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Eintracht Frankfurt - Abschlusstraining in London.

Europa League

Eintracht Frankfurt: Riesig motiviert ins nächste Schlüsselspiel

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Eintracht Frankfurt will beim FC Arsenal „aggressiv“ auftreten – und vor allem besser als zuletzt.

Hell erleuchtet präsentieren sie im Norden von London ihre alten Helden. David Seaman zum Beispiel, den legendären Torhüter mit dem Pferdeschwanz, der so grandios Bälle parieren konnte und fast noch grandioser eben jene dann und wann durch seine Patschehändchen flutschen ließ. Oder Tony Adams, den Kapitän, das Raubein. Und nicht zuletzt natürlich Thierry Henry, den französischen Torjäger mit Hang zu Traumtoren. In Übergröße prangen die einstigen Stars des Arsenal Football Club an der Rückseite des imposanten Fußballtempels im Stadtteil Holloway. Da kann man schon mal staunen, vielleicht sogar vor Ehrfurcht erstarren.

Djibril Sow will nicht nur spielen - sondern was holen

Nö, sagt Djibril Sow. Für den Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt komme das gar nicht in Frage. Stattdessen sprach er gestern auf der Pressekonferenz vor dem Europa-League-Rückspiel der Eintracht am Donnerstagabend (21 Uhr/RTL und bei uns im Live-Ticker) beim englischen Traditionsverein von einer „Riesenmotivation“, die die 60.000 Fans fassende Arena und der namhafte Kontrahent bei ihm erzeuge. Kommen werden jedoch weitaus weniger Zuschauer. „Wenn ich nach dem Spiel mit meinen Freunden und meiner Familie spreche, möchte ich ihnen nicht nur sagen können, dass ich in diesem Stadion gespielt habe, sondern auch, dass ich hier etwas geholt habe.“

Selbstbewusste Worte, die sein Chef, Eintracht-Trainer Adi Hütter, freuen dürften. Der zuckte gestern unweit von Sow und angesprochen auf die bemerkenswerte Historie des FC Arsenal sowie die Fußballkathedrale des Klubs nur kurz mit den Schultern. Dann sagte er: „Wir spielen bei uns in Frankfurt auch oft genug vor 50.000 lautstarken Fans. Vergangene Saison haben wir in San Siro in Mailand gespielt, in Lissabon und an der Stamford Bridge in England – ich glaube nicht, dass die Spieler gehemmt sein werden. Uns fehlt es ganz sicher nicht an Optimismus.“

Eintracht Frankfurt und die schwierige Gegneranalyse

Ganz klar, die mentale Verfassung der Gäste muss heute stimmen, wollen sie beim ungeschlagenen Tabellenführer der Gruppe F etwas Zählbares mitnehmen. Vor allem sollte die Leistung deutlich besser sein als zuletzt beim 0:2 gegen den VfL Wolfsburg. Das findet auch Djibril Sow: „Unser Spiel gegen den Ball muss besser werden. Wir müssen den Gegner aggressiv unter Druck setzen, alle zusammen gegen den Ball arbeiten.“

Wen überhaupt die Frankfurter auf dem perfekt getrimmten Rasen unter Druck setzen werden, das beschäftigt vor allem Coach Hütter. Denn: Im Europapokal rotieren die Londoner traditionell kräftig durch. Häufig werden die Stars geschont, die jungen Talente dürfen dafür ran. „Das macht die Analyse sehr schwierig“, so Hütter: „Keine Ahnung, ob mein Trainerkollege die routinierten Profis spielen lassen wird oder die jungen Spieler randürfen.“

Sicher scheint nur eines: David Seamen, Tony Adams und Thierry Henry werden nicht auf dem Platz stehen. Die alten Helden haben längst ihren Platz an der Rückseite der Tribüne gefunden.

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