaft. „Ich tue alles dafür, um so schnell wie möglich topfit zu werden.“

Gedanken ans Karriereende, wie unlängst vom Boulevard befeuert, blendet der Wortführer aus. Der Bericht habe ihm nicht so gut gefallen, „es ist nicht schön, so etwas zu lesen“, zumal „ich zu der Sache nicht gefragt wurde“. Rode aber kennt das Geschäft, „es belastet mich wenig, ich bin mit mir im Reinen“, und überhaupt: „Es braucht sich keiner Sorgen um mich zu machen.“ (Ingo Durstewitz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare